„Freie Bürger für Deutschland“

Islamkritikerin Heidi Mund erklärt ihre Welt

Heute Abend wird Heidi Mund wieder mit ihrem Pegida-Ableger „Freie Bürger für Deutschland“ demonstrieren – nicht wie geplant auf dem Roßmarkt, sondern auf dem Römerberg. In einem Fernsehinterview warb die Organisatorin um Spenden, weil ihr politisches Engagement das Familieneinkommen gekostet habe.

Von Peter von Freyberg

Die Islamkritikerin Heidi Mund hat sich für die zweite Kundgebung ihrer Pegida-Nachfolgeorganisation „Freie Bürger für Deutschland“ einen neuen Ort ausgesucht. Heute Abend werden sie und ihre Anhänger um 18.30 Uhr auf dem Römerberg, und nicht wie ursprünglich geplant auf dem Roßmarkt, auftreten. „Wir wollen vor den Römer ziehen, um die Politiker aufzufordern, gewalttätige Demonstrationen zu verbieten“, erklärt Heidi Mund den Ortswechsel. Mit 100 Anhängern rechnet sie. Allerdings kamen zur Kundgebung am vergangenen Montag nur etwa 50 „Freie Bürger“, die sich 500 Gegendemonstranten gegenübersahen. Auch für dieses Mal rufen die „Anti-Nazi-Koordination Frankfurt“, Antifa und „No Fragida“ zur Gegendemonstration ab 17 Uhr auf dem Römerberg auf.

Heidi Mund polarisiert. Das steht außer Frage. Welche Positionen sie vertritt, wurde jüngst wieder in einem Interview mit dem christlichen Fernsehsender Christian Broadcasting Network (CBN) mit Sitz in Virginia Beach, USA, deutlich. Da sagte die ehemalige Organisatorin von Pegida Frankfurt/Rhein-Main: „Gott braucht mich oft für Muslime. Wenn sie Jesus als ihren Retter und Herrn akzeptierten, würde der Heilige Geist sie verändern. Dann wären sie nicht mehr unsere Feinde.“

Dass sie es mit ihren christlichen Bekehrungsversuchen übertreibe, wird ihr selbst von Pegida-Anhängern im Internet vorgeworfen. Dies sei mit ein Grund dafür, dass sich für den örtlichen Ableger der Islamgegner so wenige Unterstützer fänden, heißt es dort. In der aktuellen Sendung von CBN () wird dies anders dargestellt. Dort heißt es, dass manche Leute glaubten, sie habe „den Fluch über Deutschland gebrochen“, und damit erst den Weg geebnet für das Aufkommen der Pegida-Bewegung. Dazu wird ein Video-Ausschnitt eingeblendet aus dem November 2013, als Heidi Mund im Dom zu Speyer, eine Deutschlandfahne schwenkend, den Gesang eines Imams bei einem Friedenskonzert unterbrochen hatte, indem sie lautstark ausrief: „Jesus Christus allein ist Herr über Deutschland. Ich zerbreche diesen Fluch.“

In dem CBN-Bericht sprach Heidi Mund nicht nur über ihre religiöse Berufung, sondern auch über die schwierigen Bedingungen, unter denen sie und ihr Mann Mathias seit ihrem Engagement für Pegida leben. Der Stadtverordnete der „Freien Wähler“ habe seine Arbeitsstelle im Vertrieb eines Kronberger Büroeinrichtungshauses verloren. „Einen Tag nach der ersten Demonstration hat mein Mann die Kündigung bekommen“, bestätigte Mund gegenüber dieser Zeitung. Nun hätten die Munds kein Einkommen mehr. Ihnen bleibt lediglich die monatliche Aufwandsentschädigung von 940 Euro, die der gelernte Einzelhandelskaufmann als Stadtverordneter erhält. Es bestünde laut dem CBN-Bericht nun die Gefahr, dass die Munds ihr Haus verlieren könnten. Es wurde um Spenden für die Familie gebeten.

Des Weiteren wird in dem CBN-Bericht gesagt, dass Heidi Mund ihr Haus nur noch verlasse, wenn es absolut notwendig sei, seit in ihrer Nachbarschaft ein Flugblatt der oftmals militant agierenden Antifa verteilt worden war, in dem es wörtlich hieß, sie bräuchte „nicht damit (zu) rechnen in Zukunft von uns mit Samthandschuhen angefasst zu werden“. Regelmäßig patrouilliere die Polizei vor ihrem Haus, worüber sie sehr dankbar sei. Angst habe sie allerdings nicht „Ich bin aber wachsam“, sagt sie. Doch wie schlimm es auch um sie stehen mag, schöpft Heidi Mund weiter Kraft aus ihrem Glauben: „Es könnte uns niederdrücken und wir könnten entmutigt werden, aber Jesus ist immer Herr.“

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