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Im Dreiklang für den Künstlerclub

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Von: Alexandra Flieth

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Harmonieren auch als Vorstands-Trio (v.l.): Andrea Lubliner, Achim Taubmann und Rosanna Burford. FOTO: leonhard hamerski
Harmonieren auch als Vorstands-Trio (v.l.): Andrea Lubliner, Achim Taubmann und Rosanna Burford. © hamerski

Neuer Vorstand legt Jahresprogramm für das Nebbiensche Gartenhaus vor

"Dancing Lines", getanzte Linie - so heißt die Ausstellung mit abstrakten Werken der Künstlerin Gerda Döhler, die aktuell im Nebbienschen Gartenhaus im Park der Bockenheimer Anlage gezeigt werden. Der Anfang des 19. Jahrhunderts erbaute Pavillon ist Ausstellungs- und Veranstaltungsort des Frankfurter Künstlerclubs, der im Jahr 1955, damals noch unter dem Namen "Gebende Hände" gegründet wurde.

Auch Konzerte und Lesungen

An diesem Nachmittag sind alle Fenster des klassizistischen Gebäudes geöffnet, Tageslicht erhellt den Innenraum, mittendrin steht der große schwarze Flügel. Im Nebbienschen Gartenhaus gibt es nämlich nicht nur Kunst an der Wand, sondern es werden auch Konzerte gespielt und Lesungen abgehalten - organisiert vom Frankfurter Künstlerclub.

Durch Corona waren die Planungen des Programms in den vergangenen zwei Jahren nicht einfach. Nun liegt erstmals wieder ein Jahresprogramm vor, eine Entscheidung, die der neue Vorstand getroffen hat - trotz der Unsicherheiten, die immer noch bestehen. Das sind Rosanna Burford, Andrea Lubliner und Dr. Achim Taubmann. Das Trio möchte den Künstlerclub in die Zukunft führen und hat in den vergangenen Wochen Ideen entwickelt, mit denen auch jüngere Künstler und Besucher angesprochen werden sollen. Eines der langfristigen Aufgaben mit Blick auf die Zukunft sei, den Verein zu verjüngen, beschreibt es der Vereinsvorsitzende Taubmann.

Insgesamt zwölf Ausstellungen, neun Lesungen, acht klassische sowie neun Konzerte mit Jazz und Weltmusik sind über das Jahr verteilt vorgesehen. "Wir standen vor der Frage, ob wir das Programm nur für wenige Monate planen oder gleich für ein ganzes Jahr", sagt Taubmann. Die Entscheidung sei für das Jahresprogramm gefallen.

Rosanna Burford gehört mit ihren 34 Jahren zu den jüngeren Mitgliedern des Frankfurter Künstlerclubs und ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, vor allem für den Auftritt des Vereins in den Sozialen Medien, die nun stärker genutzt werden sollen. "Wir sind auch gerade dabei, unsere Webseite neu zu konzipieren", erzählt sie.

Andrea Lubliner bringt bereits Erfahrungen in der Vorstandsarbeit des Künstlerclubs ein. Sie war Teil des vorangegangen Gremiums und kümmert sich um die Mitgliederverwaltung. Alle drei sind selbst künstlerisch tätig und engagieren sich ehrenamtlich.

Die Verjüngung sei ein Prozess, der nicht von heute auf morgen durchführbar sei, sagt Taubmann. Aktuell hat der Verein 286 Mitglieder hat. "Die Anzahl hat sich durch die Corona-Pandemie, aber auch dadurch, dass Mitglieder verstorben sind, etwas reduziert", beschreibt es Andrea Lubliner.

Jeder Sparte hat einen Leiter

Für die Sparten Kunst, Literatur und Musik sind zudem jeweils neue Leiter benannt, die Künstler, Musiker und Autoren anfragen und einladen: Dies sind Christiane Gehlhar für die Literatur, Professor Christopher Brandt von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt für die Sparte Musik und der Vereinsvorsitzende Taubmann für die Sparte Kunst.

Diese Aufgabe möchte er aber abgegeben, weil er sich künftig ganz auf die organisatorischen und administrativen Aufgaben konzentrieren werde, sagt er. Zu diesen zählten insbesondere die Kommunikation mit den Ämtern sowie die Beantragung von Fördergeldern.

Verjüngen bedeute auch, das Programm moderner zu gestalten. Dazu gehörten etwa mehr Konzerte mit zeitgenössischer Musik, aber auch, dass die Kunst im Gegensatz zu früher von externen Experten wie Galeristen und Kunsthistorikern kuratiert werde.

Bewerbungen bis Oktober

"Künstler bewerben sich bis Oktober eines Jahres um eine Ausstellung im Nebbienschen Gartenhaus und die Bewerbungen werden anonymisiert an die Juroren weitergegeben, die dann Punkte vergeben", erklärt Taubmann das Prozedere und fügt hinzu: "Veränderungen sind erforderlich, aber Schritt für Schritt."

Alexandra Flieth

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