Das "schönste Impfzentrum Deutschlands" ist Geschichte: Der Impfservice zieht in Messehalle 1.2. FOTO: Dpa
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Das „schönste Impfzentrum Deutschlands“ ist Geschichte: Der Corona-Impfservice in Frankfurt zieht in Messehalle 1.2.

Kampf gegen Corona

Frankfurt: Schönstes Impfzentrum Deutschlands zieht um

  • Sarah Bernhard
    VonSarah Bernhard
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Nach neun Monaten und fast 500.000 Impfungen schließt das Corona-Impfzentrum in der Festhalle Frankfurt seine Türen. Doch es geht an anderer Stelle weiter.

Frankfurt – Es galt als das schönste Impfzentrum Deutschlands - seit heute ist das Geschichte. Denn wenn das Frankfurter Impfzentrum, das vom Deutschen Roten Kreuz organisiert wird, seine Türen am kommenden Dienstag wieder öffnet, sind es nicht mehr die Türen der Festhalle, sondern die der direkt angrenzenden Messehalle 1.2.

Ginge es nach dem Land, wäre das Impfzentrum - wie die übrigen 27 in Hessen - spätestens Ende des Monats geschlossen worden. Mittlerweile seien so viele Menschen geimpft, dass die Hausärzte zusammen mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst die Regelversorgung übernehmen könnten, begründete Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) Ende Juni diesen Beschluss.

Der Verwaltungsstab der Stadt Frankfurt, zu dem unter anderem Vertreter des Gesundheitsamts gehören, sieht das anders. "Das Impfzentrum wird als feste Institution in Frankfurt weiterhin die zentrale Anlaufstelle zur Corona-Schutz-Impfung bleiben", sagt Gesundheitsamtsleiter Dr. Peter Tinnemann.

Frankfurter Gesundheitsdezernent über Corona-Impfzentrum: „Voller Erfolg“

Fast 500.000 Dosen wurden seit Ende Dezember 2020 auf den fünf Impfstraßen in der Festhalle in Oberarme injiziert - 6,3 Prozent der insgesamt in Hessen verabreichten Dosen. Grund für diese hohe Zahl ist unter anderem, dass Frankfurt über lange Strecken regionales Impfzentrum war, also nicht nur Frankfurter, sondern auch viele Pendler aus der Umgebung mitgeimpft hat.

"Das Impfzentrum war und ist ein voller Erfolg", bestätigt Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). "Wir hatten nicht nur das schönste Impfzentrum Deutschlands, die Bürgerinnen und Bürger bescheinigen uns auch einen hervorragenden Service. Wir haben nahezu keine Beschwerden und unglaublich viele bestätigende und zufriedene Rückmeldungen erhalten."

Dies sei unter anderem der "perfekten und professionellen Zusammenarbeit" von Gesundheitsamt, Deutschem Roten Kreuz, Messe und der Apotheke im Impfzentrum zu verdanken, so Majer weiter. Rund 1000 Mitarbeiter taten in der Festhalle in jeweils zwei Schichten à 200 Personen Dienst.

Corona-Impfungen in Frankfurt: Schlechte Kommunikation zwischen Stadt und Land

Wen Majer nicht erwähnt: das Land Hessen, das für die Terminvergabe zuständig war. Weil Stadt und Land schlecht miteinander kommunizierten, waren die Auskünfte der Telefonhotline oft falsch oder unvollständig - wenn man sie überhaupt erreichte. Immer wieder wurden Terminverschiebungen oder -absagen zur Herausforderung.

Die Kosten für das Impfzentrum, die Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) seinerzeit mit 1,8 Millionen Euro pro Monat kalkuliert hatte, teilt sich das Land Hessen mit dem Bund. Mittlerweile wären das über 16 Millionen Euro. Darüber, wie viel Aufbau und Betrieb tatsächlich gekostet haben, konnte das Gesundheitsamt bis Redaktionsschluss keine Angabe machen.

Bei den Impfungen kam in 13 Prozent der Fälle Astrazeneca zum Einsatz, bei 71 Prozent der Impfungen wurde Biontech aufgezogen, in 14 Prozent der Fälle Moderna, zwei Prozent der Impfwilligen bekamen die Einmalimpfung von Johnson & Johnson. Knapp 500 dieser Impfungen wurden als Auffrischung verabreicht. Zum Vergleich: Bei den Hausärzten bekamen 3,5 Prozent der Patienten Johnson & Johnson.

Frankfurt: Neuer Standort für Impfungen gegen Corona

Auch am neuen Standort in der Messehalle 1.2 kann man sich künftig kostenlos und ohne Anmeldung gegen Corona impfen lassen. Termine, die für dieses Wochenende ausgemacht waren, wurden verschoben. Für Menschen, die davon nichts mitbekommen haben, werde aber eine kleine Impfeinheit vorgehalten. Spontane Impfungen sind hingegen erst wieder ab Dienstag möglich.

Das neue Impfzentrum in der Messehalle 1.2, das drei Impfstraßen haben wird, hat dann montags bis freitags von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Bereits gebuchte Termine, die außerhalb der neuen Öffnungszeiten liegen, können montags bis freitags zwischen 12 und 18 Uhr ab dem nächsten Öffnungstag nach der Terminbuchung wahrgenommen werden. Wochenendtermine werden auf den nachfolgenden Werktag verschoben. (Sarah Bernhard)

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