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So lässt es sich schön feiern: Michael Herl, Intendant des Stalburg Theaters, lässt sich schön einrahmen von den Schauspielerinnen Isabel Berghout (links) und Iris Reinhardt Hassenzahl.

Stadtgeflüter

20 Jahre Stalburg und ein Impresario

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Weggefährten, Freunde und Fans sind in den Kaisersaal im Römer gekommen. Sie feiern eine Institution: das Stalburg Theater wird 20 Jahre alt.

Weggefährten, Freunde und Fans sind in den Kaisersaal im Römer gekommen. Sie feiern eine Institution: das Stalburg Theater wird 20 Jahre alt. Da lässt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) das Theater hochleben und Kabarettist Mathias Tretter , der aus Sendungen wie „Scheibenwischer“ oder „Neues aus der Anstalt“ bekannt ist, hält die Laudatio. Er freut sich, dass das Stalburg Theater für ihn, der dort bereits seit 15 Jahren auftritt, in dieser Zeit zur Familie geworden ist, denn dort fühlt er sich wohl. Das lässt einige Schlüsse auf Tretters Familienleben zu . . . Aber darum ging es ja bei dieser Feier nicht.

Es ging vielmehr darum, dass das Theater ein „altes, hübsches und ohne Arschlöcher“ sei, das über eine Patina verfüge „wie der Zeigefinger eines Kettenrauchers“, und dass es dort „Urfassungen und Urviecher“ gäbe. Und Intendant Michael Herl , von allen nur Michi genannt, sei ein solches Urviech. Und mehr noch: „Er ist der Meister Yoda mit Weißweinschorle“, wagte Tretter einen schrägen Vergleich. Der Meister widerspricht seinem Padawan, seinem Lehrling. „Das Stalburg Theater, das ist nicht nur Michi Herl“, sagt Herl. „Sondern es ist ganz gut, dass so viele Leute eine, ja, eine Familie bilden.“ Zum vielleicht etwas entfernteren Familienkreis zählen der Schriftsteller Matthias Altenburg , bekannt als Jan Seghers , und die Autorin Eva Demski .

„Michi, Eva und ich sind gut befreundet und treffen uns immer wieder zum Essen, Trinken und Reden“, sagt Altenburg, der zur- zeit an einem neuen Buch werkelt. „Ich liebe Michi Herl schon seit langem“, sagt dann Eva Demski, die die meisten Premieren dieses Theaters gesehen hat. „Ich habe ein Faible für kleine, tapfere Kultursoldaten ohne General“, sagt sie.

Und auch Oberbürgermeister Peter Feldmann lobt. „Frankfurt ohne das Stalburg Theater, das kann man sich gar nicht vorstellen“, so der Rathauschef, der nicht vergisst, das „Stoffel“ zu erwähnen, das jährliche Open-Air-Programm des Stalburg Theaters im Sommer im Günthersburgpark. Und Feldmann erinnert an die Anfänge, an einen Michi Herl mit einem Hirn voller Ideen und einem Fritz Reuter , der ein Anwesen besaß, das, im 15. Jahrhundert erbaut, auch über eine Kelterei, einen Saal und eine Gastwirtschaft verfügte.

Und das Anwesen sei auch ein Teil und Grund des Erfolges, weiß Herl zu berichten. Und erzählt, dass er damals, also vor zwei Jahrzehnten, „nicht einmal ein Theater haben wollte“. Sprich, er war zufrieden mit seinem damaligen Status. „Wir sind ein Panoptikum an komischen Figuren, die alle miteinander gut können“, umschreibt Herl, was das Stalburg Theater ausmacht. Nun habe das Theater 20 Jahre durchgehalten, aller Widrigkeiten zum Trotz. Und diese lauerten nicht nur im Showbusiness. Nein. „Man könnte uns durchaus mit einem kleinen gallischen Dorf vergleichen, um das römische Makler schleichen“, erklärt der Impresario.

„Der ein oder andere hat nicht geglaubt, dass ein solches Theater solche Hochkaräter im Programm haben kann. Das hat sich geändert: So wie man sich Frankfurt nicht ohne den Tigerpalast vorstellen kann, so geht Frankfurt heute nicht mehr ohne das Stalburg Theater und Michi Herl“, sagt Feldmann.

Zu den Gratulanten zählen auch Schauspielerin Iris Reinhardt Hassenzahl und Isabel Berghout , die zurzeit im Stalburg Theater in dem Stück „Die Frau aus dem Michelangelo“ zu sehen ist, sowie Rainer Ewerrien , der Co-Autor von Blockbustern wie „Männerhort“ war und bei dem Stück mit Isabel Berghout die Regie führte.

(es)

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