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Großbaustelle am Riederwaldtunnel: Rundverkehr soll jahrelang als Umleitung dienen

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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In Frankfurt erklärt die Autobahn-GmbH des Bundes Details zu neuen Bauabschnitten des Riederwaldtunnels. Ein Rundverkehr soll um die Großbaustelle herumführen.

Frankfurt – Sechs Jahre lang wird es im Erlenbruch an der Baustelle des Riederwaldtunnels im wahrsten Wortsinne rund gehen. So lange soll ein Rundverkehr Autos, Radfahrer und Fußgänger um die Großbaustelle herumführen.

Dies ist in der Sitzung des Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) am Montagabend (25. April) in Frankfurt klar geworden. Dieser tagt sogar unter Polizeischutz, ein Streifenwagen parkt vor der Bergener Stadthalle – für den Fall, dass es zu Protesten von radikalen Gegnern des Vorhabens kommen sollte.

Riederwaldtunnel: Rundverkehr soll um Großbaustelle in Frankfurt herumlotsen

Drinnen bremst Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) die generell gegen das Projekt gerichteten Stellungnahmen schnell ab. Die kommen von Wilhelm Breder aus Bockenheim vom Umweltverband BUND und Friedhelm Ardelt-Theek vom Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn. Beide weisen auf die ihrer Meinung nach klimaschädliche Wirkung und vermeintliche Unrechtmäßigkeit des Vorhabens hin.

Blick auf die Großbaustelle am Autobahndreieck Erlenbruch an der Frankfurter Ostumgehung A 661. (Archivfoto)
Blick auf die Großbaustelle am Autobahndreieck Erlenbruch an der Frankfurter Ostumgehung A 661. (Archivfoto) © Arne Dedert/dpa

"Das sind Fragen, die der Bund beantworten muss", sagt Skrypalle. "Es geht hier darum, Fragen des Ortsbeirats zu beantworten." Die Sitzung sei aber keine Informationsveranstaltung der Autobahn-GmbH des Bundes. Von deren Vertretern erhalten die Ortsbeiratsmitglieder viele Antworten auf ihre Fragenliste zu den Bauarbeiten. Dabei sind die ersten Arbeiten für den 2,2 Kilometer langen Lückenschluss der A66 schon erledigt, den der Bund bis 2031 für 477 Millionen Euro baut.

Autobahn-GmbH: Bau von Riederwaldtunnel in Frankfurt soll 2023 beginnen

So entstanden zuletzt mit den vier Leitungsbrücken bereits kurze Abschnitte der Tunneldecke, erklärt Steffen Rütenfrans, Sprecher der Autobahn-GmbH. Der Tunnel werde von beiden Enden her in "Baudocks" hergestellt: Stück für Stück, um das Grundwasser zu schonen. Zwischen knapp einem und einem Eindreiviertel Jahr lange dauere jeder Abschnitt. 2023 solle es losgehen.

Dabei wird die Nachbarschaft vor Baulärm geschützt. So laufe der Einbau von Schallschutzfenstern, in der Pestalozzischule sei das bereits fertig, sagt Rütenfrans. Die Schule bekommt aktuell auch eine Lüftungsanlage und die Kita Vatterstraße eine Lärmschutzwand fürs Außengelände. Entschädigungen für Immobilieneigentümer würden derzeit vorbereitet und ausbezahlt, bevor die Hauptarbeiten starten.

Frankfurt: Nachbarschaft um Riederwaldtunnel vor Baulärm geschützt

Beim Bauen würden lärmarme Geräte und Verfahren genutzt, der Lärm überwacht und Arbeiten, falls nötig, zeitlich stark beschränkt. An den Baugruben werden temporäre Schutzwände aufgestellt. Zusätzlich schirmt eine 390 Meter lange, 6,50 Meter hohe Wand die Häuser in der Vatterstraße vom Lärm von Baustellen, Straßen- und U-Bahn-Verkehr ab.

Der Straßenverkehr soll ab 2025 in einem großen Einbahnstraßenring laufen: Auf der Straße Am Erlenbruch Richtung Osten, auf einer neuen Fahrbahn zwischen Baustelle und den Vatterstraßenhäusern nach Westen. Hier, nördlich, verläuft dann auch die temporär verlegte U-Bahn-Trasse. Radfahrer und Fußgänger könnten die Wege neben den Fahrbahnen allerdings in beide Richtungen nutzen, erklären die Fachleute auf Nachfrage.

Frankfurt: Riederwaldtunnel-Baustelle kann an drei Stellen gequert werden

Gequert werden kann die Baustelle an drei Stellen: in Borsigallee, Haenischstraße und in Höhe Alfred-Pfaff-Straße, wodurch alle Schulwege aufrecht erhalten blieben. Der Ringverkehr bleibe während der Hauptarbeiten sechs Jahre lang unverändert. "Der Vorteil ist, dass sich die Verkehrsteilnehmer nicht mehr umgewöhnen müssen", heißt es von der Autobahn-GmbH. Das erhöhe die Sicherheit. Auch sei diese Verkehrsregelung "etwas leistungsfähiger" als die heutige, oft verstopfte Straße Am Erlenbruch.

In der Ortsbeirat-Sitzung zeigt sich: Ein Rundverkehr wird künftig um die Bauarbeiten an Frankfurts Riederwaldtunnel herumführen.
In der Ortsbeirat-Sitzung zeigt sich: Ein Rundverkehr wird künftig um die Bauarbeiten an Frankfurts Riederwaldtunnel herumführen. © Rainer Rüffer

Der Bauverkehr soll dabei nicht durch den Erlenbruch laufen. Die Lastwagen würden über temporäre Zufahrten zur A661 im Westen und zur A66 im Osten direkt von und zur Baustelle geführt, um die Anwohner zu entlasten. Wo dies im Osten geschehe, fragt SPD-Fraktionschef Stephan Zilcher.

Es werde eine Behelfsabfahrt am Ausbau-Ende der A66 samt temporärer Brücke für die Laster geben, erklärt Steffen Rütenfrans. Damit die Zufahrt gebaut werden könne, müssten nächsten Winter wie angekündigt 2,7 Hektar des Fechenheimer Waldes gerodet werden. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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