+
Ein Herz und eine Seele: Jubilar Thomas Dürbeck und seine Laura.

Stadtgeflüster

60 Jahre und kein bisschen leise

  • schließen

Wenn die CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann ein Liedchen trällert, ihre Tochter sie dabei am Klavier begleitet, ein Jodel-Chor

Wenn die CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann ein Liedchen trällert, ihre Tochter sie dabei am Klavier begleitet, ein Jodel-Chor zwischen den Gängen singt, der Schauspieler Fridolin Sandmeyer vom Schauspiel Frankfurt ein Stück des unvergessenen Karl Valentin über eine Stadtverordnetenversammlung vorträgt, dann feiert Thomas Dürbeck seinen 60. Geburtstag nach.

Und das tut er nicht irgendwo, sondern unter der Honsellbrücke beim Kunstverein Familie Montez mit mehr als 60 Gästen aus Gesellschaft, Kunstbetrieb und Politik. Unter ihnen – neben seinen drei Kindern und etlichen Verwandten – der Chef des English Theatre, Daniel Nicolai , der neue Intendant des Schauspiels Frankfurt, Anselm Weber , und der Leiter des Mousonturms, Matthias Pees , die Leiterin des Kunstvereins, Franziska Nori , sowie Helmut Müller , einst Rathauschef in der Landeshauptstadt und nun Geschäftsführer des Kulturfonds Rhein-Main.

Schließlich ist das Geburtstagskind kulturpolitischer Sprecher der Frankfurter Christdemokraten. „Der totale, bedingungslose Einsatz für die Sache und dass er vollkommen authentisch dabei ist“, das schätzt Matthias Pees an Dürbeck. Den „direkten Ton und dass er sich für die Kultur stark macht und wie er es macht“, das mag Anselm Weber an dem Politiker.

Doch der Reihe nach: Es war ein Fest, das sich gewaschen hatte. Ausnahmsweise kochte übrigens nicht die Frau des Hauses Dürbeck, Laura, für ihren Mann das Drei-Gänge-Menu, sondern es stammte aus der „Menufaktur“, einer Kochschule, in der es Dürbecks bereits ein paar mal so richtig krachen ließ. Thomas Dürbeck, gelernter Jurist, zeigte sich an diesem ausgelassenen Abend von seiner unterhaltsamen Seite, versprach, dass er ein Politiker sei, „der hält, was er verspricht“ und plauderte pikante Details aus seiner Vergangenheit aus. Dabei verzichtete er auf olle Fotos, die den kleinen Thomas in der Badewanne oder auf dem Dreirädchen zeigen.

Er erzählte aber etwa, dass er zu Studienzeiten in eine Frau verliebt war, bei der er zwar nicht punktete, die ihm aber einen Satz mit auf sein restliches Leben gab, den er nie vergaß. „Thomas, du wirst mal eine Altersschönheit.“ Damals wie heute nahm der Jubilar das mit Humor. „Ich habe also noch ein bisschen Zeit bis dahin“, scherzte er in die Runde. Auch kurios war die Geschichte seiner Verlobung – besser des Verlobungsgeschenkes für seine Frau Laura. Denn die erhielt gleich zwei runde Dinge. Allerdings keine Ringe, sondern ein Fahrrad. Zumindest als „ausgefallen“ betitelte die italienische Verwandtschaft damals den Antragsschmuck des deutschen Avvocato. Das Rad ist heute noch in Gebrauch.

Nach dem zweiten Gang hieß es: Bewegung. Denn das Piano stand im Nebenraum, und genau dort wollte Bettina Wiesmann fürs Geburtstagskind singen – kein Ständchen, das hatte die Gästeschar bereits vorgetragen. Nein, es war ein mehrstrophiges Lied von Georg Kreisler übers Blumengießen. Da kann man Bettina Wiesmann nur dazu beglückwünschen, dass sie die Politik zu ihrem Beruf gemacht hat und nicht die Musik.

(es)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare