Ben-Gurion-Ring wird farbenfroher

Imagewandel im Quartier

Farbenfrohe Bilder von Bewohnern schmücken Hauseingänge im Ben-Gurion-Ring und steigern die Identifikation der Menschen mit ihrer Siedlung. Die Stadt und die Wohnungsgesellschaft GWH planen aber noch eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen, um dem „Ring“ ein neues Image zu verpassen.

Der Ben-Gurion-Ring galt einst als die Hochhaussiedlung schlechthin, mit Kriminalität, Gewalt und allem Schlechten, das man sonst noch mit einer Hochhaussiedlung verbindet. In den Köpfen vieler ist „der Ring“ das noch immer. Aber nicht aus Sicht vieler seiner Bewohner.

Die verbinden mit ihrem Quartier Vögel, blühende Wiesen und darauf spielende Kinder. Selbst Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Frankfurts neuer Planungsdezernent Mike Josef (SPD) staunen, mit welchen Augen die Menschen aus dem „Ring“ ihren Stadtteil sehen, auch wenn beide Politiker wissen, dass das Quartier seinem schlechten Ruf schon lange nicht mehr gerecht wird.

Bewohner aus dem Ben-Gurion-Ring halten ihre farbenfrohe Sicht auf die Hochhaussiedlung bereits seit vergangenem Jahr in Bildern fest. Und jene Sicht bestimmt nun zunehmend das Gesicht der Siedlung: Die Motive der Anwohner wurden auf Außentapeten gedruckt, die seit vergangenem Jahr nach und nach auf den Fassaden der Eingänge von Häusern angebracht werden, die sich im Besitz der Wohnungsbaugesellschaft GWH befinden.

„Bis in drei Jahren soll über jedem Hauseingang ein anderes Bild hängen“, kündigt GWH-Geschäftsführer Stefan Bürger an. Er und sein Unternehmen, dem 1250 Wohnungen am Bügel gehören, möchten mit der Kunstaktion der Siedlung jedoch nicht nur oberflächlich ein etwas anderes Antlitz verschaffen.

„Wir wollen damit dazu beitragen, dass sich die Menschen hier noch mehr mit der Siedlung identifizieren. Die Bewohner leben gerne hier. Und die Gründe dafür zeigen sich auch auf den Bildern“, sagt Bürger.

Die aus Sicht von GWH-Sprecher Marc Hohmann „vielfältigen und rührenden“ Motive erfahren ab sofort noch eine zusätzliche Würdigung in der Siedlung. Denn Oberbürgermeister Feldmann und Planungsdezernent Josef waren auch gekommen, um die Vernissage der Bewohner-Bilder im Stadtteilbüro im Ben-Gurion-Ring 56 zu eröffnen.

Und der sogenannte „Tapetenwechsel 2.0“ am Bügel, für den Mike Josef die Schirmherrschaft übernommen hat, soll nur einer von vielen Schritten beim weiteren Wandel im Ben-Gurion-Ring sein. Wie Stefan Bürger ankündigt, sollen die Bewohner künftig weit intensiver mitreden, wie der Wind weht in der Siedlung.

„Es darf keine Verhinderungspolitik herrschen wie früher. Die Bürger sollen gefragt werden, was sie in der Siedlung wollen. Wenn sie sich ernst genommener fühlen, dann haben sie auch ein Bedürfnis, etwas zu verteidigen“, findet Bürger.

Eine erste Maßnahme werde sein, so der GWH-Geschäftsführer, die Öffnungszeiten des Stadtteilbüros zu erweitern. Die Bewohner sollen auf diese Weise noch öfter Gelegenheit haben, sich Quartiersmanager Marcus Schenk mitzuteilen und Wünsche zu äußern.

Darüber hinaus möchte die GWH am Bügel auch einige bauliche Maßnahmen in die Wege leiten: Eingangsbereiche sollen aufgewertet, Fassaden hergerichtet und Bäder erneuert werden. Zudem schafft das Unternehmen 340 neue Wohnungen, die es auf dem ehemaligen SEB-Gelände baut.

Auch die Bevölkerungsstruktur soll künftig besser durchmischt werden. Wie Bürger erklärte, spiele die GWH mit dem Gedanken, mehr Wohnraum für Studenten am Bügel zu schaffen. „Mein Traum ist außerdem, hier irgendwann mal etwas Schickimicki zu schaffen, vielleicht in Form eines Penthouses. Der Ausblick ist schließlich einzigartig. Bislang ist das aber nur eine Vision“, betont Bürger.

Deutlich sichtbar ist hingegen bereits das Logo der neuen Stadtteilmarke „Grün Hoch2 – wohnfühlen am Bügel“. Stadt und GWH wollen unter diesem Motto gemeinsam mit lokalen Initiativen den Imagewandel im Viertel einleiten.

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