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Oft geflickt und mit vielen Löchern versehen: Die Wilhelmshöher Straße ist seit Jahren eine Holperstrecke.

Wilhelmshöfer Straße in Seckbach

Holperstrecke wird endlich saniert

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Die dringend nötige Grundsanierung der Wilhelmshöher Straße könnte 2019 beginnen. Dazu muss die Stadt aber mehr als 30 kleine Grundstücksteile kaufen.

Seit vielen Jahren, so Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD), fordere der Ortsbeirat 11 eine grundhafte Sanierung der Wilhelmshöher Straße, der Hauptverkehrsader Seckbachs. Nun stellte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) dem Stadtteilparlament die überarbeitete Vorplanung vor. Die Bagger rollen frühestens 2019. Ein Stolperstein ist dabei: Die Stadt muss mehr als 30 Eigentümern Parzellen abkaufen, die in die öffentliche Fläche hineinragen.

Alleine auf Höhe des Abzweigs der Straße Im Trieb sind auf 100 Metern Straßenlänge elf Flächen betroffen, von einem Quadratmeter bis zu 38 Quadratmetern Größe. „Wir haben zwar ein Wegerecht und dürfen die Flächen nutzen. Aber ohne Erlaubnis der Eigentümer dürfen wir nicht umbauen“, so Majer. Damit der Erwerb der Flächen parallel zur weiteren Planung erfolgen kann, bittet er alle Grundstückseigentümer, an die Stadt zu verkaufen.

Eine Bitte, die nicht von ungefähr kommt, wie die Sanierung der Heerstraße zwischen Ludwig-Landmann-Straße und Sandplackenstraße zeigt: Dort versuchte die Stadt von 2002 an, acht Grundstückseigentümern Teile ihrer Vorgärten abzukaufen. Weil das teilweise vergeblich war, betrieb die Stadt von 2010 an die Enteignung. Seit Juni 2013 wird gebaut.

Die Sanierung der Wilhelmshöher Straße betrifft fast die komplette Ortsdurchfahrt, von der Arolser Straße im Westen bis zum Seckbacher Blitzweg im Osten – auf einer Länge von 1,3 Kilometern, wie Michael Wejwoda vom Amt für Straßenbau und Erschließung erklärt. Dabei werden nicht nur die Beläge von Fahrbahn und Gehwegen erneuert: Die grundhafte Sanierung bedeutet, dass der Unterbau erneuert wird. Dafür wird die Straße mehrere Meter tief ausgebaggert.

Diese Gelegenheit nutzt die Stadt, um die Flächen an einigen Stellen neu zu ordnen. Vor allem die oft schmalen Gehwege werden verbreitert, in der Regel auf mindestens eineinhalb Meter. Nicht verhindern lasse sich, dass die Gehwege an einigen Stellen auch künftig nur 1,15 Meter schmal sind, so Wejwoda. Für Kinderwagen und Rollatoren reiche das – aber nicht, wenn sich zwei Gefährte entgegenkommen.

Das sei an manchen Stellen nötig, weil die Busse der Linien 38 und 43 die Wilhelmshöher Straße nutzen. Den breiteren westlichen Teil befahren täglich 389 Busse, den Ostteil 261 Busse. „Damit die Busse aneinander vorbeikommen, muss die Fahrbahn 5,70 Meter breit sein.“ Meist werde dies eingehalten, an einigen Stellen sei die Straße aber schmaler. Damit die Autofahrer den Fußgängern nicht zu nahe kommen, werde nicht die komplette Fahrbahn markiert: Wo möglich, sollen 60 Zentimeter breite Pflasterstreifen am Fahrbahnrand die Autofahrer anhalten, in der Mitte zu fahren.

Der Ortsbeirat stimmte dem Vorschlag der Planer zu, den Abzweig zur Straße Im Trieb zu einem Mini-Kreisverkehr umzubauen. Der Vorteil sei, dass der Verkehr auf der Wilhelmshöher Straße ausgebremst werde, argumentiert Majer: Wer im Kreisel ist, hat Vorfahrt. „Außerdem bekommen wir so an allen drei Ausfahrten zusätzliche Zebrastreifen, wie bei jedem Kreisverkehr.“ Dadurch gebe es zwei neue sichere Querungsmöglichkeiten über die Wilhelmshöher Straße.

Die zweite große Veränderung ist die Umgestaltung der Kreuzung mit Lohrgasse und Leonhardsgasse. Hier soll die Straße zu einem Platz aufgeweitet werden, über den die Straße geführt wird. Auch das soll für mehr Sicherheit und eine bessere Querungsmöglichkeit für Fußgänger sorgen.

(hau)

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