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Chefkoch Takayuki und Shizuyo Hase (l.) mit Sohn Haruki, außerdem Yu Nishimura und Manami Thielen-Suzuki (r.). Foto: Andrea Möller

Gastrokolumne

Bistro Okame : Japan, ganz authentisch

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Platz ist in der kleinsten Hütte oder besser im kleinsten Lokal. Wer’s nicht glaubt, sollte das Bistro Okame in Hausen besuchen.

Frankfurt - Platz ist in der kleinsten Hütte oder besser im kleinsten Lokal. Wer’s nicht glaubt, sollte das Bistro Okame  in Hausen besuchen. Dort hat sich Takayuki Hase  auf begrenzter Fläche seinen Wunsch vom eigenen Lokal erfüllt. Seither sind fast 15 Jahre vergangen, in denen er das Bistro Okame zu einer bewährten Adresse für Liebhaber japanischer Spezialitäten gemacht hat.

Die nötigen Fähigkeiten verschaffte sich der gebürtige Japaner in seinem Heimatort Shizuoka. Nach der Kochausbildung packte ihn allerdings das Fernweh, weshalb er in den Flieger stieg und nach Frankfurt kam. Als Mitglied des Küchenteams im Sushimoto an der Konstablerwache begannt er, nicht nur die Stadt, sondern auch das Land zu lieben – und Mitteleuropa. „Gemessen daran ist Japan eine kleine Insel“, sagt Hase. „Außerdem reisen meine Landsleute nicht oft ins Ausland. Doch hier habe ich die Möglichkeit, mal eben nach Frankreich, Spanien, Italien oder in die Schweiz zu fahren.“

An Deutschland faszinierten ihn auch die vielfältigen Spezialitäten, die von Region zu Region wechselten. Bei dem Partyservice, für den er anschließend tätig war, konzentrierte er sich freilich auf japanische Gerichte. Parallel dazu stand er im Kyoto am Herd, einem mittlerweile geschlossenen Restaurant in der Wiesbadener Innenstadt.

Weil er nicht länger zwischen zwei Arbeitsstellen pendeln wollte, kam ihm der Vorschlag, das Bistro Okame zu übernehmen, gerade recht. Die Gegend hatte es ihm ebenfalls schnell angetan: „In Hausen wohnen viele meiner Landsleute, und es gibt eine japanische Schule, die mein Sohn Haruki inzwischen besucht.“ Ehefrau Shizuyo hingegen hat ihm dabei geholfen, den früheren Imbiss in ein kleines Lokal zu verwandeln. Eine paar schlichte Tische und Stühle waren dafür genauso nötig wie eine gut ausgestattete Küche. Das Innendesign ist allerdings etwas zu kurz gekommen. Wobei ähnliche Lokale in japanischen Metropolen durchaus zum Stadtbild gehören. Man könnte also sagen, dass die Gäste im Bistro Okame nicht für Speisen und Ambiente, sondern für Speisen und Authentizität bezahlen. Und für gute Bedienung: Das Service-Personal, unter ihnen Manami Thielen-Suzuki, ist freundlich und flink.

Andrea Möller

In der offenen, nur durch eine Theke von den Gästen getrennten Küche lässt sich der Chef, der zugleich der Chefkoch ist, bei der Arbeit beobachten. Zusammen mit Landsmann Yu Nishimura  bildet er ein eingespieltes Team. Und das ist auch gut so, „denn Japaner bestellen nicht nur eine Vorspeise und ein Hauptgericht, sondern bevorzugen mehrere Kleinigkeiten“, erzählt der Betreiber. Entsprechend vielfältig ist sein kulinarisches Angebot, das neben Maki-, Nigiri-Sushi und Sashimi auch Reis- und Nudelgerichte umfasst.

Einen breiten Einblick erhalten die Gäste durch das saisonale Menü für mindestens zwei Personen (jeweils 40 Euro). Von den sieben Gerichten sind die Gyoza, leicht angebratene Teigtaschen, die Yakitori-Spieße mit zartem und süßlich-würzigem Hühnerfleisch sowie die Tempura in besonders guter Erinnerung geblieben. Bei Letzteren umhüllt hauchdünner frittierter Teig ein Scheibchen Süßkartoffel, Lotuswurzel und Hokkaido-Kürbis. Doch kein japanisches Menü ohne Sushi: Die Nigiri-Varianten mit Thunfisch, Dorade, Lachs, Makrele und Garnele, alle fangfrisch schmeckend, verraten viel über den Qualitätsanspruch im Bistro Okame.

„Meinen Fisch kaufe ich bei Venos und Kosmidis ein. Beide sind für ihre gute Ware bekannt“, sagt Hase in diesem Zusammenhang. Das Finale bildet ein cremiges und sehr aromatisches Eis auf Basis von Yuzu, einer in Fernost beheimateten Zitrusfrucht.

Direkt aus Japan kommen auch die Sake, die sich beispielsweise als Dreiergespann probieren lassen (14,50 Euro). Das sei besonders bei den deutschen Gästen beliebt, so der Inhaber. Seine Landsleute bestellten stattdessen eine ganze Flasche. Stilecht lässt sich der Durst außerdem mit Asahi Bier löschen (3,50 und 6,50 Euro). Oder mit grünem Tee. Hases Heimatstadt Shizuoka an der Südostküste der Hauptinsel Honshu gilt übrigens als Zentrum des japanischen Teehandels.

Bistro Okame

Hausen, Im Vogelsgesang 1, Tel. 069 76805991, Di–Sa 12–14 + 18–22 Uhr, So/Mo Ruhetage Sitzplätze: 22 innen/20 außen, Küche: japanisch

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