Vom 20. Stock im Westhafen Tower haben Babette Wünstel (stehend) und Bart Weijling einen atemberaubenden Blick auf Frankfurt. Diesen teilen die beiden Manager der Möbelfabrik Vepa kommenden Dienstag mit Besuchern. Anlässlich der Gutleut-Tage öffnet die Firma, die Möbel aus recyceltem Plastik herstellt, ihre Räume.
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Vom 20. Stock im Westhafen Tower haben Babette Wünstel (stehend) und Bart Weijling einen atemberaubenden Blick auf Frankfurt. Diesen teilen die beiden Manager der Möbelfabrik Vepa kommenden Dienstag mit Besuchern. Anlässlich der Gutleut-Tage öffnet die Firma, die Möbel aus recyceltem Plastik herstellt, ihre Räume.

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Hoch hinaus: Gutleut-Tage machen's möglich

  • vonGernot Gottwals
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Möbelfirma öffnet Räume im 20. Stock des Westhafen Tower. Das Programm startet morgen.

Gutleutviertel -Als Manager bei der Möbelfirma VEPA agieren Babette Wünstel und Bart Weijling mit Weitblick. Das Panorama auf die Skyline gehört ebenso dazu wie die aus Amsterdamer Grachtenplastik hergestellten Büromöbel. "Da Hessen und Baden-Württemberg Schwerpunkte unseres Geschäftes in Deutschland sind, wollten wir gerne einen Showroom in Frankfurt einrichten und waren begeistert, als man uns Bürofläche im Westhafen Tower angeboten hat", sagt Weijling.

Ein Jahr ist es jetzt her, dass VEPA zusammen mit Dr. Wagner & Partner und GBP Bauberatung die Bürogemeinschaft WOW (Westhafen Office Works) gegründet hat. Anlässlich der Gutleut-Tage, die morgen mit einem interaktiven Spaziergang am Hauptbahnhof beginnen und bis zum 22. August dauern, lassen sie die Besucher teilhaben an dem herrlichen Ausblick, den man von der 20. Etage auf Main, Mainhattan und das Gutleutviertel hat. Denn öffentlich zugänglich war der Westhafen Tower nur gelegentlich, als die Etagen noch nicht vollständig belegt waren.

Klangvolle Apfelsorten

"Wir haben die Veranstalterin der Gutleut-Tage, Nadine Tannreuther, bei der Nachhaltigkeitswoche der ING-Bank kennengelernt und fanden die Idee toll, mal die Menschen zusammenzubringen, die im Umfeld des Westhafen Towers arbeiten", sagt Babette Wünstel. Geplant ist am Dienstag, 18. August, ein etwa eineinhalbstündiger Rundgang durch die Show- und Büroräume mit nachhaltigen Möbeln, die passend zum "Gerippten" klangvolle Apfelnamen wie "Gala", "Boskoop" oder "Morgenduft" tragen. Mit Rücksicht auf die Auflagen wegen der Corona-Pandemie gibt es für die Büroführungen mit anschließendem Umtrunk jedoch Zugangsbeschränkungen: So werden drei Mitarbeiter des Büroausstatters Kleingruppen von je fünf Personen durch die acht Räume der Bürogemeinschaft WOW geleiten, die die drei Einzelfirmen kreativ für ihre Geschäfte und den gegenseitigen Austausch nutzen.

Anmeldungen für diese und weitere Veranstaltungen der Gutleut-Tage sind online unter dasgutleutviertel@gmail.com erbeten.

Natürlich wird VEPA auch einige spannende Einblicke in die Herstellung ihrer Tische, Stühle und sonstiger Büroelemente geben und erklären, was es mit dem "Amsterdamer Grachtenplastik" auf sich hat: Denn dahinter verbergen sich tatsächlich die Aktivitäten der niederländischen Umweltinitiative "Plastic Whale": einer Gruppe von Umweltfreunden, die in den Kanälen von Amsterdam nach Plastikmüll fischt und auch den großen Konferenztisch im Oberflächendesign eines Walrückens mit dem klangvollen Namen "Plastic Whale Board Room Table" inspiriert hat.

Doch was haben achtlos weggeworfene Kunststoffflaschen mit der Herstellung von Büromöbeln zum Verkauf durch den Fachhandel zu tun? "Wir haben in unseren Fabriken in Nordholland Verfahren entwickelt, wie man die Kunstfasern aus dem geschredderten Granulat der Weichplastik-Flaschen miteinander verfilzt und so Bespannungen für Bürostühle in mehreren Farben herstellen kann", erklärt Wünstel. Und auch die Teppichböden in den Büroräumen wurden umweltfreundlich "Made in Holland" aus den Resten dortiger Fischernetze gewebt.

Die beiden Firmen Dr. Wagner & Partner und GBP haben sich der Bauberatung und dem Projektmanagement verschrieben. BPP hat vor Jahren sogar das "Gerippte" mitrealisiert. Im Büroalltag tauschen sich die drei Mieter der 20. Etage aus und suchen dabei auch nach gemeinsamen Synergien. "Eigentlich fühlen wir uns wie eine Erwachsenen-WG, die hier während der Arbeitszeit nicht nur streng und konzentriert ihre Termine, Geschäfte und Konferenzen abarbeitet, sondern auch viel zusammen isst, trinkt und plaudert", charakterisiert Wünstel das tägliche Miteinander. Apropos erwachsen: Auch die Gutleut-Tage sind im siebten Jahr längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Die Veranstalter Nadine Tannreuther und Yasar Honneth versuchen, die Veranstaltung mit neuen Teilnehmern zu optimieren. "Wir haben lange darauf hingearbeitet, auch den Westhafen Tower mitaufnehmen zu können, und sind nun ganz gespannt, wie dort holländische Möbelhersteller zusammenarbeiten", sagen Nadine Tannreuther und Yasar Honneth. Gernot Gottwals

Gutleut-Tage

Das Programm steht unter https://kulturwochegutleuttage.business.site im Internet.

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