Radfahren macht mobil ? aber muss gelernt sein.
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Radfahren macht mobil ? aber muss gelernt sein.

„Engagement im Gallus“

Immer schön Balance halten

  • vonGernot Gottwals
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Manchmal muss Sarah Bender vom Internationalen Bund vermittelnd eingreifen, wenn ein junger Mann auf dem Hof der Paul-Hindemith-Schule unbedingt ein „cooles“ Rad haben möchte, das wegen seines

Manchmal muss Sarah Bender vom Internationalen Bund vermittelnd eingreifen, wenn ein junger Mann auf dem Hof der Paul-Hindemith-Schule unbedingt ein „cooles“ Rad haben möchte, das wegen seines Rahmens bereits für einen größeren oder kleineren Altersgenossen ausgesucht wurde. „Viele der anwesenden Flüchtlinge sind Männer, dafür haben wir aber sehr viele Damen- und Kinderräder“, erklärt Bender. Deshalb braucht es Geduld und Einsicht, damit möglichst jeder Interessent einen passenden Drahtesel findet.

„Insgesamt haben wir immerhin 19 Kinder- und 21 Erwachsenenfahrräder als Spenden erhalten“, zeigt sich Kristin Deibert zufrieden, die den zweiten Rad- Aktionstag für „Engagement im Gallus“ koordiniert, einer Initiative der Deutschen Bank, Linklaters und dem Mehrgenerationenhaus Gallus. Neben ihr prüfen freiwillige Helfer der Stadtteilinitiative Koblenzer Straße (SIKS), der Fahrradwerkstadt Riederwald und der Deutschen Bank die Räder auf Mängel und machen sie mit Materialspenden von „Zweirad Ganzert“ wieder verkehrstüchtig. „So wird unser Aktionstag sogar generations- und stadtteilübergreifend“, freut sich Christine Schwake von der Bank.

Einige Meter weiter hat die Fahrrad AG der Paul-Hindemith-Schule einen Parcours aus verschiedenen zu überwindenden Hindernissen und Hütchen aufgebaut, die es im Slalom zu umfahren gilt. „An dieser Stelle kann man schon mal stürzen, wenn man nicht sehr vorsichtig ist“, erklären Junior und Wassim (beide 15) aus der 9a, die den Parcours zusammen mit dem Schulleiter George Matthew aufgebaut haben, und verweisen auf eine Schulhofbank, die über zwei Rampen zu befahren ist. Hier kommt es darauf an, dass man das Gewicht richtig verlagert- am besten auf einem Mountainbike.

Ab und an wagt sich auch eine Frau mit Kopftuch etwas verhalten an den Parcours. Schließlich organisiert der Internationale Bund gerade einen Fahrradkurs für Migrantinnen im Gallus in der Ackermannschule. „,Gallus fährt Rad’ fördert nicht nur die Mobilität, sondern zeigt vielmehr die Vielfalt gesellschaftlicher Teilhabe im Stadtteil“, erklärt Kristin Friedrich. Doch in einigen islamischen Ländern sind Frauen auf Fahrrädern noch immer eine Ausnahme- Saudi-Arabien etwa erlaubt dies erst seit etwa drei Jahren.

Derweil legen die Helfer in der Fahrradwerkstatt nochmal einen Zahn zu, reparieren Bremsen, Lampen und Schläuche. „Wir wollen bei uns in der eigenen Werkstatt nach Möglichkeit schon bald ein Repair Café anbieten“, sagt Manuel Barth von SIKS. Am Ende finden die letzten Räder ihre Abnehmer. „Wir haben alle Interessenten aufgelistet, wer heute leer ausgeht, soll nach Möglichkeit später eine gespendetes Fahrrad bekommen“, sagt Sarah Bender. Vor allem Männerfahrräder können nach Absprache mit Kristin Friedrich (Telefon 75 08 46 98) gerne noch abgegeben werden.

(got)

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