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„Ich werde euch töten“: Messer-Angreifer aus Frankfurt angeklagt

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Von: Matthias Gerhart

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Im Juli 2021 betritt der Mann ein Bordell in der Elbestraße im Bahnhofsviertel in Frankfurt und mehrere Menschen mit Messern an.
Im Juli 2021 betritt der Mann ein Bordell in der Elbestraße im Bahnhofsviertel in Frankfurt und mehrere Menschen mit Messern an. © Arne Dedert/dpa

Nach einem Messerangriff im Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein 27-Jähriger Mann wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Frankfurt – Sein Besuch eines Bordells im Bahnhofsviertel Frankfurt endete mit einer Anklage der Staatsanwaltschaft wegen versuchten Totschlags. Im Juli vergangenen Jahres betrat der 27 Jahre alte Beschuldigte am helllichten Mittag das Freudenhaus in der Elbestraße und legte sich dort mit dem 66 Jahre alten Wirtschafter an.

Der Angestellte sah sich schließlich mit gleich zwei Messern konfrontiert und musste massiv Pfefferspray einsetzen, um den Angreifer auf Distanz zu halten. Zuvor hatte dieser auch noch im Obergeschoss zwei Prostituierte mit den Stichwaffen in Aufregung versetzt. Die Damen taten das einzig Richtige: Sie schlossen sich in ihren Zimmern ein.

Anschließend gelang dem Mann zunächst die Flucht. Sowohl die Polizei als auch der Wirtschafter aber hefteten sich an seine Fersen und holten ihn schließlich in der Niddastraße in Frankfurt ein.

Messerangriff in Frankfurt: Tatverdächtiger bisher völlig unbescholten

Dort fuchtelte er wiederum mit den Messern, was die Polizeibeamten veranlasste, gleich fünf Schüsse in seine Richtung abzugeben. Von zwei Kugeln getroffen, ging es für den 27-Jährigen gleich in die Klinik, wo er notoperiert werden musste.

Obwohl bei der Affäre keines der „Opfer“ wirklich verletzt wurde, geht die Anklage von einem versuchten Tötungsvorsatz aus. Indem er gerufen habe „I will kill you“ („Ich werde euch töten“), habe er seine Tötungsabsicht zum Ausdruck gebracht, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, die die Anklageschrift am Freitag (18.02.2022) vorstellte. Strafrechtlich ist der Mann bislang ein unbeschriebenes Blatt.

Messerangriff im Bahnhofsviertel Frankfurt: Keine Drogen, kein erkennbares Motiv

Eine Einlassung seinerseits gab es bislang ebenso wenig wie Hinweise auf irgendwie geartete Motive. Und anders als die meisten anderen Gewalttäter im Bahnhofsviertel hatte er laut Niesen weder Rauschgift noch Alkohol konsumiert: „Es gibt also keine Anzeichen auf eine eingeschränkte Schuld- und Steuerungsfähigkeit“, hieß es. Die Schwurgerichtskammer hat die Anklageschrift mittlerweile vorliegen – Verhandlungstermine sind noch nicht bekannt. (Matthias Gerhart)

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