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Eine Frau will den Streit zwischen ihrem Ehemann und einem anderem Mann beenden (Symbolbild)

Prozess

Aus "Nothilfe": Frau schlägt Mann Bierflasche über den Kopf 

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Um einen Streit zwischen ihrem Mann und einem anderen Mann zu beenden, griff eine Frau zu einem ziemlich radikalen Mittel: zur Bierflasche. Dafür musste sie sich jetzt vor Gericht verantworten.

Bad Homburg - Am 15. September vergangenen Jahres, gegen 0.25 Uhr, kam es vor der Bushaltestelle am Bad Homburger Rathaus zu ziemlichen Handgreiflichkeiten. Da schlug nämlich eine 38 Jahre alte Frau aus Friedrichsdorf einem 23-jährigen Bad Homburger ohne Ankündigung eine fast gefüllte Bierflasche auf den Kopf. Die Flasche zerbrach, der junge Mann musste mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus. Dort wurde die Platzwunde genäht. "Ich habe mich dann selbst entlassen", sagte er nun im Gericht, vor dem sich die verheiratete,38 Jahre alte Frau wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten muss.

Wie heftig die Angeklagte damals zugeschlagen hatte, wurde daraus ersichtlich, dass der junge Mann, der als Möbelpacker tätig ist, anschließend zwei Wochen krankgeschrieben wurde. "Ich hatte aber auch danach noch Kopfschmerzen", trug er in der Verhandlung vor.

Der Schlag soll aus Nothilfe geschehen sein

Die Angeklagte und ihr Anwalt räumten bei Gericht den Schlag mit der Flasche ein. Das sei aber in "Nothilfe" geschehen, ergänzte der Verteidiger das Geständnis. Laut Schilderung der Angeklagten, die auch später der Ehemann (43) als Zeuge bestätigte, kannten Täterin und Ehemann das Opfer. Früher sei man gut mit einander ausgekommen, sagten beide. Doch das Verhältnis trübte sich später. Warum? Blieb ungesagt. Man sei sich aus dem Weg gegangen.

Aber an diesem späten Abend trafen der Ehemann und das 20 Jahre jüngere Opfer zufällig aufeinander. Offenbar hatten alle schon dem Alkohol zugesprochen. Zwischen Ehemann und Opfer kam es dann laut Zeugen zu einer lautstarken verbalen Auseinandersetzung. Die wurde von der Ehefrau - der jetzigen Angeklagten - abrupt mit dem Flaschenschlag beendet. Das Opfer fiel zu Boden, Täterin und Ehemann entfernten sich vor Eintreffen von Krankenwagen und Polizei schnellstens.

In der Verhandlung begründete die Angeklagte ihren Schlag mit der Flasche. Sie habe gesehen, dass der 23-Jährige ein kleines silbernes Messer in der rechten Hand gehalten und ihrem Ehemann damit gedroht habe. Deswegen sei laut Anwalt die "Nothilfe" erfolgt. Vom Tatort hätten sie sich deshalb schleunigst entfernt, weil der 23-Jährige gedroht habe, er werde nun seine Kumpels verständigen. Der Ehemann bestätigte die Aussagen seiner Ehefrau bezüglich der Bedrohung mit dem silbernen Messer .

Verhandlung konnte nicht zu Ende geführt werden

Im Gegensatz hierzu standen die Aussagen des Opfers und mehrerer Zeugen. Der 23-Jährige versicherte im Gericht, dass er zu keiner Zeit ein Messer mitgeführt habe. Die Zeugen sagten ebenfalls, dass das Opfer kein Messer dabei hatte. "Davon war auch nach der Tat nie die Rede", ergänzte eine Zeugin.

Die Verhandlung konnte nicht zu Ende geführt werden, da die Richterin noch zwei weitere Zeugen anhören will. Sieht das Gericht nach Abschluss der Beweisaufnahme die Angeklagte der gefährlichen Körperverletzung überführt, so hätte sie laut Gesetz mit mindestens sechs Monaten Freiheitsstrafe zu rechnen. 

Darüber hinaus dürften auch noch zivilrechtliche Forderungen auf die Angeklagte hinzukommen, da das Opfer hiermit einen Anwalt beauftragt hat. Die Verhandlung wird am 19. September fortgesetzt.

Kronberg plant, auf dem Areal des Park-and-Ride-Platzes am Campus Kronberg ein fünfgeschossiges Parkhaus zu bauen, das 300 Autos Platz bietet. In Frankfurt ist ein junger Mann von drei unbekannten Männern angegriffen und geschlagen worden. Anschließend warfen ihn die Täter in den Fluss.

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