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„Das Chaos geht in die nächste Runde“: Neues vom Gaga-Radweg

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Von: Judith Dietermann

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Langsam wird es unübersichtlich auf dem Marbachweg. Zu den Radbügeln haben sich jetzt noch zwei rot-weiße Poller gesellt. Hinter dem Behindertenparkplatz schützt zudem eine Reihe Frankfurter Hütchen den Radweg ab. FOTO: enrico sauda
Langsam wird es unübersichtlich auf dem Marbachweg. Zu den Radbügeln haben sich jetzt noch zwei rot-weiße Poller gesellt. Hinter dem Behindertenparkplatz schützt zudem eine Reihe Frankfurter Hütchen den Radweg ab. © sauda

Der Fahrradstreifen auf dem Marbachweg sorgt weiter für Unverständnis. Und wieder gibt es einen Grund für Anwohner, sich aufzuregen.

Frankfurt – Es ist eine Chronologie der kuriosen Ereignisse im Marbachweg, die Tag für Tag eine Fortsetzung liefert. Erst fielen 17 Parkplätze zugunsten eines überbreiten Radweges weg, dann wurde der auch zuvor vorhandene Schwerbehindertenparkplatz weiträumig markiert und Fahrradbügel installiert. Bis um die Kurve in die Bertramstraße. Damit aber nicht genug. Nun verhindern die von der Stadt angekündigten Frankfurter Hütchen das Parken auf dem Radweg, zudem wurden vor und hinter dem Behindertenparkplatz zwei rot-weiße Poller installiert. Direkt neben den dortigen Fahrradbügeln.

"Der breite Radweg mitsamt dem kuriosen Behindertenparkplatz war für mich als Durchschnittsbürger schon nicht nachvollziehbar. Aber das, was jetzt passiert, stellt jegliche Logik in Frage", sagt Manfred Höfken, der nicht nur am Dornbusch wohnt, sondern auch für die SPD im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) sitzt. Jeden Tag blickt er gespannt auf den betroffenen Abschnitt im Marbachweg, dem Teilstück zwischen den Hausnummern 331 bis 345. "Es gibt jeden Tag eine neue Überraschung. Da geht noch was", meint er.

Jeden Tag eine neue Überraschung am Gaga-Radweg in Frankfurt

Wegen Schlaglöchern hatte die Stadt Frankfurt nach eigenen Angaben auf Beschwerden von Radfahrern hin den Parkplatzstreifen und den Radweg neu asphaltiert. Woraufhin die Parkplätze nicht neu beschildert wurden, weil der Platz zwischen sich plötzlich öffnenden Autotüren zu gering und die Gefahr von Unfällen deswegen zu groß sei. Obwohl dies jahrzehntelang problemlos funktioniert hatte, wie Anwohner in der Februarsitzung des Ortsbeirates berichteten. Unfälle habe es nie gegeben. Trotzdem verteidigt Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) diesen Schritt. Aus Sicherheitsgründen ginge nicht beides gleichzeitig: Parken und Radfahren.

Ginge es allerdings doch, sagt derweil Ingrid Häußler (FDP). So habe die FDP Ortsgruppe 9/ 10 den Zollstock gezückt und nachgemessen. Mit dem Ergebnis: Parkplätze, Rad- und Fußweg würden bei der Gesamtbreite von 6,32 nebeneinander funktionierten. In der Sache ginge es im Prinzip um zwei Dinge. Zum einen um das konkrete Vorgehen des Amtes, das den Ortsbeirat nicht eingebunden habe.

"In der hier beobachteten Form einer ständigen Eskalation kann das Vorgehen nur mit Billigung des Dezernats oder auf dessen Anweisung erfolgt sein. Damit verstößt es aber gegen die Vorgaben des Koalitionsvertrages, nach denen alle Maßnahmen zum Radverkehr immer mit den Ortsbeiräten abzustimmen sind", betont sie.

Gaga-Radweg in Frankfurt: „Das Chaos geht in die nächste Runde“

Das zweite seien die Maßnahmen selbst. So werde nicht mit Vernunft, sondern ideologisch vorgegangen. "Im Marbachweg sind alle Nutzungen inklusive der Stellplätze nach den geltenden Regeln möglich. Wenn man das nicht macht, handelt man nicht im Interesse der Bevölkerung insgesamt, sondern macht sich zum Büttel einer Gruppe", fügt sie hinzu. Dem werden man sich "mit allen Mitteln" entgegen stellen.

Das sieht auch Ortsvorsteher Hesse so. Weswegen sogar der Antragsschluss für die März-Sitzung verschoben werden soll. Nach den am 10. März anberaumten Ortstermin. "Es werden von der Stadt Fakten geschaffen, so kann man mit uns nicht umgehen", sagt er. Über die beiden Poller neben dem Behindertenparkplatz reagiert er mit Kopfschütteln. "Es war die letzte Möglichkeit für die zahlreichen Lieferfahrzeuge überhaupt zu halten. Jetzt müssen sie auf der Straße stehen, es wird lange Staus geben. Die ohnehin stets verspätete Buslinie wird noch länger brauchen. Das Chaos geht in die nächste Runde", sagt er. (Judith Dietermann)

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