Seit über 100 Jahren zählt Eistee zu den beliebtesten Getränken im Sommer. Die leckere Abkühlung kann sich jeder ganz einfach zu Hause zubereiten. Tea Tasterin Sandra Nikolei zeigt, wie?s geht.
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Seit über 100 Jahren zählt Eistee zu den beliebtesten Getränken im Sommer. Die leckere Abkühlung kann sich jeder ganz einfach zu Hause zubereiten. Tea Tasterin Sandra Nikolei zeigt, wie?s geht.

Wollgeschäft, Honigstand und Skiverleih

Hohe Temperaturen hinterlassen tiefe Spuren bei manchen Händlern

Während sich Freibäder und Eisdielen über das heiße Sommerwetter und den damit verbundenen Umsatz freuen, gibt es einige Geschäfte in Frankfurt, denen die Hitze Sorgen bereitet. Meist haben sie vermeintlich klassische Winterartikel im Angebot. Da heißt es kreativ sein.

Der Teehändler Ronnefeldt gehört zu den Firmen, die schon vor Jahren ein eigenes Konzept für den Sommer entwickelt haben. Zusätzlich zu den traditionellen Teesorten werden längst Kreationen vertrieben, die man als Eistee genießen kann.

Jedes Jahr bietet das Unternehmen neue Eisteesorten an, die bei den Kunden auch enorm gefragt sind. Die begehrtesten werden teilweise auch ins Dauersortiment aufgenommen. „Man kann aber jeden anderen Tee auch kalt genießen“, sagt Jutta Tarlan, Kommunikationschefin von Ronnefeldt. „Dafür nimmt man einfach die doppelte Menge des Tees, kocht ihn auf und schockt ihn dann mit Eiswürfeln“. Dadurch entstehe ein ganz besonderes Aroma – die selbst gebrühten Eistees seien mindestens genauso erfrischend und um einiges gesünder, als die gekauften Fertigeistees, verspricht Tarlan. 

Abwechslung im Eistee

„Wer ein wenig Abwechslung in seinem Eistee wünscht, dem empfiehlt Tea Tasterin Sandra Nikolei,  den Tee mit Sirup oder Säften zu mischen. „Zu einem schwarzen Tee passt Zitronensaft sehr gut, bei rotem Früchtetee kann man prima gefrorene Himbeeren dazu mischen, aber da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt“, so Nikolei. Auch der Genuss von warmen Tee tue dem Körper richtig gut. „Die Beduinen trinken ja nicht umsonst den warmen Tee“, erklärt Nikolei. So werde die Differenz zwischen Körper- und Außentemperatur reduziert."

Auch morgendliche Routine ändere sich bei Hitze nicht, insofern fürchte das Unternehmen den Sommer nicht, so Nikolei. Inhaber Jan-Berend Holzapfel bereitet das Sommergeschäft keine Sorgen. „Für viele ist Tee natürlich nach wie vor ein Saisongetränk. Aber durch den Trend zu gesünderen Ernährung und dank unserer Eistees gleicht sich das für uns ganz gut aus.“

Einfallsreiche Alternativen

Auch Daniela Rosskopf sieht den Sommer gelassen, sie arbeitet in einem Frankfurter Wollgeschäft in der Töngesgasse. Ein bisschen ruhiger sei es schon, denn für viele beginne die Stricksaison erst im Herbst. Wer das Hobby aber ernsthaft verfolge, bleibe das ganze Jahr dabei. „Außerdem gibt es ja nicht nur Socken und Schals“, verrät Rosskopf. Aktuelle Trends werden zweimal jährlich in einem Prospekt des Unternehmens veröffentlicht. Aktuell sei auch das Sticken wieder in Mode. Ebenso könne man aus Wolle kleine Tierchen häkeln. „Manche denken auch jetzt schon an Weihnachten“ – und Touristen kämen ebenfalls häufig in den Laden, „wenn Auswärtige kommen, nehmen sie oft größere Mengen für zuhause mit“.

Das Saunawerk im Frankfurter Nordend hat durch die heißen Temperaturen ebenfalls weniger Kunden. Das sei im Sommer ganz normal, findet Denis Amrhein. „Die Stammkunden kommen natürlich weiterhin“, erklärt er. Immerhin sei wissenschaftlich erwiesen, dass der regelmäßige Besuch der Sauna gerade im Hochsommer gesundheitsfördernd wirke. Aber auch Neukunden fänden im Sommer ihren Weg in die Sauna. „Insgesamt ist das ausgeglichen, wenn man das ganze Jahr betrachtet.“

Nayat Boukamza arbeitet in der Chocolaterie Bitter & Zart in der Altstadt. Sie weiß, „den Frankfurtern vergeht auch bei Hitze nicht der Appetit auf Schokolade“. Etwas geringer sei die Nachfrage schon, aber dank Isolierpapier könnten Pralinen sicher vor der Hitze nach Hause transportiert werden. Darüber hinaus biete der Laden Alternativen zur Schokolade an, Gebäck und Marshmallows seien dabei besonders gefragt.

Den Naxos Kinos im Frankfurter Osten kann die Hitze die Laune nicht verderben. „Wir haben zwar leider keine Klimaanlage“, verrät Vorstand Gerd Becker, „aber wenn jemand sich für den Dokumentarfilm interessiert, kommt der trotz der Hitze.“ Um den Besuchern ein wenig entgegenzukommen, habe man sich aber entschieden, die Filmbesprechungen im Anschluss an die Vorstellungen nach draußen zu verlegen.

Die Kunden bleiben aus

Der kleine Ski-Shop von Helmut Kuhnis in Sachsenhausen ist bei über 30 Grad nicht unbedingt Anlaufpunkt der Massen. „Da kommen vielleicht zwei Kunden im Monat“, sagt Kuhnis. Deshalb sei der Laden auch im Sommer geschlossen – er selbst sei aber für Kunden immer erreichbar. Außerhalb der Skisaison bringe neben der Reparatur von Skiern seine Schreinerei den Hauptverdienst. Dass Skier im Sommer wenig gefragt seien, „ist ja kein Geheimnis“, sagt Kuhnis.

Ziemlich leer ist es vor Klaus-Dieter Kletters Stand auf dem Markt an der Konstabler. Kletter verkauft Honig und an dem hat im Sommer kaum jemand Interesse. „Es ist einfach zu warm“, deshalb blieben die Kunden aus, so der Imker. Warum Kletter dann trotzdem regelmäßig seinen Stand aufbaut? „Das bin ich meinen Stammkunden schuldig“, findet er. „Die Kunden sind treu, also bin ich das auch!“ Lohnen würde sich der Verkauf an so heißen Tagen aber nicht wirklich.

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