Paradiesisches Ambiente: Die Nachbarschaftskonzerte haben sich zum Chamisso-Festival weiterentwickelt und verzaubern die Besucher immer wieder aufs Neue. FOTO: Leonhard Hamerski
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Paradiesisches Ambiente: Die Nachbarschaftskonzerte haben sich zum Chamisso-Festival weiterentwickelt und verzaubern die Besucher immer wieder aufs Neue.

Eschersheim: Frankfurter Konzerte

Im Garten Musik, Tanz und Magie erleben

  • VonBrigitte Degelmann
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Das Chamisso-Festival im Grünen dürfte wieder viele Kulturhungrige ergötzen

Die ältere Dame kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: Sie wohne ganz in der Nähe, habe zufällig die Musik gehört und sei einfach einmal dort vorbeigekommen, erzählt sie - "und es war ganz, ganz toll". Gerade hat sie eines von vier Auftaktkonzerten für das Chamisso-Festival erlebt, das in diesen Wochen im Chamisso-Garten in Eschersheim stattfinden wird. Das Finale der Veranstaltungsreihe bilden fünf große Veranstaltungen am Donnerstag, 1. Juli, beziehungsweise am Samstag, 3. Juli.

Eine Initiative für Mensch und Kultur

Vor drei Jahren pachtete die Heilpädagogin und Imkerin Ute Posenenske das Gelände einer früheren Gärtnerei an der Fontane-Anlage von der Stadt Frankfurt, um dort eine Initiative für Mensch und Natur ins Leben zu rufen - auch mit Kultur. Um die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Not vieler Künstler zu lindern, richteten sie und ihr Team eine Außenbühne ein, auf der sie im Sommer 2020 kleine Konzerte und Figurentheater organisierten.

Eine dieser Veranstaltungen besuchte auch die Cellistin Anna-Lena Perenthaler, die im vergangenen Jahr zusammen mit Mitgliedern der Frankfurter Kammerphilharmonie in vielen Frankfurter Stadtteilen sogenannte Nachbarschaftskonzerte gab.

Die Musikerin war und ist begeistert von dem verwunschenen Garten-Areal: "Das ist ein traumhafter, fantastischer Ort." Schnell kam sie mit Ute Posenenske ins Gespräch, und bald waren sich beide einig: Sie wollen ein kleines Festival veranstalten - als Fortsetzung der kostenlosen Nachbarschaftskonzerte, die 2020 so viel Anklang gefunden hatten.

Genau diesen Plan setzen sie seit Anfang Juni um. Den Auftakt dafür bilden Veranstaltungen an den vier Juni-Sonntagen: zunächst mit zwei kleinen Auftritten auf der Straße wie bei den Nachbarschaftskonzerten, dann mit einem längeren Gastspiel im Chamisso-Garten selbst - und das Beste daran ist: das alles ist kostenlos für die Besucherinnen und Besucher.

Interaktiver Parcours

Die fünf Hauptkonzerte (sie finden am 1. und 3. Juli statt) folgen hingegen einem anderen Konzept. Zunächst wartet auf die Besucher ein interaktiver Gartenparcours - "mit verschiedenen Stationen", wie Nicolai Bernstein, Dirigent der Kammerphilharmonie Frankfurt, verrät. Dort sind zum Beispiel verschiedene Musikerinnen und Musiker zu entdecken oder auch Zauberer. Nicht umsonst steht das Festival unter dem schgönen Titel "Musik, Tanz und Magie".

Anschließend ist ein etwa 40-minütiges szenisches Konzert unter dem Motto "Entfaltung" geplant, dass Anna-Lena Perenthaler zusammen mit der Tänzerin Magdalena Dzeco und dem Ensemble "Next Door" gestaltet: mit Musik von Antonio Vivaldi, Aulis Sallinen und Antonio Jobim - ein Mix aus barocken Klängen, finnischem Tango und Bossa Nova. Und zwar nicht streng voneinander getrennt, sondern ineinander übergehend, in einem dramaturgischen Bogen gestaltet.

"Ich habe alles reingepackt, was ich schon immer mal machen wollte", verrät die Cellistin lachend. Unterschiedliche Genres ebenso wie verschiedene Auftrittsformen. "Bei den Nachbarschaftskonzerten im vergangenen Jahr haben wir schon vieles ausprobiert", sagt Anna-Lena Perenthaler. Interaktive Elemente beispielsweise, wenn etwa eine Tänzerin das Publikum zum Mittanzen brachte. All das fließe nun in die Auftritte beim Chamisso-Festival ein. "Da kann ich die Straßenkonzerte mit meiner professionellen Bühnentätigkeit verbinden", sagt die Musikerin.

Die ersten drei Auftaktkonzerte haben bereits etliche Besucher angelockt. Bis zu 130 Zuhörer fanden sich dabei im Chamisso-Garten ein. Ähnliches erhoffen sich die Organisatorinnen nun auch für die fünf Hauptveranstaltungen. Schließlich, so sagt Anna-Lena Perenthaler, seien viele Kulturinteressierte nach dem langen Lockdown wegen der Corona-Pandemie regelrecht ausgehungert: "Sie freuen sich sehr darauf, endlich wieder Kunst und Kultur zu erleben." Brigitte Degelmann

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