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Vater in Haft: Frankfurterin tritt in Hungerstreik und appelliert an Regierung

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Protest
Fagr Eladly aus Frankfurt fordert die Freilassung ihres Vaters. © -/Fagr El Adly/dpa

Die Verhaftung ihres Vaters in Ägypten bringt eine in Frankfurt lebende Familie auf die Barrikaden. Sie treten in einen Hungerstreik und fordern internationale Unterstützung.

Frankfurt – Eine Deutsch-Ägypterin, die in Frankfurt wohnt und sich durch ihre harsche Kritik an Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi einen Namen gemacht hat, hat einen Hungerstreik begonnen. Dieser Schritt erfolgte nach der Festnahme ihres Vaters in Ägypten.

Ihr Bruder hat sich ebenfalls dem Protest angeschlossen, berichtete Fagr Eladly der Deutschen Presse-Agentur vor wenigen Tagen. Beide befinden sich momentan in Kairo und verlangen die „sofortige Freilassung“ ihres Vaters. „Wir machen uns große Sorgen um seine Gesundheit und sein Wohlergehen in dieser schwierigen Zeit“, sagten sie.

Frankfurterin fordert Einsatz der Bundesregierung für in Ägypten inhaftierten Vater

In diesen Tagen planen weitere in Deutschland ansässige Verwandte und Freunde, sich dem Hungerstreik anzuschließen, den die Geschwister am Donnerstag (31. August) begonnen haben. Die in Deutschland lebende Familie, die gelegentlich Ägypten für Familienbesuche aufsucht, hat auch an die Bundesregierung appelliert, Druck auf Ägypten auszuüben. „Eine deutsche Familie ist derzeit der Willkür des ägyptischen Regimes ausgeliefert, und es ist unerlässlich, dass die deutsche Regierung sich energisch für ihre Bürger einsetzt“, forderte Fagr Eladly.

Der 59-jährige Vater, Alaa Eladly, hat – im Gegensatz zu seinen Kindern – keine deutsche Staatsbürgerschaft. Er wurde kürzlich am Flughafen von Kairo festgenommen. Die Familie glaubt, dass die Festnahme eine Vergeltungsmaßnahme ist. Die Assistenzärztin Fagr Eladly hatte Al-Sisi 2015 auf einer Pressekonferenz mit der damaligen Kanzlerin Angela Merkel in Berlin als „Mörder“ bezeichnet.

Vorwürfe in Ägypten gegen Frau aus Frankfurt

Offiziell wird Alaa Eladly „Verbreitung von Falschinformationen“ und Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation vorgeworfen. Solche Anschuldigungen, die von Menschenrechtsaktivisten als konstruiert und politisch motiviert bezeichnet werden, führen in Ägypten immer wieder zur Inhaftierung von Regierungskritikern.

Al-Sisi, ehemaliger Oberbefehlshaber der Armee, kam 2013 durch einen Putsch an die Macht. Seitdem wurden laut Menschenrechtsaktivisten etwa 60.000 Oppositionelle, teilweise ohne Prozess, in dem Land eingesperrt. Auch Verwandte von Kritikern, die im Ausland leben, werden immer wieder festgenommen.

Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung bearbeitet und vor der Veröffentlichung von Redakteur Florian Dörr sorgfältig geprüft.

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