So oder ähnlich könnte die Station für Gebrauchtes aussehen, an der sich jeder
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So oder ähnlich könnte die Station für Gebrauchtes aussehen, an der sich jeder

Bockenheim: Angst vor dem Müll

Hülya-Platz ist für den Betrieb einer Givebox ungeeignet

  • Matthias Bittner
    VonMatthias Bittner
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Inhalt des Schrankes könnte gefährlich für Kinder sein - Vermüllung der Fläche befürchtet

Bockenheim -Die Idee einer sogenannten Givebox ist simpel: Überflüssiges verschenken statt wegwerfen und anderen eine Freude bereiten, heißt die Devise. Wer etwas entbehren kann, legt es in die Box, wer etwas braucht, darf es nehmen. Diese Idee der Nachhaltigkeit ist laut Magistrat auch unterstützenswert. Ein solcher Schrank auf einer öffentlich zugänglichen Fläche wie dem Hülya-Platz in Bockenheim könne aber nicht genehmigt werden.

Im Vergleich zu den 77 Bücherschränken im gesamten Stadtgebiet wäre dem Inhalt kein klarer Rahmen gesetzt. Ein Risiko einer solchen frei zugänglichen Tauschbox sei beispielsweise, dass Kinder für sie ungeeignete Gegenstände entnehmen und so unnötig gefährdet werden könnten, heißt es in einer Stellungnahme.

Verein bleibt Antwort schuldig

Der unter anderem für Bockenheim zuständige Ortsbeirat 2 hatte den Magistrat auf Initiative von Daniel Brenner (Grüne) gebeten, die Einrichtung einer Givebox nicht grundsätzlich abzulehnen und zu prüfen, welche Vorgaben für die bauliche Gestaltung und den Betrieb einer solchen Givebox erfüllt werden müssten, damit diese genehmigungsfähig sei.

Der Wunsch des Vereins "Begegnen in Bockenheim", eine solche Givebox im Quartier zu betreiben, war im Stadtteilparlament kontrovers diskutiert worden. Auch deshalb, weil die Mitglieder des Vereins bei der Vorstellung des Vorhabens die Antwort, welche Gegenstände in die Box gestellt werden könnten, schuldig blieben. Es gibt auch die Befürchtung, dass mangelnde Sauberkeit ein Thema sein könnte, wenn sich der Verein nicht mehr um die Givebox kümmern werde. Zwei Jahre wollten sich Vereinsmitglieder quasi als Paten um die Givebox kümmern, anschließend sollte das Angebot sich dann verselbstständigen.

Nach Ansicht des Magistrats ist damit zu rechnen, dass größere Gegenstände auf der Fläche neben der Tauschbox abgestellt werden oder Dinge in der Box abgelegt werden, die defekt sind oder diese beschädigen. Nach den Erfahrungen mit den Bücherschränken sei davon auszugehen, dass in der Givebox erhebliche Mengen an Müll abgelegt würden. Das aber würde sich negativ auf das städtische Erscheinungsbild auswirken und zu erheblichen Folgekosten für Reparaturen und Entsorgungsleistungen führen.

Eine zuverlässige Instandhaltung und Müllentsorgung lasse sich dabei nicht alleine durch das freiwillige Engagement der Paten gewährleisten. Der Magistrat empfiehlt daher, die Idee in Räumlichkeiten mit der nötigen sozialen Kontrolle weiterzuverfolgen und sich dafür beispielsweise an andere soziale Institutionen oder eine Kirchengemeinde zu wenden.

Mit Spenden finanzieren

Matthias Hack von Begegnen in Bockenheim hatte das Projekt im Dezember 2020 im Ortsbeirat vorgestellt, aber darauf verwiesen, dass das Projekt noch am Anfang stehe. Um die Givebox zu finanzieren, wolle der Verein einen Spendenaufruf starten, der Ortsbeirat dürfe aber gerne etwas beisteuern. Beispielhaft für die Gestaltung hatte er ein Bild einer Givebox in Bad Homburg gezeigt, die entfernt an die in Frankfurt üblichen Bücherschränke erinnert, aber etwas größer ist. Möglich sei auch ein stilvoll gestaltetes Gartenhaus.

Begegnen in Bockenheim ist ein gemeinnütziger Stadtteilverein, der 2014 gegründet wurde. Kulturelle und soziale Projekte, die das Miteinander und den Austausch der Bewohner im Quartier stärken, sind Arbeitsschwerpunkte. Der Verein organisiert das Kurfürstenplatzfest, bietet Deutschkurse oder lädt in die Upcycle-Werkstatt. Matthias Bittner

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