Gruppenbild zum Auftakt (v.l.): Jennifer Schmidt (KuBi), Christopher Nies (Caritas, St. Hildegard), Iana Startseva(Internationaler Bund), Birgid Frenkel-Brandt (Direktorin Konrad-Haenisch-Schule), Manfred Rüth (KIZ Lauterbacherstraße) und Svenja Fiedler (Kita Sonnenschein).
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Gruppenbild zum Auftakt (v.l.): Jennifer Schmidt (KuBi), Christopher Nies (Caritas, St. Hildegard), Iana Startseva(Internationaler Bund), Birgid Frenkel-Brandt (Direktorin Konrad-Haenisch-Schule), Manfred Rüth (KIZ Lauterbacherstraße) und Svenja Fiedler (Kita Sonnenschein).

Fechenheim: Frankfurter Netzwerk

Im Anfang war das Wort - auch bei Zoom

  • VonNiklas Mag
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Pädagogen treffen sich zu Online-Konferenz zum Thema Sprache

Kitas, Jugendclubs, das Familienzentrum und die Schulen sind im Stadtteil gut vernetzt. Für die Kinder ist das seit jeher ein großer Vorteil, denn so ergeben sich für sie und ihre Eltern viele Synergien: Kita-Kinder besuchen vor ihrer Einschulung die Konrad-Haenisch-Schule, erleben dort einen echten Unterrichtstag, lernen die Räume und Abläufe kennen. "So wird der neue Lebensabschnitt langsam angebahnt", beschreibt Birgid Frenkel-Brandt, Schulleiterin der Konrad-Haenisch-Schule, diesen Aspekt der Vernetzung. Doch Corona bremste den so wichtigen Austausch. Deshalb kamen jetzt rund 50 Pädagoginnen und Pädagogen aus dem Stadtteil zu einer Zoom-Konferenz und -Fortbildung zusammen. Thema: das sprachlichen Potenzialen von Kindern.

Zusammenarbeit wieder stärken

Auch die Einrichtungen untereinander hielten sich in der Vergangenheit bei monatlichen Treffen über Neuerungen auf dem Laufenden. "Mit Corona hat all das aber gelitten", sagt Frenkel-Brandt. Mit der nun gestarteten Fortbildungsreihe soll das Netzwerk wieder gestärkt werden.

Die technische Probleme sind bei der Premiere allesamt schnell gelöst und Frenkel-Brandt begrüßt ihre Mitstreiter. Schulsozialarbeiter sind darunter, Mitarbeiter der Stadt, Lehrer, Einrichtungsleitungen und weitere Fachleute. "Fechenheim ist ein sehr lebhafter Stadtteil. Sprachen aus fast 100 Ländern werden hier gesprochen und es gibt eine Menge verschiedener Angebote für Kinder", fasst die Schulleiterin zusammen. "In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, diese Konzepte ständig zu verfeinern und zu erneuern." Als Beispiel nennt sie die Angebote im "Kifaz", dem Familiengesundheitszentrum. "Wir haben uns für diese Fortbildung entschieden, da Sprachfähigkeit eine wichtige Voraussetzung für die Kindesentwicklung ist."

Eine solche Stadtteil-Fortbildung ist in Fechenheim nicht erstmalig, doch hat sie noch nie digital stattgefunden. Damit übergibt Birgid Frenkel-Brandt an Angelika Ertel, Multiplikatorin des Bildungs- und Erziehungsplans der Hessischen Landesregierung: "Sprache gibt die Möglichkeit, sich ausdrücken zu können, fragen und verstehen zu können", beginnt sie ihr Impulsreferat.

Deutsch steht im Mittelpunkt

"Sprache ist dem Handeln zunächst untergeordnet. Kinder erwerben Sprache in für sie handlungsrelevanten Situationen." Sprache regelt mit zunehmendem Alter mehr und mehr geistiges und soziales Handeln. Gerade in einem Stadtteil, in dem Menschen so vieler verschiedener Nationen zusammenkommen, wolle man sich vor allem dem Deutschspracherwerb widmen, erklärt Ertel und erzählt kurz die Geschichte eines ausländischen Kindes, dass sich viel Wissen über Vogelarten und deren Rufe angeeignet hatte und das perfekt als Startrampe für das Erlernen der deutschen Sprache nutzen konnte. "Durch die Motivation Wissen weiterzugeben, entsteht das Bedürfnis, die deutsche Sprache zu erlernen", betont Ertel. Es sei wichtig, die Kinder mitgestalten zu lassen und ihre Fortschritte genau zu dokumentieren.

"Auf diese Weise profitieren auch alle Kollegen aus den anderen Sparten davon. Vielleicht lassen sich hier auch völlig neue Konzepte für Kooperationen finden", meint die Expertin. Danach geht es für die etwa 50 Fachleute in Kleingruppen weiter, um das Gehörte weiter zu vertiefen.

niklas Mag

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