Mike Josef (SPD), Stadtrat und Planungsdezernent, lebt seit April 2018 mit seiner Familie in Höchst. Foto: Maik Reuß
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Mike Josef (SPD), Stadtrat und Planungsdezernent, lebt seit April 2018 mit seiner Familie in Höchst. Foto: Maik Reuß

Lieblingsort Höchst

Höchst: Freiraum für kleine und für große Kinder

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
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Sechs Wochen Sommerferien, das sind 42 Tage, die viele Frankfurter - wegen Corona - zu Hause verbringen werden. In einer kleinen Serie stellen wir deshalb Lieblingsorte vor: Für Stadtrat Mike Josef ist es der Höchster Stadtpark.

Mike Josef (37) kommt schnellen Schrittes von der Kurmainzer Straße in den Höchster Stadtpark gelaufen an diesem Vormittag. Er sieht den Reporter aus der Ferne, steuert auf ihn zu, stutzt dann und biegt ebenso schnell ab auf den Spielplatz, denn dort kräht sein Sohn nach ihm, der den Papa gleich entdeckt hat. So ist das: Da macht man das Kind glauben, man sei auf der Arbeit, und dann entdeckt es einen mit den Händen in den Hosentaschen im Park . . .

Mit seiner Kita-Gruppe ist der Älteste (4) von Mike Josef auf dem großen Spielplatz des Höchster Stadtparks. "Als wir uns nach einer Wohnung umgeschaut haben, war Höchst nicht ganz oben auf der Liste", sagt Josef. Dann hätten seine Frau und er die Wohnung auf dem Gelände der früheren Justizvollzugsanstalt angeboten bekommen und nicht nur sie, sondern auch das Umfeld besichtigt. Der große Park und der neue Spielplatz nur fünf Minuten entfernt seien zwar nicht ausschlaggebend, aber ein Grund dafür gewesen, sich für Höchst zu entscheiden. "Wir haben uns gesagt, das wäre doch ein toller Ort für den Kleinen", erinnert sich Josef.

Es lockt auch die Nähe zur SG Hoechst

Im April 2018 ist er mit seiner Frau und dem ersten Sohn von Bornheim nach Höchst gezogen; inzwischen ist der zweite Bub da. Der Stadtpark und der Spielplatz sind zu dem Anziehungspunkt geworden, als der sie sich abgezeichnet haben. "Manchmal komme ich mit dem Großen, und wir drehen eine Runde um den Weiher und über die schöne Brücke", erzählt der Stadtrat. Dann zieht es ihn auch mal zu einem Spiel der SG Hoechst: "Ich hab' lange gekickt", sagt er fast zur Entschuldigung; auch für die SG Hoechst Classique, so etwas wie die "Allstars" aus dem Stadtpark, hat er schon Stutzen und Fußballschuhe angezogen. SG-Altvater Heinz Knierim ist sein Nachbar - da habe man schon mal hin und wieder eine Einladung im Briefkasten, erzählt Josef. Sein Ältester finde das Fußballspiel zwar spannend, halte aber noch keine Halbzeit durch: "Da wird ein Eis dann doch interessanter."

Mit dem Laufrädchen packt der Ältere selbst die große Runde im Stadtpark, der immerhin vier Kilometer Wege und schattigen alten Bäumen hat. Der Kleinere ist anderthalb; mit ihm werden die Wege länger. Aber, und das freut den Planungsdezernenten, bei der Erneuerung des Höchster Stadtparks seien auch neue Bänke hinzugekommen. Der rund 14,6 Hektar große Stadtpark, zwischen 1908 und 1911 auf Initiative des früheren Höchster Bürgermeisters Viktor Palleske auf einem ehemaligen Sumpfgebiet nach Entwürfen des Gartenarchitekten Robert Waldecker und des Mönchengladbacher Gartenbaudirektors Felix Hartrath angelegt, ist in den vergangenen Jahren überarbeitet worden; ein Höhepunkt ist der überaus gelungene Spielplatz mit Kicker-Hartplatz und Streetball-Feld.

Alte Baumbestände machen den Charme des Parks aus, und auch Mike Josef ist von seinen an englische Parks erinnernde Sichtachsen begeistert: "Es gibt keine dunklen Ecken hier; und selbst, wenn viel los ist, ist es nicht so übervölkert wie etwa im Güntersburgpark."

Was fehlt, ist ein kleines Café

Zumindest gilt das, was die Menschen angeht: Kanada- und Nilgänse grasen indes in Scharen auf den Wiesen, zwei Schwäne putzen ihr Gefieder, Enten räkeln sich in der Sonne und behüten schnatternd ihre Küken. Die vierstrahlige Fontäne des rund 1900 Quadratmeter großen Weihers sorgt für ein sanftes Plätschern im Hintergrund. "Wasser an sich hat etwas Beruhigendes", sagt der Berufspolitiker, "und es gibt hier viel Schatten. Es ist einfach schön für Familien mit Kindern." Was ihm fehlt, das wäre ein Ort, "wo man auch mal einen Kaffee bekommt." Das für den Park zuständige Grünflächenamt, das ihm nicht untersteht, ist seit derzeit daran, die Möglichkeiten auszuloten. Früher gab es eine Gastronomie am Weiher - bis dann die GIs aus der McNair-Kaserne das Mobiliar zu oft im Weiher versenkten. Heute gibt es keinen Stress im Höchster Stadtpark, keine nächtlichen Partys und auch nicht übermäßig viel Müll, wie Mike Josef schon oft aufgefallen ist. Er blinzelt in die Sonne und sagt: "Es ist ein Platz zum Runterkommen." Holger Vonhof

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