Ortsbeirat 5

Jamaika für den Süden

  • Julia Lorenz
    VonJulia Lorenz
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Nach vielen Gesprächen mit verschiedenen Parteien steht jetzt fest: CDU, FDP und Grüne werden künftig eine Koalition im Frankfurter Süden bilden. Dafür haben sie sogar eine Vereinbarung mit den für sie wichtigsten Themen für die kommenden fünf Jahre verfasst.

Während im Römer noch die künftige Koalition für das Stadtparlament ausgehandelt wird, sind die Parteien im Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) schon einen gewaltigen Schritt weiter. Dort haben sich CDU, FDP und Grüne – eine sogenannte Jamaika-Koalition – zusammengeschlossen, um wichtige Projekte in den südlichen Stadtteilen in den kommenden fünf Jahren voranzutreiben und mitzugestalten. Das haben Christian Becker (CDU), Dr. Uwe Schulz (FDP) sowie Rainer Klapproth und Cornelia Zippel (beide Grüne) gestern bekannt gegeben. Damit ist dann auch relativ sicher, dass Christian Becker erneut das Amt des Ortsvorstehers übernehmen wird. „Ja, ich kandidiere“, sagte er. In der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats am kommenden Freitag wird gewählt.

Altbewährtes

Doch der Weg dorthin war nicht immer ein leichter. Viele Gespräche mussten geführt werden, denn auch eine Koalition aus SPD, Linke und Grüne wäre möglich gewesen. Die Grünen setzen aber lieber auf Altbewährtes, haben sie doch schon in der vergangenen Legislaturperiode mit den Christdemokraten koaliert – und Uwe Schulz ist ihnen auch kein Fremder. „Die Fraktionsmitglieder von SPD und Linke kennen wir aber so gut wie gar nicht“, sagte Klapproth. „Ob das eine tragfähige Verbindung geworden wäre, wage ich zu bezweifeln.“ Hinzu komme, dass in den Reihen der Sozialdemokraten und Linken ausgemachte Fluglärmgegner sitzen. „Wir wollen auch, dass es leiser wird, aber das sind landes- und bundespolitische Themen“, sagte Klapproth. „Unser Brot- und Buttergeschäft sind sichere Schulwege und saubere Grünanlagen. Man muss verschiedene Bürgerinteressen vertreten.“

Und so findet der Flughafen in der ausgearbeiteten Koalitionsvereinbarung nur mit zwei Sätzen statt. Was den Ausbau des Airports betrifft, bleiben die drei Parteien bei ihren unterschiedlichen Positionen. Die Koalition setzt sich jedoch für Lärmschutzmaßnahmen für die betroffenen Bürger ein. Das war’s. Jedoch finden sich in der Vereinbarung viele andere Themen und Projekte, die im Ortsbezirk anstehen, wieder.

Verkehr und Oasen

„Wir haben uns Gedanken gemacht, was in den drei Stadtteilen unbedingt vorangebracht werden muss“, sagte Becker. Dazu zählt etwa, dass der Schulentwicklungsplan schnell umgesetzt wird und sowohl die Integrierte Gesamtschule (IGS) Süd als auch die Kooperative Gesamtschule (KGS) Niederrad nach den Sommerferien starten können. Zudem sei eine gymnasiale Oberstufe an der KGS und ein weiterer Grundschulstandort am Sachsenhäuser Berg zu prüfen. „Durch das Henninger-Areal und die Bürostadt ziehen immer mehr Menschen mit Kindern in den Süden“, so Becker.

Am meisten diskutieren mussten die drei Fraktionen bei den Verkehrsthemen, wie Schulz sagte. Deshalb sei man überein gekommen, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt und im Einklang gefördert werden sollten. Und so würde die Koalition gerne die Verlängerung der U-Bahn vom Südbahnhof an den Sachsenhäuser Berg sowie eine S-Bahnstation „Oberrad“ sehen. Aber es sollen auch „grüne Oasen“ in jedem Stadtteil geschaffen werden, um die Luft zu erfrischen.

Und so ist sich Christian Becker sicher: „In der Koalitionsvereinbarung findet sich jede Fraktion wieder, so dass wir gut zusammenarbeiten werden.“

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