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Mit dem Bürgerverein kümmert sich Vorsitzender Dieter Wolff um die Beleuchtung des Berkersheimer Weihnachtsbaums. foto: hamerski

Berkersheim: Finanzspritze

In der Lichterkette verheddert

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Heftige Diskussion um Weihnachtsbaum-Beleuchtung - 1500 Euro bewilligt

Der Bürgerverein Berkersheim muss sich für die geplante Weihnachtsbaum-Beleuchtung auf lediglich 1500 Euro Zuschuss vom Ortsbeirat 10 einstellen. Das für Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg und Preungesheim zuständige Gremium änderte in der jüngsten Sitzung eine interfraktionelle Tischvorlage ab. Der Bürgerverein hatte 4000 Euro Hilfe erbeten.

Die alte Anlage für die Weihnachtsbaumbeleuchtung sei in die Tage gekommen, sagt Dieter Wolff, Vorsitzender des Bürgervereins. Schwierig sei es Ersatzglühlampen zu bekommen. "Wir wollten nicht mehr in die alte Anlage investieren." Für ein neues "ausgeklügeltes System" mit mehreren Lichterketten und "guter Qualität" brauche der Verein eben 4000 Euro, sagt Wolff.

Zu kurzfristig und zu teuer

Im Ortsbeirat führte die Bitte zu einer kontroversen Diskussion: Michael Bartram-Sitzius, Fraktionsvorsitzender der SPD, eröffnete sie. "So kurzfristig geben wir kein Geld aus", sagte er. Normalerweise sei schon im Frühjahr erkennbar, dass die Weihnachtsbaum-Beleuchtung erneuert werden müsse. "Jetzt kommen die im November!" Hinzu käme, dass die Weihnachtsbaum-Beleuchtung oft Vandalismus zum Opfer fiele. Folglich müsse kein "so teures Schicki-Micki-Zeug" an den Berkersheimer Weihnachtsbaum gehängt werden. Boris Straub, ebenfalls SPD, hat sich schlau gemacht: "3000 Euro der beantragten 4000 Euro gehen laut Kostenvoranschlag alleine für die LED-Beleuchtung drauf. Das ist zu viel und in der Höhe unangemessen." Zumal Berkersheim ja nur einer der Ortsteile in der Zuständigkeit des Ortsbeirats sei. Was ist mit den anderen?

Im Gespräch mit dieser Zeitung wies Wolff darauf hin, dass LED-Lampen eine deutlich längere Lebensdauer hätten. "50 000 Stunden können die Lampen leuchten. Deren Ende würde keiner von uns erleben."

Lothar Kramer, dessen Fraktion ebenso wie die der BFF die Tischvorlage der CDU als interfraktionellen Antrag unterstütze, entschuldigte sich: "Diese Frage, was mit den anderen Stadtteilen ist, hat sich mir erst gestellt, als meine Fraktionskollegin Ayse Dahlhoff mich darauf aufmerksam gemacht hat." Kramer hatte einen Elektriker angesprochen, der versicherte, er könne die LED-Beleuchtung für lediglich 1500 Euro liefern.

Die Diskussion ging weiter. Boris Straub erinnerte: "Der Bürgerverein Frankfurter Berg hat die Weihnachtsbaum-Beleuchtung selbst bezahlt! 150 Euro!" Ortsvorsteher Robert Lange (CDU), der die Tischvorlage am Sonntag, zwei Tage vor der Sitzung, bei den anderen Fraktionen vorstellte, erwiderte: "Wir haben für die Beleuchtung in Preungesheim 4000 Euro dazugegeben!"

Verhandlungen verzögerten Antrag

Er nahm die Schuld auf sich, dass der Antrag so spät kam. "Der Bürgerverein hat monatelang um eine passende Hülse für den Christbaum gekämpft, danach war unklar, ob die Beleuchtung durch die Wirtschaftsförderung bezahlt wird, was meine Idee war. Als sich dann herausstellte, dass die Wirtschaftsförderung nicht zahlt und die letzte Sitzung des Ortsbeirats in diesem Jahr anstand, drängte die Zeit." Lange schlug nun vor, den zugesagten Betrag auf 1500 Euro zu kürzen.

Andreas Eggenwirth (FDP) forderte: "So oder so, die Weihnachtsbaum-Beleuchtung muss stattfinden." Bartram-Sitzius erwiderte: "Es ist Steuergeld."

Zum Schluss erbrachte die Abstimmung bei aller Kontroverse zuvor ein einstimmiges Ergebnis: Der Bürgerverein Berkersheim erhält 1500 Euro, um noch vor Weihnachten den Christbaumschmuck anzuschaffen. Wie er das bewerkstelligen wird, sagt Wolff, wolle der Verein in den nächsten Tagen diskutieren.

Thomas J. Schmidt/ msr

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