Hat Jürgen Prochnow als Hauptdarsteller für seinen Film gewonnen: Regisseur Jakob Zapf. Foto: Enrico Sauda
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Hat Jürgen Prochnow als Hauptdarsteller für seinen Film gewonnen: Regisseur Jakob Zapf.

Stadtgeflüster

Jakob Zapfs Dreh mit Weltstar Jürgen Prochnow

  • VonEnrico Sauda
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Der neue Film des Frankfurter Regisseurs, "Eine Handvoll Wasser", feierte beim 14. Lichter Filmfest Hessenpremiere. In der Hauptrolle Jürgen Prochnow, der mit "Das Boot" Filmgeschichte schrieb.

Frankfurt -Was haben die Schauspieler Rainer Ewerrien, Isabel Berghout und Anke Sevenich gemeinsam? Sie spielen an der Seite von Pegah Ferydoni , bekannt aus der Erfolgsserie "Türkisch für Anfänger", und dem Weltstar Jürgen Prochnow , der mit dem Streifen "Das Boot" Filmgeschichte schrieb, in "Eine Handvoll Wasser". Das ist der neue Film des Frankfurter Regisseurs Jakob Zapf , der beim jüngst zu Ende gegangenen 14. Lichter Filmfest seine Hessenpremiere feierte.

Und darum geht's: Ein traumatisierter 87-Jähriger beginnt eine unwahrscheinliche Freundschaft mit einem zehnjährigen Flüchtlingsmädchen, das ihm das Leben rettet und ihn vor eine letzte große Aufgabe stellt. Auf die Story kam Zapf, "weil es mich total verletzt hat, wenn ich die Kinderaugen auf Kriegsbildern gesehen habe". Er sah Fotografien von Trümmerkindern "und sie hatten denselben Ausdruck wie Kinder auf Kriegsfotos aus Syrien oder dem Jemen". Das war die Verbindung, und da dachte sich Zapf, wie es wäre, wenn sich beide Generationen über den Weg liefen. Zudem konnte er sich eigene Fluchterfahrungen des fast 80-jährigen Prochnow zunutze machen. "Ich kann nur Gutes über die Zusammenarbeit mit Jürgen Prochnow berichten. Es war eine großartige Erfahrung", so Zapf über die Arbeit an seinem Erstlingswerk mit einem Titan der deutschen Schauspielerei. "Es war schon sehr aufregend", berichtet Zapf, der beeindruckt war, mit welcher Ernsthaftigkeit sich Prochnow täglich auf den Dreh vorbereitete.

Frankfurter Regiesseur: Prochnow war nicht erste Wahl

Dabei war Prochnow gar nicht Zapfs erste Wahl. Zuvor hatte Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Zapf schon mit einem anderem sehr bekannten deutschen Mimen zusammengearbeitet: Günter Lamprecht . Sie drehten den Film "Sein Kampf". "Er wollte ursprünglich seinen letzten großen Film machen", erinnert sich Zapf. "Doch wir haben so lange gebraucht, um das Drehbuch für ,Eine Handvoll Wasser' zu schreiben und den Film zu finanzieren, dass es nicht mehr ging", so Zapf. Sie hätten dann gemeinsam entschieden, es aus Altersgründen nicht mehr zusammen durchzuziehen. "Er ist über 90 und wäre in jeder Szene gewesen, das wäre zu anstrengend gewesen".

Weltstar fand das Buch gut

Günter Lamprecht selbst schlug dann auch Jürgen Prochnow vor, der schon einmal eine Rolle von Lamprecht übernommen hatte, als dieser krank war und nicht in "Remember" des Oscar-Preisträgers Atom Egoyan mitspielen konnte. "Die beiden, Lamprecht und Prochnow, verstehen sich sehr gut und hatten immer schon sehr großen Respekt voreinander", weiß Jakob Zapf, der sich dann mit Prochnow traf. "Er fand das Buch sehr gut", so Zapf.

Die weibliche Hauptrolle zu besetzen, habe sich etwas komplizierter gestaltet. "Wir haben sie erst zwei Wochen vor Drehstart besetzt", sagt Zapf. "Wir hatten vorher nicht die geeignete Darstellerin gefunden." So dass Milena Pribak , die zum Zeitpunkt der Aufnahmen zehn Jahre alt war, ohne große Vorbereitung die Rolle übernehmen musste.

Nach dem Film ist vor dem Film, und so arbeitet Zapf an einer Film-Idee und werkelt mit zwei Co-Autoren an einer deutsch-französischen Serie mit dem Titel "Nebenwirkungen", in der es um europäischen Lobbyismus in der Pharmabranche geht. Das Drehbuch ist fertig, und bald soll's mit dem Dreh losgehen.

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