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Nachbarn klagen über Schwerlastverkehr - Jetzt kommen noch Elterntaxis dazu

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Von: Judith Dietermann

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Wie eng es in der Waldgasse ist, wenn der Schwerlastverkehr dort hinunter rollt, zeigt das Bild eines Anwohners, der direkt gegenüber der Kindertagesstätte an der Ecke zum Wiesenrain wohnt. Kommt dann noch der Hol- und Bringverkehr der Diesterwegschule - oben im Bild sieht man die Pavillonanlage - wird es noch enger in der Straße.
Wie eng es in der Waldgasse in Frankfurt ist, wenn der Schwerlastverkehr dort hinunterrollt, zeigt das Bild eines Anwohners, der direkt gegenüber der Kindertagesstätte an der Ecke zum Wiesenrain wohnt. Kommt dann noch der Hol- und Bringverkehr der Diesterwegschule - oben im Bild sieht man die Pavillonanlage - wird es noch enger in der Straße. © FFS_diester_Oscar

Die Waldgasse in Frankfurt wird mehr und mehr zur Durchgangsstraße für Schwerlastverkehr und Elterntaxis. Anwohner sind verzweifelt.

Frankfurt – Es gab Zeiten, da war die Waldgasse, die von der Ginnheimer Landstraße abzweigt, ein ruhiges Anwohnersträßchen. Doch das ist längst vorbei. Stattdessen rollen Lastwagen, manchmal sogar nachts, durch die Straße in Frankfurt, die eigentlich nur von Anliegern genutzt werden darf. Zudem ist an deren Ende, an der Ecke zur Schloßhecke, der Auslagerungsstandort der Diesterwegschule.

Nach dem Ende der Sommerferien werden die Grundschüler dort unterrichtet. Für mindestens drei Jahre. Bis die Sanierung und Erweiterung ihrer Schule am Mühlgarten abgeschlossen ist. Lange hat die Schulgemeinde darauf gewartet. Doch was sie freut, ärgert andere. "Für uns bedeutet das noch mehr Verkehr", schlugen die Anwohner der Waldgasse deswegen jüngst beim Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) Alarm.

Durchgangsverkehr in Frankfurter Waldgasse wird immer schlimmer - Anwohner schlagen Alarm

"Seit fast zehn Jahren setzen wir sowohl den Ortsbeirat, als auch die verantwortlichen Stadträte wiederholt über die negative Entwicklung des Verkehrs seit der Erschließung der Waldgasse und des Wiesenrains in Kenntnis. Wie weisen auf Gefahren hin und übermitteln konstruktive Vorschläge", sprach Anwohnerin Brigitte Kubelke für sich und ihre Nachbarn. Doch statt Verbesserungen zu erkennen, werde es immer schlimmer. "Wir sind wirklich verzweifelt", sagte sie.

Der zunehmende Verkehr sei nicht nur eine Gefährdung für die Anwohner, sondern auch die künftig dort zu Fuß zur Schule gehenden Kinder sowie derer, die die Kita "Im Wiesenrain" besuchten. Hinzu komme: Unter der Brücke der Rosa-Luxemburg-Straße sei "wieder einmal" eine Baustelleneinrichtung geplant, der Schwerlastverkehr werde entsprechend steigen. "Wir wollen niemanden unter den Rädern sehen, aber das Risiko steigt", sagte Kubelke. Denn an die Geschwindigkeitsbegrenzung - in der Waldgasse gilt Tempo 30 - halte sich längst nicht jeder.

Zu dem Vorschlag der Anwohner, die Straße wie an der Ecke zum Wiesenrain bis zur Einmündung in die Ginnheimer Waldstraße aufzupflastern, damit dort nicht so schnell gefahren werden könne, seien bei einem Schulwegsicherungstermin Anfang Juni von den städtischen Ämtern Bedenken geäußert worden, erklärte Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU).

Frankfurt: Anwohner der Waldgasse hoffen auf Hilfe des Ortsbeirats

Dass die Anwohner zu diesem Treffen nicht eingeladen wurde, fand er ebenso ärgerlich. Allerdings seien dem Ortsbeirat da die Hände gebunden. "Wir waren auch nur zu Gast", sagte er. Dort sei besprochen worden, wie mit dem zu erwartenden Elternverkehr durch die Auslagerung der Diesterwegschule an die Schloßhecke umgegangen werden soll.

"Es werden Haltepunkte für die Eltern außerhalb des verkehrsberuhigten Zone in der Ginnheimer Landstraße, jeweils über eine Länge von drei Parkplätzen eingerichtet", erklären Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) und Verkehrdezernent Stefan Majer (Grüne), nachdem sie Sorgen der Anwohner bis in die Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung vorgedrungen waren. Zu den Schulzeiten von 7.30 Uhr bis 17.30 Uhr sollen diese Parkplätze genutzt werden können, sagen sie. Die Kinder nutzen dann die verkehrsberuhigte Waldgasse als Weg zur Schule oder Kita. Vonseiten der Schule solle eine Unterstützung durch Lotsen zur Erhöhung der Schulwegssicherheit eingerichtet werden.

Mit der geplanten Einrichtung der drei Kurzzeitparkplätze, wird es sogar einer mehr werden, als der Ortsbeirat mit einem einstimmig verabschiedeten Antrag der Grünen gefordert hatte.

Zwei sollten demnach auf Höhe der Ginnheimer Landstraße 183 eingerichtet werden, damit die Elterntaxis nicht durch die Waldgasse fahren. "Ein guter Anfang", kommentierte Thomas Budenz (BFF) den Antrag, der sich auch für die von den Anwohnern gewünschte Aufpflasterung einsetzte. "Die Schloßhecke wird jetzt immerhin asphaltiert, da wäre das doch auch noch möglich gewesen", meinte er.

Verkehrsproblem in Frankfurt: Bauarbeiten erschweren die Situation zusätzlich

Nicht gelöst ist mit den Parkplätzen allerdings die Sorge der Anwohner über den zusätzlichen Schwerlastverkehr wegen der Baustelleneinrichtung unter der Brücke.

Die tatsächlich dort geplant ist und parallel angedient werden soll. Im Rahmen der laufenden S6-Bauarbeiten, wie Weber und Majer erklären. Diese sei bauablaufbedingt notwendig, liege innerhalb des planfestgestellten Gebietes und sei insofern nicht abwendbar. "Das Straßenverkehrsamt ist aber in Kontakt mit dem Vorhabenträger und wird unter Ausschöpfung der straßenverkehrsrechtlichen Möglichkeiten tätig werden", verspricht der Verkehrsdezernent. Ein detaillierter Antrag auf Erteilung einer verkehrsrechtlichen Anordnung liege jedoch aktuell noch nicht vor. (Judith Dietermann)

In der Frankfurter Innenstadt soll der Verkehr beruhigt werden. Mehrere Maßnahmen sind geplant.

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