Weitere eingezäunte Freilaufflächen für Hunde soll es laut dem Magistrat der Stadt Frankfurt nicht geben. (Symbolfoto)
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Weitere eingezäunte Freilaufflächen für Hunde soll es laut dem Magistrat der Stadt Frankfurt nicht geben. (Symbolfoto)

Frankfurter Westen

Stadt Frankfurt stellt sich gegen Freilauf für Hunde – Unverständnis bei Haltern

  • Michael Forst
    vonMichael Forst
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Im Frankfurter Westen wird es keine weiteren eingezäunten Wiesen für Hunde geben. Eine Hundetrainerin übt Kritik.

Frankfurt - Mit seinem Wunsch nach eingezäunten Freilaufflächen für Hunde hat der Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) bei der Stadt auf Granit gebissen: Der fraktionsübergreifende Antrag vom November 2020, der Magistrat möge geeignete Flächen im Frankfurter Westen prüfen, ist jetzt abgelehnt worden. Vorgeschlagen hatten die Stadtteilparlamentarier die Diehl-Wiesen nahe des Georgshofs und ein Areal beim Wehr.

Begründung: Die Flächen lägen in der Schutzzone II des Landschaftsschutzgebietes „Grüngürtel und Grünzüge in der Stadt Frankfurt am Main“. Dort seien Eingriffe in Natur und Landschaft nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde erlaubt - und nur dann, wenn der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan diese Nutzungen festsetzen. Der Nutzungsplan jedoch, stellt der Magistrat klar, sehe das nicht vor, weil er klar der Natur Vorrang einräume.

Frankfurt: Keine weiteren Freilaufflächen für Hunde

Doch die Stadt legt noch nach: Hundeauslaufflächen im Frankfurter Stadtgebiet werden demnach grundsätzlich nicht eingezäunt. Die einzige Ausnahme sei die Fläche im Grüneburgpark, auf die sich der Ortsbeirat als Vorbild berufen hatte. Doch ihren Sonderstatus hat diese Fläche laut Stadt nur deshalb, weil sie bereits in den 50er Jahren - vor Inkrafttreten der Grünanlagensatzung - eingefriedet worden ist.

Darüber hinaus, so schließt der Magistrat seinen wortreichen argumentativen Bogen, seien die westlichen Stadtteile mit dem Stadtteil Nied „von freier Landschaft umgeben“ und böten aus Sicht des Magistrats „ausreichend Platz für freien Auslauf der Tiere“. Gleichwohl sei es auch dort erforderlich, „dass die Hundehalter Rücksicht auf Flora und Fauna nehmen“.

Eingezäunte Hundewiesen: Ablehnung der Frankfurt stößt auf Verwunderung

Die Antwort der Stadt lässt Conny Lüders mit dem Kopf schütteln. Die Nieder Hundebesitzerin hatte ein Ausflug mit ihrer Irish-Terrier-Dame Zora im umzäunten Hundeauslauf im Grüneburgpark dazu angeregt, Ähnliches auch im Frankfurter Westen einzurichten - der Ortsbeirat griff ihre über Facebook verbreitete Idee auf. Sie wundert sich: „Das ist ja eine lange Erklärung für: ,Machen wir nicht, weil wir es noch nie gemacht haben.‘“

Lüders verweist auf Städte wie Darmstadt - dort gibt es seit Jahren neben dem Bürgerpark eine eingezäunte Hundewiese. Verwundert nehme sie auch den letzten Satz in der Begründung der Stadt zur Kenntnis, der den Hundehaltern beim freien Auslauf ihrer Lieblinge „Rücksicht auf Flora und Fauna“ abverlangt. „Genau darum ging es uns ja bei dem Wunsch nach einer eingezäunten Hundeauslauffläche“, argumentiert sie.

Hundetrainerin aus Frankfurt plädiert für Umzäunung, damit Hunde lernen können

Auch die Sossenheimer Hundetrainerin Yvonne Hampel bedauert die Ablehnung der Stadt. Hält sie doch den „umzäunten Auslauf für eine gute Idee“. Er sei auch sinnvoll für Hunde, die noch nicht lange bei ihren Besitzern sind. „So können sie auch mal frei laufen - und lernen, auf den Rückruf zu reagieren.“ Ebenso könne ein solches eingefriedetes Areal in der gerade begonnenen Brut- und Setzzeit eine gute Alternative sein, argumentiert sie.

Dass der Bedarf für solche Flächen größer geworden ist, darauf deuten die Zahlen der bei der Stadt gemeldeten Hunde hin. Stiegen sie in den Jahren davor meist um jeweils etwa 500 Tiere an, gab es von 2019 mit 18 383 Hunden auf 2020 mit 19 400 Hunden einen doppelt so starken Anstieg - mutmaßlich, weil mehr Menschen während der Coronavirus-Pandemie im Homeoffice auf den Hund gekommen sind. Dieser Trend scheint in Frankfurt ungebrochen: Allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres stieg nach Angaben der Stadt die Zahl der gemeldeten Hunde bereits auf 19 628 an. (Michael Forst)

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