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Zwei Männer schneiden nach ihrer Eheschließung eine Hochzeitstorte an. Viele fordern jetzt auch die Erlaubnis zur Segnung homosexueller Paare.

Ehe für alle

Homosexuelle könnten Segen erhalten

Die „Ehe für alle“ sorgt nach wie vor für große Diskussionen. Der katholische Stadtdekan Johannes zu Eltz sieht auch für seine Kirche eine Möglichkeit, homosexuelle Paare zu segnen.

Bei Segnungen homosexueller Paare könnte die katholische Kirche nach den Worten des Frankfurter Stadtdekans Johannes zu Eltz Positionen der evangelischen Kirche übernehmen. Für „Partnerschaften, die nach sakramentalem Verständnis keine Ehe sind, kann man das evangelische Verständnis anwenden“, sagte er am Donnerstagabend in Frankfurt während einer Diskussionsveranstaltung über die „Ehe für alle“ von „Evangelischer Sonntagszeitung“, Evangelischer Stadtakademie und dem Haus am Dom.

Nach evangelischem Verständnis verheirate man Paare überhaupt nicht, erläuterte Annegret Puttkammer, die Pröpstin für Nord-Nassau der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Das mache die Standesbeamtin. „Wir segnen zwei, die sich lieben“, sagte Puttkammer. Das sei nicht allein auf Verbindungen zwischen Mann und Frau begrenzt.

Der Ehebegriff nach katholischem Verständnis umfasse erstens das Wohl der Gatten und zweitens die prinzipielle Möglichkeit, Kinder zu zeugen, sagte zu Eltz. Daher könne sich die katholische Kirche die Bezeichnung „Ehe“ für gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht vorstellen. „Aber der Umkehrschluss, dass alles, was diesem Verständnis nicht entspricht, des Teufels und böse ist, ist nicht biblisch“, betonte er und wiederholte seine Forderung, dass seine Kirche Segnungen homosexueller Paare zulassen solle. Katholische Priester dürften das jedoch nur tun, wenn die Bischöfe das erlaubten. Dieser Weg sei der „Kern des Katholischen“.

Zu Eltz und Puttkammer wiesen Kritik zurück, wonach ihre Haltungen den Worten Jesu und des Apostels Paulus widersprächen. Von Jesus sei ihm keine einzige Aussage zu Homosexualität bekannt, sagte der Stadtdekan. Paulus hingegen habe gleichgeschlechtliche Liebe zwar als wider die Natur bezeichnet, erwiderte die Pröpstin, aber gemeint habe er damit, dass sie wider die Kultur sei.

Beide sprachen sich auch dagegen aus, die „Ehe für alle“ für mehr als zwei Partner oder für Verbindungen zwischen Bruder und Schwester oder zwischen Mensch und Tier zu öffnen. Niemand fordere solche Öffnungen ernsthaft, zudem wäre das ein Verstoß gegen geltendes Recht.

(epd)

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