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Corona-Besuchsverbot in Frankfurter Kliniken: Angehörige wünschen sich Ausnahmen

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Von: Thomas J. Schmidt

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Besuchsstopp steht auf diesem Flugblatt am Eingang zur Notaufnahme am Klinikum Höchst. Die Aufnahme stammt aus dem ersten Lockdown. Nun ist das, was längst überwunden schien, plötzlich wieder aktuell.
Die Kliniken in Frankfurt haben erneut Besuchsverbote wegen der Corona-Lage erlassen. © Maik Reuß

Wegen der Corona-Lage lassen die Krankenhäuser in Frankfurt kaum noch Besucher rein. Wo gelten welche Maßnahmen?

Frankfurt – Die Corona-Situation spitzt sich zu. Besuche in Krankenhäusern sind derzeit schon nicht mehr überall möglich. Senioreneinrichtungen sind noch etwas liberaler, beispielsweise das Hufeland-Haus, wo getestete Besucher willkommen sind. Anders in den Frankfurter Krankenhäusern.

„Seit Donnerstag liegt meine Tochter im Krankenhaus“, berichtet ein Vater vom Frankfurter Berg. „Der Kinderarzt hatte erst lange telefonieren müssen, bis wir einen Platz im Klinikum Höchst hatten.“ Noch an der Tür eröffnete man seiner Frau, die die Tochter ins Krankenhaus brachte, dass es nur zwei Möglichkeiten gebe: Mit hineingehen und drinnen bleiben, mit eigenem Bett im Krankenzimmer. Oder draußen bleiben und das Kind alleine lassen. Rein, raus, jeden Tag, das ist in vielen Krankenhäusern nicht mehr möglich. „Jetzt tauschen wir nur an der Tür die Taschen mit frischer bzw. gebrauchter Wäsche. Meine Tochter habe ich seit einer Woche nicht gesehen“, bedauert der Vater.

Corona in Frankfurt: Krankenhäuser machen bei Besuchen nur wenige Ausnahmen

Das Klinikum Höchst ist keine Ausnahme. Viele Frankfurter, viele hessische Krankenhäuser verfahren so. Eine Angehörige, deren Mann (82) in Bad Soden in den Main-Taunus-Kliniken liegt und der operiert worden ist, sagt: „Ich kann nur mit ihm telefonieren, und die Pflegekräfte müssen ihm helfen, den richtigen Knopf zu drücken bei diesen modernen Apparaten, die auch Fernsehempfang und alles andere steuern.“

Ein Besuch sei nur möglich bei Palliativpatienten und bei Patienten, „bei denen vonseiten der Ärzte und Pflege ein Besuch für zwingend erforderlich gehalten wird“, heißt es auf der Internetseite von Varisano, dem Klinikverbund, zu dem auch das Höchster Krankenhaus gehört. Zwingend erforderlich, hat die Angehörige aus Bad Soden erfahren, sei der Besuch nur bei Patienten „präterminal“, sprich, wenn sie im Sterben liegen. Selbst dann müssen noch die Station oder der behandelnde Arzt zustimmen.

Corona-Maßnahmen in Frankfurter Kliniken: Patienten dürfen keinen Besuch empfangen

„Man müsste doch bei dementen Menschen eine Ausnahme machen können“, fordert die Bad Sodenerin. Der Vater vom Frankfurter Berg wünscht sich Ausnahmen für Kinder und Jugendliche, die im Krankenhaus liegen: „Die verstehen doch oft noch gar nicht, was da geschieht.“

„Dieses nun leider notwendige Besuchsverbot dient dem Schutz unserer Patienten und unseres Personals“, erläuterte Martin Menger, Geschäftsführer der Varisano-Kliniken. „Die Begleitung bei der Geburt ist immer möglich“, ergänzte Klinik-Sprecherin Petra Fleischer. Zudem: „Fast alle zeigen großes Verständnis - mit Blick auf die aktuelle Corona-Dynamik und die damit verbundenen Risiken.“

Die Uniklinik erlaubt ebenfalls keine Besuche mehr. Hier ist auf der Internetseite für Ausnahmen nach Ärztlicher Genehmigung folgendes Prozedere beschrieben: Die Besucher müssen in den zurückliegenden 24 Stunden einen kostenlosen Bürgertest in einem Testzentrum gemacht haben, der negativ war, oder aber einen PCR-Test, der höchstens 48 Stunden zurückliegt. Man muss sich mittels Besuchercode im Besuchssystem individuell für den Besuch eines Patienten anmelden: kgu.besuchssystem.de. Den Besuchercode wiederum gibt es bei den behandelnden Ärzten.

Krankenhäuser in Frankfurt setzen Besucherstopp in Kraft: Ausnahmen nur nach Corona-Test

Im Elisabethen-Krankenhaus in Frankfurt sind Besuche „aufgrund der aktuellen pandemischen Entwicklung derzeit leider nicht mehr möglich“, heißt es auf deren Internetseite knapp. In der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik gilt: „Nur in dringenden Fällen kann daher der Besuch als Ausnahme gestattet werden (z.B. schwerstkranke Patienten, Präsenzbedarf wegen Demenz, Rechtsanwälte und Notare). Im Einzelfall können auch für engste Familienangehörige Ausnahmen zugelassen werden, wenn es nach ärztlicher Einschätzung aus ethisch-sozialen oder für den Heilverlauf als notwendig erachteten Gründen dringend geboten ist.“ Voraussetzung für die Besucher ist hier ein 2G-Nachweis.

Das Krankenhaus Sachsenhausen hat einen "absoluten Besuchsstopp" in Kraft gesetzt, Ausnahmen sind nur möglich für Besucher, die neben einem 2G-Nachweis auch noch einen aktuellen Test vorweisen können. Das Agaplesion Bethanien Krankenhaus in Seckbach erlaubt wie das zum gleichen Verbund gehörende Markus-Krankenhaus Besuche nur in besonderen Ausnahmefällen nach ärztlicher Genehmigung unter 2Gplus-Bedingungen.

Frankfurt: Unterschiedliche Corona-Maßnahmen in Krankenhäusern

Liberaler ist man noch am Krankenhaus Nordwest. Dort gibt es noch kein generelles Besuchsverbot, wohl aber eine 2G-Pflicht, die am Empfang kontrolliert wird. Außerdem muss, wie in allen Krankenhäusern, eine Maske getragen und Abstand gehalten werden. Aktuell denkt das Haus laut einer Kliniksprecherin aber über eine Verschärfung der Regelung nach. Mehr Freiheit bietet laut Netz auch das Bürgerhospital. Auf Normalstationen kann ein Patient von einer Person für eine Stunde täglich besucht werden. Die Besucher brauchen dafür einen aktuellen Test.

Im Clementine Kinderhospital sind gemäß Homepage zwei Besucher pro Patient erlaubt, Geschwisterkinder haben keine Besuchsmöglichkeit, auch wenn sie geimpft sind. Das Hospital zum Heiligen Geist erlaubt Krankenhausbesuche - aber nur für Geimpfte oder Genesene (2G). (Thomas J. Schmidt)

Die Pandemie sorgt auch für weitere Probleme: Die Kliniken in Frankfurt sind wegen Corona völlig überlastet.

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