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Unabhängige OB-Kandidatin Wolff: „Ich bin frei und ungebunden“

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Von: Julia Lorenz

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Maja Wolff tritt als parteilose Kandidatin bei der OB-Wahl in Frankfurt an. Die Stadt braucht eine „Fesselsprengerin“, sagt sie.

Frankfurt -„Mensch Maja, Maja macht’s. Ohne eigene Partei, ist sie für uns alle frei. Mensch Maja, Maja macht’s.“ Diese Zeilen singt die Frankfurter Musikerin Sabine Fischmann über Maja Wolff, die bei der OB-Wahl in Frankfurt am 5. März als unabhängige Kandidatin antritt. Das Lied wurde am Montag in der Apfelweinwirtschaft „Zum Lahmen Esel“ präsentiert, als Videobotschaft auf einen Bildschirm projiziert, weil sich Fischmann mit dem Coronavirus infiziert hat.

An diesem Abend hatten sich gut 150 Interessierte Unterstützer von Wolff in Niederursel versammelt, um mit der Künstlerin und Macherin des Grüne-Soße-Festivals den Start ihrer Wahlkampagne zu zelebrieren. Einer ihrer Unterstützer sagte: „Wir brauchen in der Stadt der Herzen jetzt eine Oberbürgermeisterin der Herzen.“ Diese könne Wolff werden, denn sie könne begeistern und in Frankfurt müsse es wieder „ein Feuer der Begeisterung“ geben. Ein anderer Unterstützer ist der Inhaber der Apfelweinwirtschaft „Zum Lahmen Esel“, Thomas Metzmacher. Er sagte: „Eine parteilose, unabhängige Kandidatin ist das, was Frankfurt jetzt braucht.“

Hat ihre Wahlkampagne in einem Apfelweinlokal mit gut 150 Interessierten und Unterstützern gestartet: Maja Wolff.
Hat ihre Wahlkampagne in einem Apfelweinlokal mit gut 150 Interessierten und Unterstützern gestartet: Maja Wolff. © Peter Jülich

Der Meinung ist Maja Wolff selbst natürlich auch. „Ich bin frei und ungebunden“, sagte sie. Sie müsse sich nicht nach einem Parteibuch richten. Es genüge, dass sich die Koalition im Römer aus vier Parteien - Grüne, SPD, FDP und Volt - zusammensetze. „Sie haben alle den Stillstand in der Stadt mitzuverantworten“, sagte die 58-Jährige. „Ich nicht.“ Ihrer Ansicht nach brauche Frankfurt jetzt wieder eine Führung, „eine Dirigentin wie im Orchester“. „Die Dirigentin spielt auch nicht die erste Geige, sondern sorgt dafür, dass es einen gemeinsamen Klang gibt.“ Gemeinschaft sei ihr wichtig.

OB-Wahl in Frankfurt: Maja Wolff als Dirigentin und Fesselsprengerin

Und so hat Wolff natürlich auch ein Wahlprogramm ausgetüftelt. Das Erreichen der Klimaziele, der Wohlstand der Menschen und der Erhalt des sozialen Friedens seien für sie dabei am wichtigsten, aber auch die größten Herausforderungen in den kommenden Jahren. „Alles hängt miteinander zusammen“, sagte Wolff. Als Beispiel nannte sie die Schaffung von neuen Kita-Plätzen. Das sei natürlich wichtig, dafür benötige man aber auch Erzieherinnen. „Sie können sich in Frankfurt aber keine Wohnung leisten, weil sie so wenig verdienen“, sagte sie. Deshalb müsse man mehr Sozialwohnungen schaffen, der Bau aber würde stocken. Ihr Ziel: Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften noch stärker in die soziale Verantwortung zu bringen.

Gleichwohl sei sie eine Verfechterin vom Bauen im Bestand. Abbruch und Neubau würden Unmengen an Energie verschlingen. Neue Bauvorhaben müssten auf Nachhaltigkeit und sozialen Mehrwert geprüft und gegebenenfalls bestehende Regeln überarbeitet werden. Auch über den vielen Leerstand in der Stadt müsse geredet werden.

Mehr Infos im Netz

Das komplette Wahlprogramm und weitere Infos gibt’s im Internet unter www.maja-wolff.de

„In der Politik hört man immer: Da sind uns die Hände gebunden“, sagte Wolff. Es gebe zu viele Regeln, zu viele Fesseln. „Wir brauchen eine Fesselsprengerin.“ Manchmal müssten Dinge auch einfach mal ausprobiert werden. Das gelte auch für das Bahnhofsviertel. Um die dortigen Probleme zu lösen, müssten alle - ansässige Firmen, Vereine, Hilfseinrichtungen, Bewohner, Kulturschaffende an einen Tisch, um gemeinsam mit der Stadtpolitik um Lösungen zu ringen. Alle müssten in die Pflicht genommen werden. „Das Bahnhofsviertel muss endlich ernst genommen werden“, so Wolff. Auch außerhalb des Wahlkampfes. (Julia Lorenz)

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