Dem Fußball tief verbunden: Horst Menje
+
Dem Fußball tief verbunden: Horst Menje

Germania Enkheim

Horst Menje: Sportlicher Leiter eines besonderen Vereins

Seit 52 Jahren ist Horst Menje im Amateurfußball aktiv – erst auf und später neben dem Platz. Seine Erfahrung soll jetzt mithelfen, dem Frankfurter Gruppenligisten Germania Enkheim den Klassenerhalt zu sichern.

„Wir gehen hinsichtlich der Trainingsarbeit neue Wege“, erzählt Menje, der als Sportlicher Leiter beim Traditionsverein tätig ist. Nach dem Rücktritt von Trainer Andreas Pelka soll nun ein Team von fünf erfahrenen, langjährigen Enkheimer Fußballern den Erfolg bringen. Simon Winkler, Philipp Halbow, Tihomir Tomic, Chris Brunnacker und Felix Lange sollen es richten. Sie kickten in der Vergangenheit in der Ersten Mannschaft und sind nahe dran in der Mannschaft. „Sie kennen den Laden“, unterstreicht Menje und fügt noch hinzu: „Wir trainieren wieder seit dem 14. Januar. Unsere Coaches machen ein super Training, die Mannschaft ist begeistert.“

Nachdem in der jüngsten Vergangenheit zwei A-Jugend-Teams weggebrochen sind, setzen die Verantwortlichen zukünftig wieder verstärkt auf den eigenen Nachwuchs: „Wir haben immerhin 24 Mannschaften im Spielbetrieb“, erzählt Menje nicht ohne Stolz.

Wobei ihm und den weiteren Verantwortlichen des Vereins auch die Integration von Flüchtlingen über den Fußball am Herzen liegt. Als Betreuungseinrichtungen im Sommer 2015 an den Verein herantraten, starteten die Enkheimer ein Projekt, das auch heute noch andauert. Neben jüngeren Kickern aus Familien mit Bleiberecht spielen aus der Schar der unbegleiteten Heranwachsenden mittlerweile elf von ihnen in der A-Jugend, die von drei Trainern gecoacht wird. Unter ihnen auch der Vereinsvorsitzende Thomas Hellmeck, Initiator des Projekts.

Besonderes Jugendspiel

Die Fußballwiege von Horst Menje stand bei der SG Praunheim. In der A-Jugend wechselte er dann zu Rot-Weiss Frankfurt. In besonderer Erinnerung blieb ihm dabei ein Vorspiel im Waldstadion gegen die Eintracht-Jugend vor zigtausend Zuschauern. Anschließend lief dann die Bundesliga-Partie der Eintracht gegen Schalke 04. Von den „Roten“ wechselte Menje dann zu Concordia Eschersheim in die damalige Juniorenliga. „Ich spielte bis dahin immer auf der Sechser-Position, bis ich zu meiner eigenen Überraschung dann feststellte, dass ich auch Tore erzielen kann“, erinnert er sich schmunzelnd: „25 Tore habe ich in jener Saison gemacht.“

Doch dann ging es zurück nach Praunheim, wo Menje schließlich mit 35 Jahren seine Schuhe an den Nagel hängte. „Ich hatte das Glück, nie ernsthaft verletzt zu sein“, blickt der Lehrer an der Preungesheimer Carlo-Mierendorff-Schule zurück. Als man ihn 1989 bat, als Trainer auszuhelfen, sagte er zu. Daraus wurden dann neun Jahre als Coach der SG Praunheim.

Danach stand Menje bei Germania Enkheim und beim FC Kalbach an der Seitenlinie, ehe er noch einmal Praunheim coachte. Als ihn Hellmeck 2011 fragte, ob er in Enkheim als Sportlicher Leiter fungieren möchte, sagte der 63-Jährige gerne zu: „Germania Enkheim ist etwas Besonderes, hier ist das Vereinsleben sehr wichtig. Seitdem ich hier als Sportlicher Leiter tätig bin, haben nur zwei Spieler den Verein verlassen, und das auch nur aus beruflichen Gründen.“ Das gute Vereinsklima würde laut Menje auch nicht durch einen Abstieg getrübt werden: „Wir sind uns als Tabellenvorletzter natürlich der schwierigen Situation bewusst.“

Am 25. Februar steht zum diesjährigen Gruppenliga-Auftakt dann auch gleich ein „sechs-Punkte-Spiel“ gegen den Abstiegskonkurrenten FC Oberstedten auf dem Programm. Da es im Kader keine Veränderungen gab und zudem die Schlüsselspieler Marc Rus und Christian Wiemann nach ihren langwierigen Verletzungen wieder im Training sind, sieht Menje dem zweiten Saisonabschnitt optimistisch entgegen: „Die Voraussetzungen sind gut.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare