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Im Laubengang trifft man sich zum Plausch

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Von: Stefanie Wehr

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Freuen sich übers Leben in der Haus-Gemeinschaft: (v.l.) Steffen Bennewitz, Joachim Lölhöffel und Caro Röhner vom WohnGeno-Vorstand, Shama Sarwar und Gisela Schill. FOTO:
Freuen sich übers Leben in der Haus-Gemeinschaft: (v.l.) Steffen Bennewitz, Joachim Lölhöffel und Caro Röhner vom WohnGeno-Vorstand, Shama Sarwar und Gisela Schill. FOTO: © sauda

Im gemeinschaftlichen Wohnprojekt an der Triftstraße fühlen sich die neuen Bewohner wohl

"Wir wohnen hier in einer sehr angenehmen Gemeinschaft", sagt Gisela Schill. "Wenn jemand etwas braucht, fragt er die Nachbarn. Manchmal fehlt ein Ei zum Backen, oder neulich brauchte jemand Boxhandschuhe. Sogar die haben sich gefunden", lacht sie. Zuvor wohnte die Seniorin in einer Wohnsiedlung nahe der Uniklinik. "Dort kannte ich nach Jahren noch nicht meine Nachbarn, hier habe ich innerhalb weniger Wochen alle kennengelernt", erzählt Gisela Schill. "Es ist schöner, gemeinsam zu leben".

"Ich fühle mich mit meiner Familie hier im ,BeTrift' sehr gut aufgehoben", bestätigt Shama Sarwar. Die junge Mutter lebte mit ihrer Familie bis vor kurzem in Zeilsheim. Von dem Wohnprojekt erfuhr sie schon vor gut acht Jahren aus dem Radio und nahm gleich Kontakt mit den Planern auf. "Es gefällt mir, mit vielen Familien zusammenzuleben und sich gegenseitig zu unterstützen. Neulich haben die großen Kinder den kleinen Kindern im Hof Geschichten vorgelesen. Das hat mich so gefreut", erzählt sie. Die Bewohner grüßten morgen freundlich und lächelten.

Innenhof und Dach werden begrünt

Das vierstöckige Gebäude der Wohngeno "BeTrift" an der Triftstraße 34 ist nach jahrelanger Vorplanung, Genehmigung und langer Bauzeit, die sich durch die Coronazeit zog und am Schluss noch mit der Pleite des beauftragten Bauunternehmens gekrönt wurde, bezugsfertig, und nahezu alle 51 Wohnungen sind auch schon bewohnt. Seit vergangenen Herbst ziehen nach und nach die Mieter ein, die Mitglieder der Genossenschaft sind und einen Mietvertrag auf Lebenszeit erhalten haben. Alle Mitglieder haben einen Betrag eingezahlt, damit das Gebäude entstehen kann. Viele von ihnen sind Familien, gut 75 Erwachsene und 30 Kinder wohnen im "BeTrift". Ein Teil der Wohnungen ist gefördert. Für das Grundstück wird ein Erbbauzins an die Stadt fällig.

Familien leben zusammen

Die letzten Bauarbeiten dauern aber noch an, wie an dem Bauzaun und dem Gerüst vorne an der Triftstraße zu sehen ist. "Wir machen den Rest in Eigenregie", berichtet Joachim Lölhöffel vom Vorstand der Wohngenossenschaft Wohngeno. "Das ist ein richtiges Gemeinschaftsprojekt, wir treffen uns jedes Wochenende, um den Innenhof fertig zu gestalten und zu begrünen. Den Gehweg auf der Triftstraße haben wir repariert, das wird demnächst noch schöner und grüner werden vorne. Die Dachterrasse kommt auch noch dran, einige Regenrinnen fehlen noch", so Lölhöffel.

Im Sommer soll alles fertig sein. "Das Bauen macht aber Spaß, denn man sieht gleich das Ergebnis", ergänzt Steffen Bennewitz. Der junge Vater ist mit seiner Frau und dem Neugeborenen in die größte 140-Quadratmeter-Wohnung im vierten Stock eingezogen. Diese teilt sich die Familie mit einer zweiten kleinen Familie mit Säugling. "Uns gefällt es hier sehr gut. Vor allem die Laubengänge vor den Wohnungen, die viele als Terrasse nutzen, sind super", findet Bennewitz. "Dort kann man sich abends mit den Nachbarn treffen, und man kommt mit allen ins Gespräch".

Die Bewohner eint auch der Wunsch, Leben und Wohnen möglichst nachhaltig zu gestalten. Teilen statt kaufen ist ein Gedanke. Das Gebäude ist zudem im Niedrigenergiestandard gebaut, den benötigten Strom produzieren zu einem Drittel Solarzellen auf dem Dach. Im Innenhof sind schon Hochbeete aufgebaut, Gemüse und Kräuter können dort angebaut werden. In einem großen Raum im Erdgeschoss soll auch für die Nachbarschaft ein Bistro und Treffpunkt entstehen.

Die Wohngeno BeTrift ist nicht das einzige Wohnprojekt seiner Art in Frankfurt. Am nächsten Samstag, 14. Mai, stellen sich bereits realisierte und noch in Planung befindliche in der ganzen Stadt vor (siehe Kasten rechts).

Wer sich noch vorstellt

Der 5. Tag des Offenen Wohnprojekts, Samstag, 14. Mai, startet um 10 Uhr mit Planungsdezernent Mike Josef (SPD) im BeTrift, Triftstraße 34.

Doppelpunkt Uliba in Unterliederbach ist von 11.30-13.30 Uhr geöffnet, Sossenheimer Weg 66.

Das geplante Sonara in Höchst stellt sich in der Bolongarostraße 112 vor, 12-14 Uhr.

Im Hestia in Harheim, Im Niederfeld 8, 12 und 14, werden Besichtigungen angeboten, 14-16 Uhr

Das geplante Adaptiv, Mertonstraße 30, in Bockenheim, stellt sich von 14 bis 16 Uhr vor.

Die Preungesheimer Ameisen treffen sich im Garten, Gundelandstraße 7, 14.30 bis 16.30 Uhr

Am Frankfurter Berg gibt es eine Führung im DAB, Am Ulmenrück 9.

Anders Leben, Anders Wohnen in Enkheim, Leuche 35a, ist von 15-18 Uhr geöffnet.

Das W.I.R. auf dem Naxos-Gelände im Ostend, Wittelsbacher Allee 27, bietet zwischen 16 und 18 Uhr Hausführungen. Geplant ist auch das GON-Artgenossen am Frankfurter Berg, geladen wird zum Spaziergang zum Hilgenfeld, 17-19 Uhr.

In Griesheim entsteht das "Kolle": Schöffenstraße 9a-11, 18-20 Uhr mit Musik am Feuer.

"Gemeinsam suffizient leben", Friedberger Landstraße 23. stw

Stefanie Wehr

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