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Jan Frodeno jubelt auf dem Römerberg. Er gewann den Wettbewerb nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 185 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Marathon.

Triathlon

Ironman 2018: Frodeno gewinnt Duell gegen Lange

Jan Frodeno hat nach 2015 wieder die Ironman-EM in Frankfurt gewonnen. Der 36-Jährige setzte sich am Sonntag unter anderem gegen Weltmeister Patrick Lange durch - und ist nun auch der Favorit für die WM im Oktober.

Jan Frodeno bejubelte seinen wichtigen "Auswärtssieg" mit einem gewaltigen Schrei der Erleichterung. Der zweite Triumph bei der Ironman-EM in Frankfurt/Main und der klare Erfolg im Duell mit Weltmeister und Lokalmatador Patrick Lange schmeckten dem 36-Jährigen sichtlich - für die WM auf Hawaii ist er nun der Top-Favorit.

"Ich bin echt happy, dass es geklappt hat. Da ist auch jede Menge Stolz dabei", sagte Frodeno nach dem Zieleinlauf im hr-Fernsehen und versicherte nach der Tortur: "Jetzt bin ich aber auch richtig kaputt." Lange ergänzte: "Frodo war der beste Athlet. Ich muss mit dem Podium zufrieden sein. Bis zur WM ist noch viel Arbeit zu erledigen."

Frodeno absolvierte die 3,8 km Schwimmen, 185 km Radfahren und 42,195 km Laufen in 8:00:58 Stunden. Das reichte auch aufgrund der verlängerten Raddistanz zwar nicht, um seinen Streckenrekord aus dem Jahr 2015 (7:49:48 Stunden) zu pulverisieren, aber allemal, um die Ambitionen auf den Sieg beim Saisonhöhepunkt in gut drei Monaten zu untermauern.

Das Rennen in der Bankenmetropole - schon das zweite Duell zwischen Frodeno und Lange in diesem Jahr - war schließlich der erste echte, direkte Härtetest der zwei besten "Eisenmänner". Im Juni hatte Frodeno zwar schon im Kraichgau einen Wettkampf gewonnen, der wurde allerdings nur über die halbe Distanz ausgetragen. Der Sieg am Sonntag war da schon vielmehr ein Fingerzeig mit Blick auf Hawaii.

Die Entscheidung bei nahezu idealen Bedingungen fiel beim abschließenden Marathonlauf. Lange, der vor dem Rennen selbstbewusst getönt hatte, er könne aufgrund seiner Laufstärke "Minuten aufholen", wollte Frodeno genau dort überflügeln. Aber der Triathlon-Olympiasieger von 2008 bewies Stärke, baute seinen kleinen Vorsprung nach dem Radfahren aus und wehrte die Attacken von Lange bis zum Zieleinlauf auf dem Römerberg erfolgreich ab. "Ich weiß, dass ich rennen kann", sagte Frodeno. Lange meinte hingegen: "Ich habe noch etwas Nachholbedarf."

Schon um 6.30 Uhr war am Langener Waldsee der Startschuss gefallen, wie schon bei der zurückliegenden WM auf Hawaii war der Australier Josh Amberger der schnellste Schwimmer. Frodeno und Lange stiegen gemeinsam aus dem Wasser - und das durfte insbesondere Lange als verheißungsvolles Zeichen für den weiteren Verlauf interpretieren. Denn sein größter Widersacher Frodeno gilt als ausgezeichneter Schwimmer, seine eigenen Stärken besitzt der amtierende Hawaii-Champion selbst hingegen auf der Laufstrecke. Auch deshalb blieb das Rennen bis zum Schluss offen.

Auf dem Rad harmonierte das Duo, unter anderem unterstützt vom Vorjahresdritten Patrik Nilsson (Schweden), zunächst allerdings nicht wie erhofft. Der Rückstand auf den führenden Amberger wuchs bis zur Hälfte der zweiten Teilstrecke auf mehr als vier Minuten an. Erst dann forcierte vor allem Frodeno das Tempo, bis zum Wechsel schmolz seine Lücke zu Amberger auf mickrige 20 Sekunden. Aber weitaus wichtiger für den finalen Showdown: Weltmeister Lange lag noch immer in Schlagdistanz, nur 21 Sekunden hinter Frodeno.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Mitfavorit Andreas Böcherer (Freiburg) das Rennen längst beendet. Der zweimalige Frankfurt-Zweite kämpfte bereits beim Schwimmen mit seiner beschlagenden Brille, später erschwerte auf dem Rad ein defekter Rennanzug das Unterfangen. Böcherer beendete den Wettkampf - und musste tatenlos ansehen, wie Frodeno und Lange um Europas Ironman-Krone kämpften. Und am Ende der Star der Szene den Thron bestieg.

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