Nach einem illegalen Autorennen in Frankfurt sucht die Polizei jetzt auch via Twitter nach Zeuginnen und Zeugen.
+
Immer wieder kommt es in Deutschland zu illegalen Autorennen - auch in Frankfurt. (Symbolbild).

Raser in Frankfurt

Illegale Autorennen als Corona-Begleiterscheinung? Polizei stoppt wieder einen Raser im Ostend

  • Jasmin Jakob
    vonJasmin Jakob
    schließen

In Frankfurt häufen sich illegale Autorennen, erst in der Nacht zum Sonntag hat die Polizei im Ostend einen Raser gestoppt.

Frankfurt – Im gesamten Frankfurter Stadtgebiet häufen sich Berichte über Raser und illegale Autorennen. Erst in der Nacht zum Sonntag (14.3.2021) heulten an einer Ampel auf der Hanauer Landstraße im Frankfurter Ostend wieder die Motoren auf. Gegen 0.30 Uhr fielen einer zivilen Polizeistreife zwei Autos auf, die mit starker Beschleunigung anfuhren. Offenbar um sich gegenseitig zu beeindrucken. Wie die Polizei mitteilt, lieferten sich die Fahrer eines 5er BMW und eines Golf GTI stadtauswärts ein Rennen.

In Richtung Hanau gelang es dem zivilen Streifenwagen der Kontrolleinheit Autoposer, Raser und Tuner (Kart) die beiden PS-starken Autos einzuholen. Daraufhin sei der Golf auf eine Tankstelle abgebogen, während der BMW in Richtung Hanau weiterfuhr. Da der Auspuff des BMW stark gerußt habe, haben die Kart-Beamten laut Mitteilung beschlossen, an dem Fahrzeug dranzubleiben, um es genauer unter die Lupe zu nehmen.

Raser liefert sich in Frankfurt-Fechenheim Rennen mit der Polizei

Gerade als sie zu einem Überholmanöver ausholten, um dem BMW-Fahrer mit dem Signal „Polizei, Folgen“ in eine Kontrolle zu lotsen, sei er ihnen davon gefahren. Die Beamten gehen davon aus, dass er das Überholmanöver als Herausforderung zu einem weiteren Rennen verstanden habe. Der Raser beschleunigte sein Fahrzeug innerorts auf etwa 100 Stundenkilometer, bremste kurzzeitig verkehrsbedingt ab, um dann wieder zu beschleunigen. „Die Beamten hatten Mühe, hinterherzukommen“, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Erst eine rote Ampel konnte den Raser stoppen, sodass die Beamten den 50-jährigen Fahrer aus dem Verkehr ziehen und seine rasante Tour beenden konnten. Sowohl Führerschein als auch der 5er BMW wurden beschlagnahmt. Die Polizei ermittelt jetzt wegen des Verdachts auf ein illegales Straßenrennen.

Illegale Autorennen nehmen nicht nur in Frankfurt zu – teilweise mit tödlichen Folgen

Ob die Zunahme an aktenkundigen illegalen Autorennen im Zusammenhang mit Langeweile und Frust in der Corona-Krise zu bringen ist, wollte die Frankfurter Polizei nicht bestätigen. Dafür fehlten valide Hinweise. Die Hanauer Landstraße gilt jedoch schon seit einigen Jahren als Problemzone. Vor allem am Freitag vor Ostern, für den eigens die zweifelhafte Umdeutung des Car-Freitags ins Leben gerufen wurde, kommt die Szene dort zusammen.

Illegale Autorennen sowie das Aufmotzen der Fahrzeuge sind in Frankfurt keine Neuheit. Doch auch in anderen Städten und Regionen Deutschlands nimmt die Anzahl illegaler Autorennen in der Corona-Zeit zu, wie beispielsweise der „Bayrische Rundfunk“ berichtet.

Erst vor wenigen Wochen lieferte sich ein Raser im Frankfurter Westend ein Rennen mit der Polizei. Auch zu Beginn des Jahres hat die Frankfurter Polizei bereits einen alkoholisierten Raser ohne Führerschein erwischt, der mit einer Geschwindigkeit von über 100 Kilometern pro Stunde über die Eschersheimer Landstraße in Frankfurt gefahren ist. In Sachsenhausen wurden am 13. Februar 2021 zwei Menschen von einem Raser erfasst und tödlich verletzt. Drei Monate zuvor verursachte ein Raser im Frankfurter Ostend ebenfalls einen tödlichen Unfall*, bei dem zwei Männer ums Leben kamen und eine weitere Person schwer verletzt wurde. Der Fahrer wurde Anfang März wegen Mordverdacht festgenommen. (Jasmin Jakob) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion