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So sah das Hüttendorf an der Startbahn West aus

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Das Hüttendorf ist Zufluchtsort für junge Menschen, die familiäre Probleme haben und hoffen, hier Ersatz zu finden.
Das Hüttendorf ist Zufluchtsort für junge Menschen, die familiäre Probleme haben und hoffen, hier Ersatz zu finden. © FNP-Archiv

Es ist der 3. Mai 1980, 4 Uhr morgens. Auf dem Gelände der geplanten Startbahn 18 West mitten im Flörsheimer Wald treffen sich 80 Mitglieder der Bürgerinitiative Mörfelden-Walldorf. Sie wollen eine erste Holzhütte bauen. Heimlich und ohne Baugenehmigung. Die Aktion haben sie in den letzten Wochen akribisch vorbereitet, die Materialien schon lange vorher im Wald versteckt. Um elf Uhr steht der Rohbau der Hütte. Sie ist das erste sichtbare Symbol des Widerstands gegen die Startbahn 18 West. Im Herbst kommen weitere Hütten dazu. Ein Jahr später haben die Dauerbesetzer mehr als 60 Hütten errichtet. „Viele Walldorfer haben das Dorf anfangs mit einer gewisses Skepsis betrachtet“, erinnert sich Umwelt-Aktivität Herbert J. Oswald. Weil sich dort Menschen niederließen, die eine völlig andere Lebensanschauung hatten. Doch schon bald genießt das Hüttendorf großen Rückhalt in der Bevölkerung, weil es den „alltäglichen Widerstand“ symbolisiert.

Es ist der 3. Mai 1980, 4 Uhr morgens. Auf dem Gelände der geplanten Startbahn 18 West mitten im Flörsheimer Wald treffen sich 80 Mitglieder der Bürgerinitiative Mörfelden-Walldorf. Sie wollen eine erste Holzhütte bauen. Heimlich und ohne Baugenehmigung. Die Aktion haben sie in den letzten Wochen akribisch vorbereitet, die Materialien schon lange vorher im Wald versteckt. Um elf Uhr steht der Rohbau der Hütte. Sie ist das erste sichtbare Symbol des Widerstands gegen die Startbahn 18 West. Im Herbst kommen weitere Hütten dazu. Ein Jahr später haben die Dauerbesetzer mehr als 60 Hütten errichtet. „Viele Walldorfer haben das Dorf anfangs mit einer gewisses Skepsis betrachtet“, erinnert sich Umwelt-Aktivität Herbert J. Oswald. Weil sich dort Menschen niederließen, die eine völlig andere Lebensanschauung hatten. Doch schon bald genießt das Hüttendorf großen Rückhalt in der Bevölkerung, weil es den „alltäglichen Widerstand“ symbolisiert.

Woche für Woche strömen Hunderte und Tausende in den Wald, um sich über das Vorhaben und deren Folgen zu informieren. Im Oktober 1981 rechnen die Startbahngegner mit einem baldigen Baubeginn und mit der Räumung ihres Dorfes. Gemeinsam bauen sie Gräben und Wälle auf dem Weg zum Hüttendorf, um im Ernstfall einen Angriff auf das Dorf zu verzögern. Einige ziehen auch ins Hüttendorf um.

Am 2. November 1981 wird das Hüttendorf von der Polizei geräumt, die Hütten von der Kripo durchsucht und anschließend dem Erdboden gleichgemacht. Für die meisten kommt die Räumung völlig überraschend. Gegen die Besetzer und Demonstranten gehen die Beamten mit äußerster Brutalität vor.

Wenige Tage später beginnen Gegner mehrere neue Hüttendörfer anzulegen. Sie werden zunächst geduldet, dann aber nach Ausschreitungen in der Frankfurter Innenstadt von der Polizei geräumt und niedergerissen.

Alle Folgen von "Startbahn 18 West":

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