Bauingenieur

Horst Amann kümmert sich nun um die Regionaltangente West

Die Planungsgesellschaft der Bahnstrecke Regionaltangente West hat einen neuen Geschäftsführer. Horst Amann war zuvor bei der Fraport AG für den Bau der Landebahn Nordwest und des Terminals 3 zuständig. Nun knüpft der Bauingenieur an seine Erfahrungen bei der Bahn an.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) preist die Personalie in höchsten Tönen an. Mit der Bestellung eines „Hochkaräters“ zum neuen Geschäftsführer der Bahnplanungsgesellschaft RTW (Regionaltangente West) bekennen sich die Gesellschafter, „insbesondere aber das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und der RMV eindeutig zu der Bedeutung des Projektes“, lässt sich Aufsichtsratschef Oesterling in einer Pressemitteilung zitieren. Der Hochkaräter ist Horst Amann, 64-jähriger Bauingenieur aus Roßdorf bei Darmstadt. Er tritt die Nachfolge des langjährigen RTW-Chefs Rolf Valussi an, der in den Ruhestand geht.

Horst Amann ist in Frankfurt kein Unbekannter. Er war beim Flughafenbetreiber Fraport AG für zwei politisch umstrittene Neubauprojekte zuständig: die Landebahn Nordwest und das Terminal 3. Dazwischen war er in Berlin, wo er als Technikchef die Dauerbaustelle Hauptstadtflughafen retten sollte, sich aber mit seinem damaligen Chef Hartmut Mehdorn anlegte, weshalb er bald wieder nach Frankfurt zurückkehrte.

Über dieses Zwischenspiel will Amann nicht mehr reden. „Berlin ist weit weg“, sagt er nur. Wobei sein neuer Chef in Frankfurt den Widerstandsgeist des Ingenieurs ausdrücklich lobt: Dass Amann bei seiner Tätigkeit für den Berliner Flughafen andere Auffassungen vertreten habe als Mehdorn, sehe er „als zusätzliches Qualifikationsmerkmal“, heißt es in Oesterlings Pressemitteilung.

Mit der planerischen Verantwortung für die Regionaltangente Nord übernimmt Amann ein Großprojekt, das den Nahverkehr im Rhein-Main-Gebiet verbessern soll. Durch die neue Regionalstadtbahn-Strecke soll eine direkte Verbindung zwischen dem Hochtaunuskreis, dem Main-Taunus-Kreis, Frankfurt-Höchst, dem Flughafen und dem Kreis Offenbach entstehen. Amann sieht darin ein „hochinteressantes Projekt“, mit dem er an seine früheren Berufserfahrungen anknüpfen könne. Denn vor seiner Zeit als Flughafenplaner arbeitete er 16 Jahre lang bei der Deutschen Bahn, zuletzt als Projektleiter der Neubaustrecke Frankfurt–Köln, zu der auch der Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen gehörte. 1997 wechselte er zur Fraport.

Die Entscheidung, den Flughafenbetreiber zu verlassen, sei unabhängig von seinem neuen Job gefallen, sagt Amann. „Ich habe meine Tätigkeit dort beendet, ohne zu wissen, wie es weitergeht.“ Erst danach habe er erfahren, dass für die Regionaltangente West ein neuer Chefplaner gesucht werde. Seinen Flughafen-Abschied begründet Amann damit, dass die Planung des Terminals 3 so weit fortgeschritten sei, dass ein Wechsel problemlos möglich ist.

Reizt es Horst Amann, der als selbstbewusst und durchsetzungsstark gilt, mit der Regionalbahnstrecke ein neues Projekt zu übernehmen, bei dem durchaus auch mit Gegenwind aus Politik und Bürgerschaft zu rechnen ist? „Mir geht es um spannende Projekte, nicht um den Gegenwind“, sagt er dazu, „aber ich bin ein Mann klarer Worte. Und wer seinen Job gut macht, der muss auch Konflikte lösen.“

Horst Amanns Vorgänger, Rolf Valussi, der die Regionaltangente West entscheidend vorangebracht hat, zeigt sich auf Anfrage der FNP sehr zufrieden mit der gestern bekannt gegebenen Personalentscheidung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung. „Ich persönlich bin sehr froh, dass die Wahl auf einen absoluten Profi gefallen ist, der große Projekte geleitet hat.“

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