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Groß-Razzia in Frankfurt und Rhein-Main: Illegales Netzwerk zerschlagen

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Von: Tim Vincent Dicke

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Zollbeamte bei der Razzia im Gallus in Frankfurt
Auch im Gallus fanden Durchsuchungen statt: Zollbeamte bei der Razzia in Frankfurt © 5vision.media

Bei einer Groß-Razzia mit Fokus auf Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet nehmen Ermittler drei Männer fest. Den Verdächtigen werden verschiedene illegale Geschäfte vorgeworfen.

Frankfurt – Ermittler haben am Mittwoch (23.03.2022) im Kampf gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe deutschlandweit 56 Geschäftsräume und Wohnungen durchsucht. Schwerpunkt der Groß-Razzia war nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft und des Hautzollamts Frankfurt* das Rhein-Main-Gebiet.

Drei Männer wurden festgenommen und kamen in Untersuchungshaft. Insgesamt waren in Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern rund 700 Beamte im Einsatz.

Unternehmer bei Razzia in Frankfurt festgenommen

Den Ermittlungen zufolge soll der Hauptverdächtige über Jahre hinweg im großen Stil Löhne schwarz ausgezahlt haben. Dabei soll der 54 Jahre alte Bauunternehmer an einem komplexen Geflecht aus Scheinfirmen beteiligt gewesen sein. So habe es vermeintliche Subunternehmen gegeben, mit denen der Unternehmer mit Sitz in Frankfurt vorgeblich Geschäfte machte. Diese sind nach Ansicht der Ermittler allerdings nur Teil des kriminellen Systems.

Die Ermittler schätzen den entstandenen Sozialversicherungs- und Steuerschaden auf rund 13,7 Millionen Euro. Das in Frankfurt ansässige Unternehmen des Mannes hat den Angaben zufolge in den betreffenden sieben Jahren bundesweit mehr als 76 Millionen Euro erwirtschaftet.

Frankfurt: Ermittler finden bei bundesweiter Groß-Razzia auch Waffen

Insgesamt ermitteln die Behörden gegen 21 Verdächtige im Alter zwischen 23 und 74 Jahren. Vorangegangen waren der Razzia verdeckte Ermittlungen. Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten unter anderem auch scharfe Munition, Waffenteile, eine Schreckschusswaffe, ein Paar Nunchakus sowie zwei Teleskopschlagstöcke sicher. Außerdem fanden die Beamten einen gefälschten Impfausweis, Marihuana und mindestens 100.000 Euro Bargeld.

Neben dem Hauptzollamt Frankfurt waren 32 weitere Hauptzollämter, drei Staatsanwälte, die Steuerfahndung sowie die Landes- und Bundespolizei an den Durchsuchungen beteiligt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit dauern an.

Bei einer Razzia zuvor in Frankfurt waren Haftbefehle, Durchsuchungen und sichergestellte Beweise das Resultat. (tvd/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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