Eine Frau lässt sich im "Impf-Express" ihre Erstimpfung gegen Corona spritzen. Die beiden Trams fahren noch bis Sonntag.
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Eine Frau lässt sich im "Impf-Express" ihre Erstimpfung gegen Corona spritzen. Die beiden Trams fahren noch bis Sonntag.

Covid-19

Inzidenz in Frankfurt steigt: Experten haben düstere Corona-Prognose

  • Sarah Bernhard
    VonSarah Bernhard
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Die aktuell hohen Corona-Fallzahlen sorgen in Frankfurt noch nicht für Nervosität, doch Experten befürchten einen weiteren Anstieg.

Frankfurt - Seit Ende der Herbstferien liegt die Corona-Inzidenz in Frankfurt wieder über 100, fast täglich stieg sie seitdem weiter und erreichte mit 185,1 am Donnerstag (04.11.2021) ihren vorläufigen Höchststand. Das ist zwar noch weit entfernt vom Frankfurter Allzeit-Hoch vom 9. November 2020, als die Sieben-Tage-Inzidenz bei 291,3 Fällen pro 100.000 Einwohnern lag. Dennoch rechnet das städtische Gesundheitsamt damit, dass die Zahlen in den nächsten Wochen weiter steigen werden.

Gründe dafür sind neben den Ansteckungen in Schulen, dass sich Menschen wieder verstärkt in Innenräumen aufhalten sowie der Einfluss von Lockerungen und verminderten Schutzmaßnahmen. Auch die Zahl der Corona-Toten stieg in dieser Woche ungewöhnlich deutlich: In den vergangenen sieben Tagen starben in Frankfurt acht Menschen an den Folgen der Virusinfektion. Im gleichen Zeitraum davor waren es drei, nochmals eine Woche vorher kein einziger. Weiterhin sind die Personen, die am Virus sterben, in den meisten Fällen über 80 Jahre alt.

Frankfurt: Grippesaison könnte Corona-Lage schnell verändern

Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten: Noch hat sich die gestiegene Inzidenz nicht wesentlich auf die Bettenauslastung der Frankfurter Kliniken ausgewirkt: "Aufgrund vieler vollständig Geimpfter und dadurch milderer Krankheitsverläufe ist bisher die Bettenauslastung noch nicht dramatisch", sagt Wiebke Reimann, Sprecherin des Gesundheitsamts, auf Nachfrage. 32 Coronafälle wurden gestern auf den zwölf Frankfurter Intensivstationen behandelt, davon wurden 16 künstlich beatmet. Durchschnittlich wurden in den vergangenen zwei Monaten täglich 27 Intensivbetten für Corona-Patienten gebraucht, im vergangenen halben Jahr lag der Durchschnitt bei 26 Patienten.

Jedoch könne sich auch hier die Situation schnell verändern, sagt Reimann. "Die Grippesaison steht vor der Tür und auch alle anderen Erkrankungen und Unfälle, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen, werden Betten benötigen."

Coronalage: Rückverfolgung funktioniert in Frankfurt - aber nur mit massiver Unterstützung

Gute Nachrichten gibt es aus dem Gesundheitsamt selbst: Zwar sei die Rückverfolgung der Fälle "für alle Mitarbeitenden eine große Herausforderung und Belastung". Doch sei sie bei den aktuellen Zahlen und dank Unterstützung von studentischen Hilfen sowie 21 Bundeswehrsoldaten "noch zu bewältigen".

Besondere Maßnahmen, um die Inzidenz zu senken, plant das Gesundheitsamt nicht, man richte sich nach der hessischen Corona-Schutzverordnung. Die Landesregierung in Hessen hat diese am Mittwoch (03.11.2021) so angepasst, dass unter anderem ungeimpfte Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen täglich einen Test machen müssen. Die Besucher von Heimen und Krankenhäusern müssen künftig die Möglichkeit bekommen, sich kostenlos testen zu lassen.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) betonte angesichts der steigenden Inzidenz, wie wichtig es sei, sich impfen zu lassen: "Der weit überwiegende Teil der Menschen auf den Intensivstationen ist nicht geimpft, dies zeigt immer wieder den Nutzen und den hohen Schutz der Impfung auf."

Corona-Impfung in Frankfurt: Kostenlos in S- und U-Bahn-Station Hauptwache

Auch hier kann Reimann eine gute Nachricht verkünden: Der "Impf-Express", zwei Trams, die seit knapp zwei Wochen durch Frankfurt fahren, seien "ein voller Erfolg": Über 100 Personen ließen sich dort täglich kostenlos und ohne Termin impfen, mittlerweile insgesamt über 1200.

Der Sonderaktion, die Sonntag (07.11.2021) endet, folgt ab Montag gleich eine neue: An Wochentagen zwischen 8 und 19 Uhr kann man sich dann in der B-Ebene der Hauptwache gegen Corona impfen lassen. Ein Termin ist auch hier nicht nötig, man muss nicht einmal in Frankfurt wohnen. Diese Impfaktion läuft bis Ende des Jahres. (Sarah Bernhard)

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