Standorte an der Lyoner Straße

Investitionen in der Bürostadt

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Auf dem Weg der Bürostadt zum Wohnquartier kommt es auch auf das Engagement derjenigen Firmen an, die derzeit bereits am Standort vertreten sind. Nestlé und Siemens investieren im Quartier und werten die Bürostadt auf.

Der Weg der Bürostadt vom reinen Arbeitsquartier hin zur bewohnten Nachbarschaft wird begleitet von Firmen, die mit ihrem Engagement vor Ort dazu beitragen, die Arbeitsplätze in Niederrad attraktiv zu erhalten. Gleich zwei Weltkonzerne haben sich dazu entschlossen, ihre Standorte in der Niederräder Bürostadt auszubauen und so fit für die Zukunft zu machen.

Nestlé baut seinen „Campus“ an der Lyoner Straße deutlich aus. Hinter dem Verwaltungssitz aus den 1970er Jahren errichtet das Unternehmen derzeit ein neues Gebäude mit zwei Obergeschossen – die Investitionskosten sollen rund zehn Millionen Euro betragen. Dienen soll der neue Bau in erster Linie als Konferenzzentrum. Aber auch ein Nestlé-Fabrikverkauf soll dort unterkommen und einen neuen Anziehungspunkt in der Bürostadt bilden. Gebaut wird außerdem ein kleineres Zusatzgebäude für etwa 3,5 Millionen Euro. Dort will das Unternehmen eine Kindertagesstätte und ein Fitness-Studio unterbringen. Derzeit laufen noch Gespräche mit Betreibern.

Während das Fitness-Studio wohl den Beschäftigten des Konzerns vorbehalten bleiben soll, will sich die Kita auch zum Stadtteil hin öffnen. Umgestaltet wird außerdem der Park auf dem Grundstück der Firma.

Wenige hundert Meter von der Baustelle von Nestlé entfernt wird schon bald Siemens daran arbeiten, den Unternehmensstandort fit für die Zukunft zu machen. Eine interne Machbarkeitsstudie des Unternehmens hat ergeben, dass die Beschäftigten des Firmensitzes am Industriehof künftig ihre Arbeit in Niederrad verrichten sollen, wo bereits heute geschätzt rund 300 Arbeitnehmer ihr Geld verdienen. Bis zu 1000 Siemens-Beschäftigte könnten so in der Zukunft in Niederrad arbeiten, zu konkreten Zahlen will sich Siemens aber nicht äußern.

Wahrscheinlich muss der Standort in der Bürostadt für die Zukunft allerdings umgebaut werden. Wie groß die Umbauarbeiten ausfallen, ist noch nicht klar. Sicher ist jedoch, dass der Standort Teil eines konzernweiten Programms zur Umstrukturierung der Arbeitsplätze sein wird. „Es soll keine fest zugewiesenen Arbeitsplätze mehr geben. So wird die Kommunikation gefördert und die Flexibilität erhöht“, erklärt Konzernsprecher Guido Jagusch.

Die „offene Bürolandschaft“, die im Zuge der Umstrukturierung entstehen soll, wird nach Angaben des Konzernsprechers weniger Platz benötigen als eine klassische Büro-Aufteilung. „Wir haben damit weltweit schon gute Erfahrungen gemacht, das wird auch in Niederrad funktionieren“, sagt Jagusch. Zudem sollen durch die Neustrukturierung die vorhandenen Räume im Komplex an der Lyoner Straße besser als bislang ausgenutzt werden. „Wir haben da einen gewissen Leerstand“, sagt Jagusch.

Für die Entscheidung von Siemens, die Frankfurter Arbeitsplätze in Niederrad zusammenzuziehen, sei weniger die derzeit vorangetriebene Aufwertung der Bürostadt als vielmehr die Verfügbarkeit der Räume das ausschlaggebende Kriterium gewesen. „Aber wenn sich das Umfeld positiv entwickelt, ist das natürlich ebenfalls gut“, sagt der Konzernsprecher.

Positive Signale für die Entwicklung des Quartiers sind entweder bereits getätigte oder noch anstehende Investitionen von Siemens und Nestlé aber in jedem Fall. „Jeder Euro, den ein Unternehmen in die Bürostadt investiert, ist ein klares Bekenntnis zu Niederrad“, sagt Detlef Hans Franke, stellvertretender Vorsitzender der Standortinitiative Neues Niederrad (SINN) und Geschäftsführer der Agentur FuP Marketing und Kommunikation. Dass auch in Büro und Gewerbe investiert wird, zeige, dass der Standort bereits heute viele Vorteile für Unternehmen biete. „Dazu gehören die gute Verkehrsanbindung, die Nähe zum Flughafen und zum Hauptbahnhof, aber auch zum Stadtwald und zum Main.“ Zu einem lebenswerten gemischten Quartier gehören nach Franke neben einer ausgewogenen Mischung aus Wohnungen, Einzelhandel und Freizeitwert „eben auch moderne Büros. Hier haben wir noch Nachholbedarf“.

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