Die Künstler Eugen El (l.) und Line Krom mit ihren Werken zur Ausstellung ?Pumpy Beens and Rumpy Blooms?.
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Die Künstler Eugen El (l.) und Line Krom mit ihren Werken zur Ausstellung ?Pumpy Beens and Rumpy Blooms?.

Klosterpresse

Internationale Künstler stellen ihre Werke zur Sexualität in der Klosterpresse aus

  • vonAlexandra Flieth
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Sexualität und Geschlechterrollen als gesellschaftliches Phänomen thematisieren 15 Künstler in einer Ausstellung in der Klosterpresse, die heute Abend eröffnet wird. Sowohl weibliche als auch männliche Sichtweisen auf das Thema werden in den Werken dargestellt.

In einer Gesellschaft, die geprägt ist durch Bilder und bestimmte Wertvorstellung, dreht sich vieles um die Themen „Sexualität“ und „Gender“. Gender bedeutet so viel wie soziales Geschlecht. Die Bereiche, in denen diese Themen sichtbar werden, sind ganz unterschiedlich, zeigen sich beispielsweise im Korsett vorgefertigter Geschlechterrollen, in der Frage nach dem Schönheitsempfinden oder ganz allgemein in gesellschaftlichen

Erwartungshaltungen

.

„Sexualität ist ein Politikum“, findet die Künstlerin Line Krom. Als eine von insgesamt 15 Künstlern aus Deutschland, Schweden, Dänemark und Großbritannien beteiligt sie sich an der Ausstellung „Rumpy Bees & Pumpy Blooms“ in den Räumen der Klosterpresse. Der Titel der Schau, die am Freitag, 20. April um 19 Uhr eröffnet wird, spielt auf die Zeiten vor der sexuellen Aufklärung an, als Bienchen und Blümchen noch als Synonym für den Geschlechtsakt galten . . .

Doch wie betrachten Künstler die Themen der Schau? Welche Facetten beziehen sie ein? Mit den Werken der Ausstellung sollen verschiedene Vorstellungen von sexueller Bedeutung verbunden werden und aus den gewohnten Gedankengängen herausführen. Seit mehreren Jahren arbeitet Krom künstlerisch zu dem übergeordneten Thema des Sparens –

Erwartungshaltungen

an Geschlechterrollen in der Gesellschaft ist ein Bereich, den sie in ihren Arbeiten aufgreift. Ihre Werke sind sehr reduziert – sie zeigt zwei Keilrahmen, auf denen ein grober Leinwandstoff aufgezogen ist. Es gibt Aussparungen, also Bereiche, in denen die Leinwand wirkt, als ob sie sich auflöst. Dahinter zeigt sich die kahle, weiße Wand. „Vor allem früher, heute aber auch noch, sparen sich viele Frauen auf und treten zurück hinter die Bedürfnisse ihrer Familien, vergessen dabei die eigenen Wünsche“, nennt sie einen möglichen Aspekt ihrer Ansätze.

In der Ausstellung geht es sowohl um die weibliche als auch um die männliche Sicht auf die Themen „Sexualität“ und „Gender“. Die Schweden Björn Larsson und Carl Johann Erikson forschen seit langer Zeit zum Thema Musterung in ihrem Land. Im Mittelpunkt steht der „Muscle Chair“, ein Apparat, der zwischen 1969 bis 1997 dort zur Musterung eingesetzt wurde. Hiermit wurden die Männer genauestens vermessen, um zu überprüfen, ob sie für den Militärdienst geeignet sind. Gleichzeitig hinterfragen sie, ob jemand, der sich gegen den Militärdienst entscheidet, von der Gesellschaft als „weniger männlich“ empfunden wird.

Der weißrussische Künstler und Journalist Eugen El stellt in seinen

Zeichnungen

eine aus wenigen Linien gestaltete männliche Figur dar. Seit mehreren Jahren bereits zeichnet er diese Figur – „ohne Modell, aus meiner Vorstellung heraus“, sagt El. Es sei kein bewusstes Selbstporträt. Ausschließen, dass der Porträtierte auch Züge von ihm selbst aufweise, könne er aber nicht. Trotzdem falle in den

Zeichnungen

auf, dass sich die Körperlichkeit der Figur verändert habe, diese viel selbstbewusster wirke als früher und auch die Figur aussehe, als habe sie an Muskelmasse zugelegt. „In den vergangenen Jahren ist es selbstverständlich für Männer geworden, den Körper zu zeigen und ihn durch Sport zu formen“, beschreibt er seine Eindrücke.

Der „Geldejakulator“ von Wolfgang Klee hinterfragt die Zusammenhänge von Sexualität, Macht und Reichtum. Die

Zeichnungen

von Norman Hildebrandt zeigen die männliche Sexualität. Demgegenüber stehen zarte

Zeichnungen

der Künstlerin Astrid Stricker mit Körpern, deren geschlechtliche Identifikation nicht eindeutig ist.

Dauer und Begleitprogramm

Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 29. April in der Klosterpresse, Paradiegasse 10. Sie hat sonntags von 15 bis 17 Uhr und zu den Begleitveranstaltungen geöffnet. Weitere Informationen finden Interessierte im Internet unter .

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