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Stephan Bub, Vorsitzender Frankfurter Rudergesellschaft Germania 1869 e.V.

Jubiläum beim Ruderclub

Ruderclub Germania platzt aus allen Nähten

Frankfurts erfolgreichster Ruderclub Germania feiert ein rundes Jubiläum und wächst weiter.

Am Schaumainkai 65 dreht sich derzeit alles um die Zahl 150. Der Frankfurter Ruderverein Germania feiert sein großes Jubiläum. „150 Jahre Verantwortung, Leistung, Erfolg“ prangt auf einem Banner, das über die schöne Terrasse der Ruderer gespannt ist, und selbst auf Bierdeckel hat der Verein die magische Zahl verewigt: „150 – Auch auf der Durststrecke immer am Start“. Noch bis Samstag können sich Interessierte im großen Spiegelsaal der Vereinsstätte eine Ausstellung über die bewegte und erfolgreiche Geschichte der Frankfurter Ruderer anschauen.

Das Team um den Vereinsvorsitzenden Stephan Bub hat nicht nur viele alte Trophäen in Szene gesetzt, sondern auf Infostellen auch einzelne Kapitel der Vereinschronik von 1869 bis heute aufbereitet. Eine schwere Krise machte die Germania während der Zeit des Nationalsozialismus durch. 50 Prozent der Mitglieder gingen verloren, darunter viele führende Köpfe. „Die Strukturen wurden komplett zerstört“, sagt Vereinschef Bub. Mindestens 123 Mitglieder verloren an der Front ihr Leben, das Schicksal vieler Mitglieder ist bis heute nicht abschließend erforscht. Daher hat sich aus dem Nachwuchsbereich eine Projektgruppe gebildet, die das Leben verschollener Mitglieder erforschen will.

Rudern auf der Fun-Meile

Die Germania ist nicht Frankfurts ältester Ruderverein, aber der erfolgreichste. Erst am vergangenen Wochenende waren sieben Ruderer der Germania beim Weltcup in Rotterdam im Einsatz. „So viele wie von keinem anderen deutschen Club“, betont Bub stolz. Doch die Germania ist nicht nur im Leistungsbereich spitze, sondern auch in der Nachwuchsarbeit. Von den derzeit 900 Mitgliedern sind 300 unter 18 Jahren alt, Tendenz steigend. Oder wie es Bub formuliert: „Wir platzen aus allen Nähten.“

Der Verein plant daher den Bau eines weiteren Domizils. Im Mainfeld, ein Stück stromabwärts, soll ein Jugend- und Schulruderzentrum entstehen. Schon 2020 sollen dort die ersten Boote zu Wasser gelassen werden, hofft Bub. Das Gelände am Main konnte die Germania vom Sportverein Blau-Gelb übernehmen. Die Finanzierung des 2,7 Millionen Euro teuren Projekts sei gesichert, gewartet werde nur noch auf grünes Licht seitens der Politik. Mit dem Bau des neuen Bootshauses wird die Germania auch die Kooperation mit Frankfurter Schulen ausbauen. Schon jetzt sind 180 Schüler aus sechs Schulen bei der Germania aktiv. Ab 2020 sollen es dann zehn Schulen sein, die ihren Kindern Rudern bei der Germania anbieten kann.

Das neue Gelände ist für die Nachwuchsarbeit ohnehin besser geeignet. Denn rund um den „Hauptsitz“ der Germania am Holbeinsteg ist gerade in den Sommermonaten sehr viel los. „Der Abschnitt hier wird immer mehr zur Fun-Meile mit vielen Motorbooten“, sagt Bub. Die Wellen erschweren insbesondere Anfängern das Rudern.

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