Prosit, Hessischer Hof: Generaldirektor Eduard M. Singer, Küchenchef Roland Füssel und Restaurantleiter Domagoj Grabar stoßen auf das Grandhotel an.
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Prosit, Hessischer Hof: Generaldirektor Eduard M. Singer, Küchenchef Roland Füssel und Restaurantleiter Domagoj Grabar stoßen auf das Grandhotel an.

65 Jahre Hessischer Hof

Vom Hotel zur Luxusherberge

Das Grandhotel „Hessischer Hof“ ist das einzige privat geführte Luxushotel in Frankfurt. Seit 2005 trägt das Hotel offiziell den Zusatz Superior und ist somit erst das zweite Haus in Hessen mit der höchsten vom deutschen Hotelverband vergebenen Klassifizierung. Damit hätte zur Eröffnung vor 65 Jahren niemand gerechnet.

Konrad Adenauer war Bundeskanzler, im Kino lief „Zwölf Uhr mittags“. Im Frankfurter Westend weihte man auf den Grundmauern der ehemaligen Stadtvilla des Prinzen Wolfgang von Hessen ein neues 35-Betten-Hotel ein. Noch kein Luxushaus und zunächst verpachtet von der Hessischen Hausstiftung an einen Hotelier. Genau 65 Jahre ist das jetzt her, inzwischen hat sich die schlichte Herberge zum Grandhotel Hessischer Hof gemausert, einer der besten Adressen in der Stadt, inklusive Präsidentensuite. Noch vor dem Hotel eröffnete die legendäre Jimmy’s Bar. Gemälde und Antiquitäten sorgen dafür, dass es in den 121 Zimmern und Suiten fast wie in einem Schloss aussieht – noblesse oblige, Adel verpflichtet, denn noch immer befindet sich das Fünf-Sterne-Haus im Besitz der Familienstiftung, vertreten durch deren Chef Donatus Landgraf von Hessen.

Rekord-Umsatz geplant

Zwar wird das 65-jährige Bestehen nicht groß gefeiert, aber dennoch von Generaldirektor Eduard M. Singer zum Anlass genommen, den anhaltenden Erfolgskurs des Grandhotels zu unterstreichen: „Wir blicken mit einem Umsatzplus von insgesamt drei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf ein erfolgreiches Jahr 2016, und bereits das erste Quartal 2017 ist auf Erfolgskurs. Unser Ansporn ist, die 10 Millionen Euro-Marke beim Jahresumsatz zu knacken.“ Mit einer Investitionssumme von insgesamt 650 000 Euro erhielten zuletzt mehrere Etagen eine umfangreiche Renovierung. Gerade ging eine neue Homepage online, auf der unter anderem Filme durch das Haus führen. Der Schulungs- und Entwicklungsplan für das Personal wird hochgehalten, bemerkenswert ist der „Royal Academy“-Pass, in dem die Mitarbeiter ähnlich einem Fleißkärtchen Leistungen sammeln können. Die Teilnahme an Fachseminaren und Sportkursen wird darin ebenso mit einem „Krönchen“-Stempel belohnt wie auf das Rauchen zu verzichten und wenige Krankheitstage. Für eine bestimmte Anzahl Kronen winken hohe Bonus-Zahlungen.

Konkurrenz wird größer

Die Konkurrenz wird auch für das Traditionshaus größer: 2748 weitere Hotelzimmer sind in der Stadt angekündigt, allein das Steigenberger Hotel am Hauptbahnhof und das Haus der spanischen Meliá-Gruppe im Wohnturm auf dem Bockenheimer Kulturcampus wollen mit jeweils 400 und mehr Zimmern locken. Im Hessischen Hof setzt man auf Tradition und Innovation. Im vergangenen Jahr entschieden sich 28 579 Gäste für eine Übernachtung, was einer Belegung von 66 Prozent entspricht. „Angesichts der Herausforderungen des Marktes, vom Fachkräftemangel bis hin zu Terrorwarnungen, ist neben guter Bezahlung die Förderung unserer Mitarbeiter und des Nachwuchses ein wichtiges Thema für uns“, so Direktor Singer.

Unter den jungen Talenten ist der neue Restaurantleiter Domagoj Grabar, der die Nachfolge von Philippe Fort antrat, der nach 39 Jahren in den Ruhestand ging. Der 33-jährige Kroate brachte gleich frischen Wind mit und straffte mit seinem Team die Serviceabläufe. Etwas getan hat sich auch in der Küche des hauseigenen Restaurants „Sèvres“, wo Roland Füssel 2016 das Ruder übernahm. Nur bei einem Posten klafft noch eine Lücke, die Stelle des Barchefs im holzgetäfelten Domizil Jimmy’s Bar ist unbesetzt. Man will wohl besonders sorgfältig sein, wem man diese „Kultstätte“ der Nachtschwärmer anvertraut.

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