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Im Zentrum viel Grün

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Von: Gernot Gottwals

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Stattliche Bäume, Blumenbeete und Bienenwiesen, Sitzgelegenheiten: So soll einmal der zentrale Quartiersplatz im Neubazgebiet Westville an der Kleyerstraße aussehen. animation: bauherr
Stattliche Bäume, Blumenbeete und Bienenwiesen, Sitzgelegenheiten: So soll einmal der zentrale Quartiersplatz im Neubazgebiet Westville an der Kleyerstraße aussehen. animation: bauherr © n.n.

Linden und Liguster für den neuen Quartiersplatz im Gallus

Auf dem ehemaligen Industriegelände von Teves und Avaya entsteht in den kommenden vier Jahren das Wohnquartier Westville mit mehr als 1300 Mietwohnungen auf 51 000 Quadratmetern. Die Mitte der sechs Baufelder bildet ein blumiger Quartiersplatz. Doch im Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt) wurden Stimmen nach mehr Bürgerbeteiligung laut.

Treffpunkt für die Nachbarschaft

Denn der Quartiersplatz, der nach einem Vorschlag des Ortsbeirats nach der jüdischen Stifterin und Frauenrechtlerin Marie Pfungst (1862-1943) benannt werden soll, hat als öffentlicher Treffpunkt auch für die benachbarte Friedrich-Ebert-Siedlung einige Erwartungen geweckt. "Die Abbrucharbeiten sind bereits abgeschlossen, die Rohbauarbeiten für das erste Baufeld haben im Juli 201 begonnen", erklärte Sebastian Genz, Projektentwickler bei Instone Real Estate Development.

Zu Beginn musste der von der früheren industriellen Nutzung kontaminierte Erdboden entfernt und das Grundwasser mikrobiologisch gereinigt werden.

Sämtliche vier- bis achtgeschossige Häuser werden im KfW 55-Standard gebaut, 380 Wohnungen öffentlich gefördert. Rund 80 Prozent des Gesamtwärmebedarfs wird aus der Abwärme des benachbarten Rechenzentrums gedeckt. "Ein Leuchtturmprojekt, durch die Energie, die sonst verpufft, werden 440 Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart", betonte Genz. Geplant sind zudem drei Kitas, sechs Kinderspielplätze sowie Gastronomie- und Einzelhandelsflächen. Ein Supermarkt und ein Bäcker sind bereits gefunden. Für 20 Prozent der 1100 Stellplätze sind Ladesäulen vorgesehen.

Auf dem Quartiersplatz werden drei Silberlinden durch drei Neupflanzungen ergänzt, hinzukommen Pfeifenstrauch, Gartenreibisch, Liguster und Kirschlorbeer. "Etwa die Hälfte der Fläche wird mit Kräuterrasen bepflanzt, für die andere Hälfte verwenden wir eine Staudenmischung", erklärte Jürgen Burkert vom Grünflächenamt. Zu den Stauden gehören Goldwolfsmilch, Ehrenpreis und Schafgarbe, den Rasengräsern werden rund 50 verschiedene Kräuter beigemischt. "Auch am nördlichen Rand des Platzes sollte man weitere Fläche entsiegeln", regte Andreas Laeuen (Grüne) an. Zudem sollte die auf dem Platz vorgesehene Gastronomie anders als auf dem Tel-Aviv-Platz nicht an einer Ergänzung durch eigene Bäume gehindert werden. "Wir müssen aber im Norden des Platzes auch Stellfläche für die Feuerwehr ausweisen", erklärte Jürgen Burkert.

Angela Kilian (Linke) mahnte an, bei der Bepflanzung auf geeignete Bäume mit einer stattlichen Größe zu achten. Burkert erwiderte, man müsse darauf achten, dass die Bäume unterirdisch genügend Platz zum Wurzeln haben. "Die Spielplätze müssen altersgerecht ausgestattet sein, nur ein Sandkasten und eine Wippe sind hier nicht ausreichend", mahnte Sara Steinhardt an, Kinderbeauftragte Gallus-Süd. Barrierefeie Spielgeräte seien jedoch nicht vorgesehen, so Burkert.

Bemängelt wurde von Linken und Grünen zudem die geringe Förderquote. Doch 30 Prozent entsprächen den Vorgaben des Planungsdezernats, so Genz. Die Wohnungen, die von 2024 bis 2025 übergeben werden sollen, seien bereits an einen Investor verkauft. "Es sollte eine Bürgerbeteiligung für den Quartiersplatz als öffentlichen Platz geben und die Straßen des Quartiers sollten als Spielstraßen ausgewiesen werden", forderte Dirk Schneider, Kinderbeauftragter für Gallus-Nord. Darauf reagierte Burkert enttäuscht, da die vorgestellte Planung des Grünflächenamts durchaus gut angekommen seien. Doch Steinhardt sprang ihrem Kollegen bei: "Ein vorheriger runder Tisch wäre angebracht gewesen, so entsteht der Eindruck, wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt." Gernot Gottwals

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