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Volker Stein (FDP) will es noch einmal wissen und kandidiert 2018 für das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters.

Volker Stein will bei der Oberbürgermeisterwahl 2018 antreten

Interview mit Volker Stein: „Bernadette Weyland ist eine nette Frau“

Der frühere Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP) hat sich zum unabhängigen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2018 ausgerufen. Sein Lieblingsfeind, Bürgermeister Uwe Becker (CDU), tritt nicht an. Für ihn geht Staatssekretärin Bernadette Weyland ins Rennen. Kandidiert Stein trotzdem? FNP-Redakteur Thomas Remlein hakte nach.

Herr Stein, wie haben Sie die Fastnacht überstanden?

VOLKER STEIN: Ausgezeichnet. Ich bin aktiver Teilnehmer über die Mitgliedschaft in Fastnachtsvereinen wie den Heddemer Käwwern oder dem Ehrencorps der Prinzen- und Prinzessgarde. Ich habe die Kampagne unbeschadet überstanden.

Ein Foto zeigt Sie weinselig mit der CDU-Oberbürgermeisterkandidatin Bernadette Weyland.

STEIN: Ich will’s nicht abstreiten.

Sie wirken sehr glücklich.

STEIN: Sie ist eine nette Frau, die sich deutlich von der CDU-Nomenklatur unterscheidet. Zu Frauen sollte man immer nett, zuvorkommend und höflich sein.

Was schätzen Sie denn an Bernadette Weyland?

STEIN: Die gleiche politische Unbedarftheit, mit der Petra Roth seinerzeit in die Oberbürgermeisterkandidatur gegangen ist.

Wollen Sie Ihre Kandidatur aufrechterhalten, wo doch jetzt ihr Lieblingsfeind Uwe Becker nicht antritt?

STEIN: Ich kandidiere nicht, weil ein Kandidat verloren gegangen ist, der keine glaubhafte Alternative zu Peter Feldmann ist, sondern ich kandidiere gegen den Einheitsbrei von CDU, SPD und Grünen in dieser Stadt. Ich bin genauso motiviert wie zu der Zeit, als der Name Uwe Becker noch im Raum stand.

Zum Beginn ihrer Amtszeit als Oberbürgermeister wären Sie 68 Jahre alt. Ist das nicht zu spät für einen Wechsel aus dem Rentnerdasein in einen stressigen Beruf?

STEIN: Ich bin nicht im Rentnerdasein. Ich bin aktiv in verschiedenen Funktionen. Ich glaube, das kalendarische Alter hat weniger etwas mit der Kandidatur zu tun als die geistige und körperliche Frische eines Kandidaten.

Sie fühlen sich fit?

STEIN: Ich fühle mich topfit, spiele regelmäßig Golf. Meine sicherheitspolitischen Initiativen der letzten Monate haben auch schon Erfolg gehabt, wie etwa die Räumung des Elendslagers in der Gutleutstraße zeigt. Oder die Reinigungsaktion in der B-Ebene und die Verstärkung der Polizeipräsenz im Bahnhofsviertel.

Viele in der FDP sind wegen Ihrer eigenmächtigen Kandidatur sauer auf Sie, darunter der ehemalige Staatssekretär Hans-Joachim Otto. Ist Ihre Kandidatur es wert, das Verhältnis zu Parteifreunden zu belasten?

STEIN: Herr Otto war nie Maßstab meines politischen Handelns. Jemand, der 1,8 Prozent bei der Oberbürgermeisterwahl erreicht hat und als Bundestagsabgeordneter dafür zuständig war, dass die FDP aus dem Bundestag flog, ist für mich kein Maßstab.

Aber Sie werden Mühe haben, über die fünf Prozent zu kommen.

STEIN: Wer sagt das?

Michael Paris hat als unabhängiger Kandidat bei der Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis 183 gerade einmal 3,0 Prozent erhalten.

STEIN: Das unterscheidet mich von Michael Paris, dass ich ein deutlich zweistelliges Ergebnis erhalten werde, mit der Perspektive zur Stichwahl.

Gegen wen?

STEIN: Amtsinhaber Peter Feldmann gegen Volker Stein.

Verderben Sie mit Ihrer eigenmächtigen Kandidatur nicht Ihrer Frau Elke Tafel-Stein die Parteikarriere?

STEIN: Meine Frau kann damit umgehen, weil sie weiß, dass inhaltlich hervorragende Arbeit nicht dadurch bestraft wird, dass man mit jemand verheiratet ist oder war. Nicola Beer (FDP-Generalsekretärin und Landtagsabgeordnete) hat es auch nicht geschadet, dass sie mit mir verheiratet war. Da ist unsere Partei liberaler als wir uns das vorstellen.

Über welches Wahlkampfbudget verfügen Sie?

STEIN: Um die 100 000 Euro.

Woher stammt das Geld?

STEIN: Von verschiedenen Freunden und aus der Wirtschaft sowie aus Spenden von einfachen Leuten, die sagen: Du nimmst unsere Interessen wahr. Es sind auch kleine Einzelhändler im Bahnhofsviertel darunter.

Wie viele Unterstützerüberschriften benötigen Sie?

STEIN: 186.

Haben Sie diese schon zusammen?

STEIN: Nein, erst muss der Wahltermin feststehen, dann kann ich mich um die Unterschriften bemühen. Ich habe schon Hunderte von Unterstützungszusagen.

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