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Martin Trbljanic bei der Arbeit: Er muss die toten Bäume im Biegwald abholzen.

Große Schäden

Im Biegwald fallen rund 60 Bäume

  • vonNiklas Mag
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RÖDELHEIM Trockenheit der vergangenen Jahre macht vor allem den Buchen zu schaffen.

Schlechte Nachrichten für den Frankfurter Biegwald. Erneut müssen hier Bäume gefällt werden. Den Schuldigen dafür muss niemand lange suchen, denn die hier ansässigen Buchen leiden wie viele ihrer Artgenossen unter einer Vitalitätsschwäche, die auf die trockenen Sommer der vergangenen Jahre zurückzuführen ist.

"Das wurde in den vergangenen Monaten oft zitiert und es ist leider so. Die drei trockenen Sommer der vergangenen drei Jahre haben sich sehr negativ auf die Bäume ausgewirkt", bedauert Bernd Roser, Abteilungsleiter beim Frankfurter Grünflächenamt. "Das ist nicht nur in Frankfurt so, sondern deutschlandweit zu beobachten." Die Buchen seien durch die Dürren einfach geschwächt, weshalb Schädlinge leichtes Spiel haben. "Es sterben ganze Kronenteile ab oder sogar ganze Bäume", schildert Roser. Dem müsse das Grünflächenamt sich annehmen, denn im 18,4 Hektar großen Biegwald herrscht viel Verkehr. "Da müssen wir dann reagieren. Wir haben eine Verkehrssicherungspflicht und können Bäume, die drohen umzustürzen oder große Äste zu verlieren, nicht einfach unbeachtet stehen lassen."

Rund 60 Bäume müssen in diesen Tagen aus den genannten Gründen "entnommen" werden, wie es im Fachjargon heißt. Neben Buchen sind auch Eichen von Erkrankungen betroffen. Der Spindelige Rübling tritt im Biegwald teilweise flächig auf und führt zum Absterben vieler Bäume. "Wer durch den Wald läuft und sich die Bäume anschaut, wird leider feststellen, dass es enorm viele Bäume gibt, die kränkeln", meint Roser.

Totholz hat eine hohe Wertigkeit

Muss ein Baum gefällt werden, versuche das Amt, einen drei bis vier Meter hohen Torso zu erhalten, der zwar keine Gefahr mehr für vorbeilaufende Menschen darstellt, aber Vögeln und Insekten weiterhin als Wohnort dienen kann. "Stehendes Totholz hat ökologisch eine hohe Wertigkeit", weiß der Abteilungsleiter. Nachpflanzungen in den nächsten Jahren sind punktuell vorgesehen, da im Biegwald die Naturverjüngung gefördert wird.

Der Biegwald sei ein besonderes Stück Grün, erzählt er weiter, denn die Fläche ist ein letzter Bestandteil eines Waldgebiets, wie sich früher viele entlang der Nidda erstreckten. Das Landschaftsschutzgebiet umfasst laut Stadt einen alten Hainbuchen-Wald mit Eichen und Ulmen und beherbergt eine vielfältige Flora in der Krautschicht. Für Menschen bietet der Parkteil des Biegwaldes Spielplätze, Wiesen, einen Fußweg mit Brücke über den Mühlgraben und ist außerdem mit dem Solmspark verbunden, an den sich der Brentanopark anschließt.

Die Bäume des Parks sind nicht zum ersten Mal negativ in den Schlagzeilen des Jahres. Schon im Januar vermeldete das Grünflächenamt, dass rund 50 Bäume wegen Baumkrankheiten abgeholzt werden mussten. Die Buchenvitalitätsschwäche, die auch die neuerlichen Abholzungen verursacht hat, ist in unmittelbarer Folge auf das Trockenjahr 2018 zurückzufahren, hieß es bereits damals seitens des Amtes. Auch Ahornbäume waren im Frühjahr von der Rußrindenkrankheit befallen, deren Pilz giftige Sporen absondert. Acht Ulmen mussten zudem im Februar wegen Splintkäfern entfernt werden. Ein derzeit leider recht aussichtsloser Kampf für die Frankfurter Wälder, wie Bernd Roser fürchtet: "Gegen die Trockenheit können wir natürlich auf Flächen wie diesen wenig machen." Einzelne Bäume könne man schützen oder mit Wasser versorgen, doch Wälder seien der Natur überlassen. "Wir hoffen auf eine entsprechende Neuentwicklung durch Samen. Naturverjüngung lautet da das Fachwort aus der Forstwirtschaft. Ich glaube, dass der Wald in Zukunft sein Gesicht verändern wird", vermutet Bernd Roser. Niklas Mag

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