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In vier Tagen gibt’s Punsch und Glühwein auf dem Römerberg

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Von: Brigitte Degelmann

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Noch laufen die Vorbereitungen. Hier hängt Patrick Hausmann Girlanden auf.
Noch laufen die Vorbereitungen. Hier hängt Patrick Hausmann Girlanden auf. © Enrico Sauda

207 Stände und viele Neuerungen warten auf Besucher

Erst seit wenigen Tagen amtiert Nargess Eskandari-Grünberg als kommissarische Oberbürgermeisterin von Frankfurt. Doch dass sie einiges anders macht als ihr Vorgänger Peter Feldmann, das will sie schon bei einem ihrer ersten öffentlichen Termine zeigen: bei der Eröffnung des Frankfurter Weihnachtsmarkts am Montag, 21. November, am Römerberg. Sich dabei mit Amtskette zu präsentieren wie Feldmann, das sei nicht ihr Stil, sagte sie gestern bei der Pressekonferenz zum bevorstehenden Budenzauber. Stattdessen wolle sie gemeinsam mit anderen Menschen auf den Knopf drücken, um Weihnachtsbaum „Manni“ zum Leuchten zu bringen - mit Kindern, Senioren, Geflüchteten sowie Vertretern von Polizei, Feuerwehr und vom Rat der Religionen.

Touristen aus Asien fehlen

Ansonsten wird beim Weihnachtsmarkt, der diesmal bis 22. Dezember dauert, vor allem eines dominieren: die Rückkehr zur Normalität nach zwei mageren Corona-Jahren. Keine Maskenpflicht, keine 2G-Regeln mehr wie 2021, stattdessen buntes Gedränge wie vor der Pandemie. Rund zwei Millionen Besucher erwarte man diesmal, sagte Thomas Feda, Geschäftsführer der städtischen Tourismus+Congress GmbH Frankfurt (TCF). Etwas weniger als vor Corona, als rund 2,5 Millionen Menschen zu den Buden strömten. Schließlich fehlen nach wie vor Touristen aus Asien.

Insgesamt 207 Stände werden sich auf das Gebiet zwischen Roßmarkt, Hauptwache, Friedrich-Stoltze-Platz, Liebfrauenberg, Paulsplatz, Römerberg und Mainkai verteilen, auf einer Länge von 1,4 Kilometern. Damit ist der Frankfurter Weihnachtsmarkt einer der größten in Deutschland, so Feda. Ein Blickfang wird die 16 Meter hohe Weihnachtspyramide sein, die erstmals auf dem Roßmarkt aufgestellt wird. Dort ist außerdem noch eine weitere Neuerung geplant, nämlich ein Märchenwald-Verkehrskindergarten, ebenso eine Bühne. Chöre, die dort auftreten wollen, könnten sich noch bei der TCF melden, erklärte TCF-Prokuristin Nina Malaviya.

Adventskonzerte unter dem Motto „Internationale Weihnacht“ sind freitags, samstags und sonntags auch auf der Bühne am Römerberg vorgesehen, jeweils um 17.10 Uhr. Darüber hinaus findet in der Liebfrauenkirche zwischen 26. November und 17. Dezember jeden Abend um 19.30 Uhr ein ökumenisches Adventskonzert zum Mitsingen statt, bei freiem Eintritt, informierte Bezirkskantor Peter Reulein. Die Musik zur Eröffnung am Montag liefert übrigens die Band „voXXclub“.

Weniger Strahler und Lichterketten

In diesem Jahr werden auf dem Weihnachtsmarkt jedoch etwas weniger Strahler und Lichterketten leuchten als früher. Das sei der Energiekrise geschuldet, erklärte Feda. Den Weihnachtsbaum schmücken deshalb nur 4900 LED-Birnen, in vorherigen Jahren waren es knapp 7000. Diese leuchteten außerdem täglich 6,5 Stunden weniger, nur zwischen 16.30 und 22 Uhr. Auch die Heiztemperatur in den Toiletten-Containern werde reduziert. Ob diese Sparmaßnahmen den Besuchern überhaupt auffallen werden? Kaum, meinte der TCF-Geschäftsführer: „Ich glaube, dass der Weihnachtsmarkt an Atmosphäre insgesamt nicht verlieren wird.“

Wegen der gestiegenen Kosten habe man die Standmiete für bestimmte Sparten um zehn Prozent erhöht, etwa für die Gastronomie. Doch damit werde man den finanziellen Mehraufwand wohl kaum auffangen können, befürchtet Feda. Im Gegensatz zu früher, als sich die Einnahmen und die Ausgaben die Waage hielten, rechne man deshalb mit einem Defizit „im unteren sechsstelligen Bereich“. Aber, so betonte er, „wir schultern das, weil der Weihnachtsmarkt wichtig ist für die Stadt“. Nicht nur als Image-, sondern auch als Wirtschaftsfaktor - schließlich gebe jeder Besucher dort im Durchschnitt zwölf bis 15 Euro aus. Damit das so bleibt, habe der Schaustellerverband Frankfurt Rhein-Main den Standbetreibern empfohlen, die Preise trotz der Wirtschaftskrise nicht anzuheben, ergänzte dessen Vorsitzender Thomas Roie. Er selbst geht dabei mit gutem Beispiel voran: „Der Glühwein kostet bei mir vier Euro - wie 2021.“ Brigitte Degelmann

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