Inhaber Aditya Bahl (li.) und Küchenchef Iqbal Mohammed servieren köstliche indische Speisen im neuen ?Condi Mantra?.
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Inhaber Aditya Bahl (li.) und Küchenchef Iqbal Mohammed servieren köstliche indische Speisen im neuen ?Condi Mantra?.

Gastrotipps

Indisches Schlaraffia mit Gewürzorchester

  • VonAndrea Möller
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Indien ist für die meisten Europäer der Inbegriff des exotischen Reiseziels. Und die vielfältigen Spezialitäten des Subkontinents haben großen Anteil daran.

Indien ist für die meisten Europäer der Inbegriff des exotischen Reiseziels. Und die vielfältigen Spezialitäten des Subkontinents haben großen Anteil daran. „In meiner Heimat gibt es alle 100 Kilometer nicht nur eine andere Sprache, sondern auch eine andere Küche“, erzählt Aditya Bahl , Inhaber des „Condi Mantra“ auf der Schweizer Straße. Und doch haben sie eines gemein: Sie sind von den verschiedensten Gewürzen geprägt. Indische Gerichte schmecken nach Kardamom, Koriander und Kurkuma, nach Bockshornklee, Kreuzkümmel und Muskatnuss. Kein Wunder, dass sich der Gastronom für den Namen „Condi Mantra“ entschieden hat. Darin verbindet er den englischen Begriff für Gewürz (Condiment) mit dem indischen Begriff für Gesang (Mantra). Das Ergebnis übersetzt er als Gewürzorchester. „Wenn man das richtig zusammenstellt, überhaupt auf gesunde Ernährung achtet, lässt sich das Risiko für bestimmte Erkrankungen verringern“, sagt Bahl.

Er muss es wissen – schließlich hat er im ersten Leben als pharmazeutischer Berater gearbeitet und Medikamente entwickelt. In dieser Branche war er auch tätig, als es ihn der Liebe wegen nach Deutschland verschlug.

Mit seiner Frau lebte er lange in Weil am Rhein. Nach einem Zwischenspiel in seinem Heimatland hat er sich nun in Frankfurt niedergelassen. „Das ist die perfekte Stadt, um beruflich neu durchzustarten, vor allem in der Gastronomie.“

Zwar gebe es in Frankfurt ein paar indische Restaurants. Doch seiner Meinung nach keines mit einer wirklich guten Küche. „Von dieser erwarte ich, dass sie innovativ und stimulierend ist sowie positiv auf die Gesundheit wirkt“. Hohe Ansprüche, die er im eigenen Lokal umsetzen möchte. Dabei unterstützt ihn Sunnil Vohra . Der in Mumbai lebende Schwager ist ebenfalls Gastronom „und hat einen sehr feinen Gaumen“, was ihm dabei helfe, neue Rezepte zu kreieren, lobt Bahl.

Das Restaurant befindet sich in den Räumen, die früher die „Osteria Delizie“ beherbergten. Heute gibt es hier in schlicht gestalteter Umgebung indische Spezialitäten, die Iqbal Mohammed frisch zubereitet. Der aus Pakistan stammende Koch lebt seit 20 Jahren im Rhein-Main-Gebiet. Zuerst hat er im „Lahore Palace“ (inzwischen „Bombay Palace“) nahe der Konstablerwache gearbeitet, danach stand er lange in der „Perle“ am Herd, dem Lokal im Harheimer Bürgerhaus. Ins „Condi Mantra“ hat ihn die offene Küche gelockt: „Es macht einfach mehr Spaß, für Gäste zu kochen, die ich sehen kann.“ Und die sich etwa über die verwendeten Gewürze unterhalten möchten, die ja der Schlüssel zu jeder guten Küche sind. „Unsere Masalas, beziehungsweise Gewürzmischungen stellen wir natürlich selbst zusammen“, erklärt Bahl.

Mantras Chicken Wings mit indischen Gewürzen und texanischer Soße sind ein schönes Beispiel dafür (12 Stück für 10,30 Euro). Die gemischte Vorspeise entpuppt sich als Klassiker. Bei den Pakoras handelt es sich um mundgerecht geschnippeltes Gemüse, ummantelt von einer dünnen Teighülle und in Pflanzenöl frittiert (6,60 Euro). Zusätzliche Aromen liefern fruchtige, nach Minze schmeckende und scharfe Dips. Wer möchte, kann die jeweils sechs vegetarischen Hauptspeisen, Lamm- und Hähnchen-Curries links liegen lassen und der Empfehlung des Betreibers folgen. Die in Zwiebelsoße sautierten und mit Kreuzkümmel verfeinerten Kartoffeln sind ein guter Tipp (7,90 Euro); eine ordentliche Prise Chili entfacht das gewünschte mittelgroße Feuer auf der Zunge. Dank einer feineren Dosis zeichnet sich das Mango-Hähnchen (lecker dank des zarten und saftigen Fleisches) durch hintergründige Schärfe aus (9,50 Euro). Weshalb auch das fruchtige Aroma sehr gut zur Geltung kommt.

Als Geschmacksträger landet hier aber dabei keine Sahne, sondern Kokosmilch im Kochtopf. „Außerdem“, fügt Bahl hinzu, „reduzieren wir in unserer Küche sowohl den Einsatz von Öl als auch Zucker“. Letzteres macht sich besonders beim Mango-Lassi bemerkbar (3,20 Euro): Das in anderen Restaurants nicht selten überzuckerte Joghurtgetränk schmeckt im „Condi Mantra“ eher fruchtig als süß. „Ich möchte, dass sich die Gäste bei mir gesund ernähren“, resümiert der Inhaber. Denn damit bereichere man den Körper – ähnlich, wie man mit Wissen den Geist bereichere.

Condi Mantra

Sachsenhausen, Schweizer Straße 78, Tel. (069) 66 12 23 35, , Mo–So 12–16 + 18–22 Uhr, Sitzplätze: 30 drinnen/24 draußen, Küche: indisch

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