Wenn die Familie Zuwachs bekommt, ist die Unsicherheit anfangs oft groß. Hebammen sind da eine große Hilfe, doch es gibt zu wenige davon in Frankfurt. Deshalb hat die Stadt vor zwei Jahren die Wochenbett-Nothilfe ins Leben gerufen.
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Wenn die Familie Zuwachs bekommt, ist die Unsicherheit anfangs oft groß. Hebammen sind da eine große Hilfe, doch es gibt zu wenige davon in Frankfurt. Deshalb hat die Stadt vor zwei Jahren die Wochenbett-Nothilfe ins Leben gerufen.

Gesundheit

Hebammen-Mangel in Frankfurt: Wochenbett-Notversorgung hilft jungen Familien

  • VonBrigitte Degelmann
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In Frankfurt gibt es zu wenig Hebammen. Deswegen gibt es in der Mainmetropole seit zwei Jahren die Wochenbett-Notbettversorgung.

Frankfurt – Frauen, die in Frankfurt eine Hebamme suchen, haben es schwer. Wegen des Mangels an Geburtshelferinnen sind Hebammen oft monatelang ausgebucht. Etlichen Schwangeren und jungen Müttern gelingt es nicht, eine Betreuung zu ergattern, trotz verzweifelter Suche. Um vor allem frisch gebackenen Eltern nach der Geburt zu helfen, die keine Hebamme gefunden haben, wurde im September 2019 die Frankfurter Wochenbett-Notversorgung ins Leben gerufen. In den vergangenen gut zwei Jahren hat sie sich um mehr als 2000 junge Familien gekümmert, die ohne das Angebot keine Hebammenleistungen erhalten hätten. Das teilte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) mit - auf eine Anfrage von Yanki Pürsün (FDP) in der Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung.

Kernstück der Wochenbett-Notversorgung sei die Koordinierungsstelle, um die sich drei erfahrene Hebammen kümmerten, sagte Majer: "Es wird keine Regelbetreuung angeboten, sondern ausschließlich eine Notversorgung vermittelt. Die Hebammen beraten junge Familien telefonisch, vermitteln bei Bedarf an Hebammensprechstunden und organisieren je nach Kapazität Hausbesuche."

Zu wenig Hebammen in Frankfurt: Wochenbett-Notversorgung ins Leben gerufen

Die meisten Hilfesuchenden wendeten sich direkt an die Koordinierungsstelle oder würden von Babylotsen, Sozialdiensten der Kliniken sowie ähnlichen Institutionen vermittelt. Der Großteil der Familien wünsche sich Hausbesuche durch eine Hebamme, erklärte der Dezernent. Im Zeitraum von Januar 2020 bis Juli 2021 habe man dies in mehr als 80 Prozent der Fälle arrangieren können - "durch die Vermittlung von mehr als 70 Kooperationshebammen".

Die Erfahrungen der ersten beiden Jahre hätten gezeigt, dass die Wochenbett-Notversorgung angesichts des Hebammenmangels ein wichtiges Angebot sei, "das Familien in einer besonders sensiblen Zeit Information und Hilfe vermittelt", betonte Majer. Allerdings: Beim Start 2019 war festgelegt worden, dass das Angebot vorläufig zwei Jahre laufen soll. "In welcher Form soll die Wochenbett-Notversorgung weitergeführt werden?", hakte Pürsün nach.

Frankfurt: Wochenbett-Notversorgung – Wie geht es mit dem Projekt weiter?

Majer verwies darauf, dass die Finanzierung des Projekts dauerhaft durch die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen erfolgen solle - zumindest nach den Vorstellungen des Magistrats und der Dr. Senckenbergische Stiftung, die das Projekt derzeit unterstützt. "Hierzu findet ein stadtübergreifender Austausch mit dem vergleichbaren Projekt in der Landeshauptstadt Wiesbaden statt", erklärte der Dezernent. Gemeinsam solle es "zeitnah" Gespräche mit den entsprechenden Stellen geben. (Brigitte Degelmann)

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