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Frankfurt - Es ist eine ganz besondere Atmosphäre: Man sitzt im Auto, schaut einem Künstler auf der Bühne zu und hört ihn über die Boxen des eigenen Autoradios: Die neue "Stage Drive"-Kulturbühne der Jahrhunderthalle, eine Reaktion auf die Corona-Bestimmungen, hatte gestern Abend Premiere, und vor den Menschen in den rund 300 Autos auf dem östlichen Parkplatz der Jahrhunderthalle präsentierte der Autonarr und Oldtimer-Sammler Urban Priol sein Programm "Lockdown, Shutdown, Showdown", eine top-aktuelle kabarettistische Abrechnung mit dem, was uns alle derzeit bewegt. Die Premiere gestern war ausverkauft; das Programm ist heute Abend noch einmal zu sehen - unterstützt auch von dieser Zeitung.

Stage-Drive-Kulturbühne

In Höchst guckt das Publikum wie'n Auto

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Die Premiere an der Jahrhunderthalle ist gelungen. Gut 300 Autos rollten zur Show des Kabarettisten Urban Priol an. Bis Juli kommen viele Stars wie Bülent Ceylan und Deborah Sasson.

Frankfurt -Es ist eine ganz besondere Atmosphäre: Man sitzt im Auto, schaut einem Künstler auf der Bühne zu und hört ihn über die Boxen des eigenen Autoradios: Die neue "Stage Drive"-Kulturbühne der Jahrhunderthalle, eine Reaktion auf die Corona-Bestimmungen, hatte gestern Abend Premiere, und vor den Menschen in den rund 300 Autos auf dem östlichen Parkplatz der Jahrhunderthalle präsentierte der Autonarr und Oldtimer-Sammler Urban Priol sein Programm "Lockdown, Shutdown, Showdown", eine top-aktuelle kabarettistische Abrechnung mit dem, was uns alle derzeit bewegt. Die Premiere gestern war ausverkauft; das Programm ist heute Abend noch einmal zu sehen - unterstützt auch von dieser Zeitung.

Wie applaudiert man, wenn man im Auto sitzt? Hupen stört doch sehr. Findige Köpfe haben es vor anderen Auto-Bühnen der Republik vorgemacht: Man stellt vor der Show seine Scheibenwischer aus, wie als wolle man die Windschutzscheibe reinigen, und kann dann während der Vorstellung auf Knopfdruck winken. Die alte Kabarett-Idee des "Scheibenwischers", vom unvergessenen Dieter Hildebrandt begründet, bekommt so einen ganz neuen Twist.

Heute Abend um 20 Uhr ist der Aschaffenburger Urban Priol noch einmal auf der "Stage Drive"-Kulturbühne zu erleben, und der morgige Abend gehört dem Magier Nicolai Friedrich. Am Montag, 25. Mai, gibt Willy Astor den "Jäger des verlorenen Satzes", und am Mittwoch kommt Deutschlands bekannteste Altautohändlerin Panagiota Petridou mit "Wer bremst, verliert". Am 29., 30. und 31. Mai spielt der Mannheimer Komiker Bülent Ceylan sein "Open hAir", und am Montag, 1. Juni, heißt es bei Bastian Bielendorfer und Reinhard Remford "Alliteration am Arsch". Florian Schröder ruft am 2. Juni den "Ausnahmezustand" aus, das "Kikeriki-Theater" aus Darmstadt spielt am 3. Juni "Siegfrieds Nibelungenentzündung", und "Eure Mütter" kommen am 4. Juni zu einem "Autokino-Spezial". Der 5. und 6. Juni gehören Mademoiselle Nicolette, für 10. Juni hat Michael Mittermeier zugesagt, am Freitag, 12. Juni, sollte keiner die "Alles 90er Auto Disco" verpassen.

Wirr im und auf dem Kopf präsentiert sich Konrad Stöckel am 13. Juni mit "Wenn's stinkt und kracht, ist's Wissenschaft"; Rolf Miller kommt am 17. Juni, und Erkan & Stefan aus München haben sich den 18. Juni ausgesucht. Ingo Appelt ist am 19. Juni dran, gefolgt von "Nightwash Live" am 21. Juni. "Dahin, wo es wehtut" geht Arnd Zeigler mit "Zeiglers wunderbarer Welt des Fußballs" am 23. Juni; Hannes Ringlstetter kommt am 24. Juni, die "Rodgau Monotones" bereiten sich am 26. Juni auf die Rubinhochzeit vor, und derzeit letzter Programmpunkt ist am 5. Juli Deborah Sasson "unplugged". Allerdings ändert sich das derzeit täglich: Die Leitungen glühen, das Jahrhunderthallen-Team kann immer mehr Künstler von dem Konzept überzeugen.

Angelehnt an die Idee der klassischen Autokinos und angepasst an die Corona-bedingten Einschränkungen im Kulturbetrieb, hat die Jahrhunderthalle innerhalb weniger Wochen ein Unterhaltungskonzept einschließlich Programm auf die Beine gestellt, das es bis dato in dieser Form noch nicht gegeben hat. Die zehn mal acht Meter große Bühne wird an beiden Seiten von stattlichen 50-Quadratmeter-LED-Panels flankiert, so dass jeder alles sieht. Der Ton wird über eine UKW-Frequenz direkt in die Autoradios übertragen. Die Kombination aus Autokino und Live-Entertainment ist ein Produkt der aktuellen Krisenzeit und ermöglicht einer in Zwangspause geschickten Branche, Kultur und Live-Entertainment trotzdem erlebbar zu machen. Als Basis sorgt ein Sicherheits- und Hygiene-Konzept für einen völlig risikofreien und "kontaktlosen" Ablauf für die Besucher. So werden über den Sommer hinweg durch die "Stage Drive" zumindest einige Arbeitsplätze im Kulturbetrieb gesichert. Die Bühne kann übrigens auch für eigene Veranstaltungen gemietet werden.

Infos zur Stage Drive

Unter www.stage-drive.com

https://www.facebook.com/Jahrhunderthalle/

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