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Der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) ist seit Montag in Betrieb. Die Warteflächen sind geräumiger als zuvor, und zur Möblierung der Anlage gehören neben dem Dynamischen Fahrplan-Informationssystem, das die nächsten Busse anzeigt, auch große Schutzdächer.Der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) ist seit Montag in Betrieb. Die Warteflächen sind geräumiger als zuvor, und zur Möblierung der Anlage gehören neben dem Dynamischen Fahrplan-Informationssystem, das die nächsten Busse anzeigt, auch große Schutzdächer.

Verkehr

Der ZOB in Höchst ist fertig - Regionaltangente kommt näher

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Seit Montag ist der neue Höchster Busbahnhof in Betrieb. Gestern haben die Stadträte Klaus Oesterling und Mike Josef den weiteren Fortschritt der Bauarbeiten skizziert.

Mit einem Abflammgerät wird gestern gerade der auf dem früheren Taxihaltestreifen aufgebrachte Schriftzug „BUS“ entfernt, als Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) auf der Nordseite des Höchster Bahnhofs seinen Rundgang zu den Umbauten der neueren Zeit beginnt: Auf dem vom Straßenverkehrsamt bereits vor drei Jahren umgebauten nördlichen Vorplatz wurde die Zahl der Fahrradabstellplätze durch eine Doppelstockanlage auf 150 verdoppelt (wir berichteten); eine abschließbare Verwahranlage für teure E-Bikes soll kommen – wenn der Ortsbeirat zustimmt und dafür weitere Autoparkplätze opfert.

Auf der Südseite des Bahnhofs ist der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Betrieb gegangen; alle Busse, die am Höchster Bahnhof halten, fahren jetzt dort ab, auch die Linien, die früher in der Leverkuser Straße hielten. Die Warteflächen sind zum Teil überdacht, die Straßenflächen mit sogenannten „halbstarren Belägen“, einer Beton-Asphalt-Mischung, ausgeführt – sie verhindert Spurrillen, die an Bushaltestellen durchs Bremsen und Anfahren aufgeschoben werden.

Der Bereich Adolf-Haeuser-Straße / Dalbergstraße / Antoniterstraße ist ebenfalls fertig; die unterirdischen Glascontainer neben dem Bürgerbüro können benutzt werden. Zwölf Bäume werden im Frühjahr noch gepflanzt.

Nach der Winterpause

„Es ist jetzt Halbzeit der Bauarbeiten“, sagt Oesterling. Die Baustelle wandert nun weiter nach Osten, zur Dalbergstraße und den Taxistellplätze. Nach der Winterpause wird Mitte Januar die Dalbergstraße zwischen Antoniter- und Justinuskirchstraße erneuert. Das geschieht in zwei Schritten: Zuerst kommen neue Gehwege und Parkbuchten, danach ist die Fahrbahn dran. Parallel wird auf dem Bahnhofsvorplatz weitergearbeitet.

Die Adolf-Haeuser-Straße ist nun wieder in beiden Richtungen befahrbar, auch die Dalbergstraße bis zur Antoniterstraße. Der Pkw-Verkehr in Richtung Osten wird über die Antoniter-, die Emmerich-Josef- und die Albanusstraße umgeleitet, der Schwerverkehr über die Antoniter- und die Emmerich-Josef- in die Kasinostraße geführt. Diese Phase soll bis in den März dauern; ab April beginnt dann die Grunderneuerung der Dalbergstraße zwischen Justinuskirch- und Albanusstraße.

Probleme bei RTW geklärt

Neuigkeiten hatte Oesterling zur Regionaltangente West (RTW) dabei: Die Probleme im Teilbereich zwischen der Henri-Dunant-Siedlung und dem Höchster Bahnhof seien „im Wesentlichen geklärt“. Zwischen der Dunant-Siedlung und dem geplanten Halt am Stadtpark werde der Zugriff auf private Flächen minimiert, „es sind so gut wie keine Privatgrundstücke nötig“, so Oesterling. Zwischen dem Stadtpark und dem Höchster Bahnhof werde die vorher zweigleisig geführte Strecke dann wegen des bestehenden Bahndamms eingleisig. „Sie bleibt auf dem Damm, damit ist auch die niveaugleiche Kreuzung mit den Straßen vom Tisch“, sagt Oesterling. Am Höchster Bahnhof werde die RTW dann den nördlichsten Bahnsteig nutzen, der zurzeit von der Königsteiner Bahn angefahren wird. Dorthin möchte Oesterling auch bis spätestens 2028 die Straßenbahnlinie 11 von der Zuckschwerdtstraße verlängern.

Sadik Shehaj von der FFR entfernt die alten Busmarkierungen.

Das verwilderte Gartengelände hinter dem neuen ZOB befindet sich in Besitz der Bahn und trübt den Gesamteindruck ebenso wie der marode Seitentrakt des Empfangsgebäudes, mit dessen Sanierung trotz einiger Versprechungen noch nicht begonnen worden ist. Besonders beim Seitentrakt sei „die Bahn noch in Diskussion mit sich selbst“, sagt Oesterling.

Stadt, Land und Bahn haben in den vergangenen Jahren zusammengearbeitet, um den Höchster Bahnhof – „ein absoluter Schandfleck“, so Oesterling – wieder in Schuss zu bringen und das Versäumte der vergangenen Jahre aufzuholen. Insgesamt 4,6 Millionen Euro werden derzeit allein südlich des Empfangsgebäudes verbaut. „Wir wollen im Herbst 2019 fertig sein“, sagt Stadtrat Mike Josef (SPD), der fürs Stadtplanungsamt und die Bauaufsicht zuständig ist. Bei der Neugestaltung des Platzes gehe es „nicht nur um die ästhetische Umgestaltung, sondern auch um bessere Funktionalität“. Noch dazu, so Oesterling, sei der Höchster Bahnhof über eine neue Regionalbahnverbindung aufgewertet worden: Vom Frankfurter Hauptbahnhof fährt ein Regionalexpress nach Worms und Mannheim über Mainz und hält auch in Höchst. Oesterling gefällt das: „Sie sind auf dieser Strecke genauso schnell wie auf der südmainischen Linie.“

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