Der 81 Meter hohe Turm ist ein besonders markanter Teil der Sachsenhäuser Dreikönigskirche. Im kommenden Jahr soll er saniert werden.
+
Der 81 Meter hohe Turm ist ein besonders markanter Teil der Sachsenhäuser Dreikönigskirche. Im kommenden Jahr soll er saniert werden.

Instandsetzung

Hochbauamt sucht alte Detailaufnahmen vom "Helm" der Dreikönigskirche

  • vonAlexandra Flieth
    schließen

81 Meter hoch ist der Turm der evangelischen Dreikönigskirche am Sachsenhäuser Mainufer. Mitte 2018 soll er instandgesetzt werden. Dazu sucht das Hochbauamt alte Detailaufnahmen des Turmhelms, auf denen Schmuckelemente zu sehen sind, die vor 1945 angebracht waren. Sie sollen rekonstruiert werden.

Die markante Architektur der evangelischen Dreikönigskirche mit ihrem Turm, die nahe am Eisernen Steg in Sachsenhausen steht, ist von weitem zu sehen. Das Gotteshaus, das zwischen 1875 und 1880 nach Entwürfen des Architekten und Kirchenbaumeisters Franz Josef Ritter von Denzinger (1821–1894) errichtet und 1881 eingeweiht wurde, ist im neugotischen Stil erbaut.

Der 81 Meter hohe Turm, der zum Zeitpunkt seiner Erbauung der zweithöchste Frankfurts war, soll von der zweiten Hälfte 2018 an instandgesetzt werden. Insbesondere der achteckige Helm, der in seiner Form an die gespitzte Mine eines Bleistiftes erinnert, gibt dem Turm sein markantes Aussehen. Insgesamt ist das Erscheinungsbild der Kirche seit ihrer Erbauung fast unverändert geblieben.

Die Fassade des Kirchenschiffs ist bereits in zwei vorangegangenen Bauabschnitten instandgesetzt worden. Zunächst in der Zeit von 2012 bis 2014 die Südseite, in der Zeit von 2013 bis 2015 die Nordseite. Die Sanierung des Turms wurde danach erst einmal zurückgestellt – aus finanziellen Gründen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für diesen dritten Bauabschnitt auf Hochtouren. Verantwortlich hierfür ist das Hochbauamt der Stadt.

Zurück zur Ornamentik

„Die geplante Maßnahme umfasst auch die Betrachtung der Innenräume des Turmes sowie der Glocken und der Schalllamellen“, erklärt Christine Hammel vom Hochbauamt. Sie betreut das Projekt. Ein besonderer Aspekt ist die angedachte Rekonstruktion der „Blechkrabben“. Damit ist ein Ornamentschmuck gemeint, der einst den Turmhelm zierte.

Waren die Grate – dazu zählen die Außenkanten des Daches – ursprünglich breite Wulste mit aufgesetzten Blechkrabben, so wurden sie laut Hammel bei einer früheren Renovierung umgestaltet. „Heute sehen wir nur noch einen einfachen eingedeckten Grat mit überstehenden Schieferschindeln.“

Auf alten Ansichtskarten und Fotografien der Dreikönigskirche sind die „Blechkrabben“ zwar noch zu erkennen. Das Problem aber ist, dass sich auf den bekannten Abbildungen nur schwer erahnen lässt, wie die Ornamente im Detail ausgesehen haben. Aus diesem Grund ist das Hochbauamt auf der Suche nach Bildmaterial, die die früheren „Blechkrabben“ so zeigen, dass eine Rekonstruktion möglich ist. Trotz intensiver Recherche über das Institut für Stadtgeschichte und das Historische Museum sei es bisher nicht möglich gewesen, Detaildarstellungen der „Blechkrabben“ ausfindig zu machen.

Wer kann helfen?

„Vielleicht gibt es Personen, die noch im Besitz von Detailaufnahmen oder Zeichnungen sind und diese zur Verfügung stellen können“, sagt Hammel. In diesem Fall werde gemeinsam mit dem Amt für Denkmalschutz entschieden, ob es möglich ist, die Blechkrabben und den Wulst zu rekonstruieren. „Nach heutiger Lage ist es zu wenig. Denn wir müssten mehr erfinden als rekonstruieren. “ Die Kosten für die Instandsetzung des Turmes würden im Laufe der Planungen ermittelt. Da die Dreikönigskirche eine Dotationskirche sei, würde dies durch die Stadt als Eigentümerin finanziert. Die geplante Maßnahme werde etwa eineinhalb bis zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Pfarrer Andreas Klein von der Dreikönigsgemeinde freut sich, dass die Unterstützung der Stadt so gut funktioniert. Gemeinsam mit Gemeindemitglied Peter Hofmann, einem pensionierten Maschinenbauingenieur, hält er Kontakt zum Hochbauamt und sagt: „Wir fänden es toll, wenn der Aufruf auf Resonanz stoßen würde.“

Kontakt

Wer im Besitz alter Bildzeugnisse vom Turmhelm Dreikönigskirche ist, der kann sich mit Christine Hammel vom Hochbauamt per E-Mail unter christine.hammel@stadt-frankfurt.de in Verbindung setzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare