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Derzeit wird an Bahnsteig 3 gebaut. Er bekommt einen Aufzug. Dabei wird schweres Gerät eingesetzt. Foto: Reuß

Umbau des Höchster Bahnhofs

Der Höchster Bahnhof liegt voll im Zeitplan

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Seit Mai vergangenen Jahres läuft der Umbau des Höchster Bahnhofs. Der erste Aufzug kann voraussichtlich in einigen Wochen in Betrieb genommen werden.

Seit zehn Monaten ist der Höchster Bahnhof eine Baustelle: Die Verkehrsstation wird für rund 13 Millionen Euro modernisiert und barrierefrei umgebaut. Im Mittelpunkt steht dabei der Einbau von Aufzügen für die Bahnsteige 1, 2, 3, 5 und 6. Der Bahnsteig 4 ist üblicherweise stillgelegt und wird nicht genutzt. Die Arbeiten schreiten gut voran: Die Aufzüge der Bahnsteige 1 und 2 sind bereits eingebaut. „Der erste Aufzug wird in einigen Wochen in Betrieb gehen können“, sagt Uwe Hassenzahl, Projektleiter der Deutschen Bahn für den Umbau in Höchst.

Die Arbeiten lägen zeitlich im Soll, sagt Hassenzahl: Im Februar 2016 soll alles abgeschlossen sein. Dazu gehört außer dem Einbau der Aufzüge auch die Anhebung der Bahnsteige auf 76 Zentimeter Höhe ab Schienenoberkante, die Sanierung der Unterführung und der Treppen, die Erneuerung der Beleuchtung und der Einbau taktiler Elemente, also Riffelungen, an denen sich Sehbehinderte mit ihrem Taststock orientieren können.

In einem Punkt wird die Bahn nachbessern: Ursprünglich war vorgesehen gewesen, die Bahnsteigdächer zu sanieren. „Es hat sich dann gezeigt, dass wir sie komplett neu bauen müssen“, sagt Hassenzahl. Derzeit stehen auf den Bahnsteigen 1 und 2 nur verkürzte Dächer über den Treppenaufgängen. „Die Bahnsteigdächer werden in den ursprünglichen Ausmaßen wieder hergestellt“, sagt Hassenzahl. Das werde im Anschluss an die Umbauarbeiten auf den Bahnsteigen geschehen, und zwar voraussichtlich von Februar bis Oktober 2016. So lange stehen auf den Bahnsteigen Container als provisorischer Wetterschutz.

Derzeit ist Bahnsteig 3 in Arbeit; 5 und 6 sollen noch auf 76 Zentimeter angehoben werden. Allerdings wird es auch dann noch Höhenunterschiede beim Einstieg in die verschiedenen Zugtypen von S- und Regionalbahn geben. Das liege daran, dass die Einstiegshöhe seitens der Zughersteller nicht normiert sei, so Hassenzahl. In den S-Bahnen gibt es dafür ausfahrbare Rampen. Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte schon vor dem Umbau kritisiert, dass der Einstieg nicht ohne Höhenunterschiede möglich sei, und als Alternative vorgeschlagen, die Verkehre von S-Bahn und Regionalzügen auf unterschiedliche Bahnsteige zu verteilen, die dann jeweils an die genaue Einstiegshöhe angepasst werden könnten. Das war jedoch daran gescheitert, dass dann zusätzliche Weichen hätten eingebaut werden müssen, was die Kosten des Bahnhofsumbaus immens in die Höhe getrieben hätte (wir berichteten). „Selbst die unterschiedlichen Regionalbahnen haben unterschiedliche Einstiegshöhen“, sagt dazu ein Bahnsprecher. Die 76 Zentimeter Bahnsteigshöhe seien ein Standard, der von der Bahn europaweit angewandt werde.

Wo die Aufzüge bereits eingebaut sind, kann man sehen, wie das Problem mit der Treppe gelöst wurde: Die Aufzüge befinden sich jeweils am westlichen Aufgang zu den Bahnsteigen; die Treppe wird ypsilonförmig um die Stahl-Glas-Kästen der Aufzüge herumgeführt. Die östlichen Treppenaufgänge bleiben in ihrer bisherigen Breite erhalten. Hier werden auch, wie in der Unterführung, denkmalpflegerische Komponenten beachtet: Die Handläufe werden nach dem historischen Vorbild wiederhergestellt. Unter Denkmalschutz stehen auch die Fliesen der Bahnhofsunterführung mit ihren dunkelgrünen Bordüren.

Am Nordausgang des Bahnhofs werden die Stufen zum Bahnhofsvorplatz einer sanften Rampe weichen. Weil die Bahnsteige zum Teil sehr schmal sind, warnt ein Schild Rollstuhlfahrer vor dem verengten Bereich, der zu den Aufzügen führt. Das seien jedoch keine Verbotsschilder: Es gehe darum, Rollstuhlfahrer für die Gefahr zu sensibilisieren, die sich ergeben könne, wenn dort Menschen stehen und gerade ein Zug ein- oder ausfährt, sagt Hartmut Schwarz, seit 1. Januar Bahnhofsmanger für den Hauptbahnhof, den Höchster Bahnhof und 107 andere Stationen.

Im Anschluss an den Umbau der Bahnsteige und der Unterführung soll im kommenden Jahr auch das Empfangsgebäude in Angriff genommen werden. Zuständig dort sei dann DB Station & Service, so Hassenzahl.

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